Sa., 01.06.2019

Zahlreiche Besucher schauen bei der Schur auf dem Hof der Schäferei Stücke in Löhne zu Schafe werden ihre »Wintermäntel« los

Schafschererin Karolin Bünting (Foto) aus Retzen schneidet Schwarznasenschaf »Anton« von Familie Kölling die dicke Wolle auf dem Hof der Schäferei Stücke ab.

Schafschererin Karolin Bünting (Foto) aus Retzen schneidet Schwarznasenschaf »Anton« von Familie Kölling die dicke Wolle auf dem Hof der Schäferei Stücke ab. Foto: Eva-Lotta Dehne

Von Eva-Lotta Dehne

Löhne-Gohfeld (WB). Normalerweise grasen sie auf den Weiden in der Region, doch einmal im Jahr müssen die Schafe der Schäferei Stücke ihre Wolle lassen. Am Himmelfahrtstag wurde deswegen zum sechsten Mal auf dem Stücker Hof zur Schafschur eingeladen.

»Anfangs hatte Michael nur drei Schafe. Damals konnte er sie noch selbst scheren. Mittlerweile sind es dafür einfach zu viele«, erklärte Jochen Klinge, der zusammen mit Michael Stücke die Schäferei als Nebenerwerb betreibt. Vier verschieden Schafrassen gehörten mittlerweile zur Herde.

Trotz wechselhaften Wetters strömten unzählige Besucher von 11 Uhr an auf den Hof, wo es viel zu entdecken gab. In der Scheune konnten die Besucher mehreren Damen beim Garn spinnen zusehen. Unter ihnen war auch Gabi Leyendecker aus dem Sauerland.

»Ich war schon die vergangenen Jahre immer dabei. Es ist einfach eine tolle Atmosphäre hier auf dem Hof, und beim Spinnen lässt sich wunderbar entspannen«, sagte sie.

Küken-Power-Drink aus Säften

Auch der Löhner Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) war mit einem Stand vertreten und verkaufte neben Popcorn und Kuchen auch einen Küken-Power-Drink, eine Mischung aus verschiedenen Säften. Außerdem gab es an der Vereins-Losbude einen Grill oder Hygieneartikel zu gewinnen.

Natürlich führte kein Weg am großen Schafstall vorbei, wo die Besucher das Schur-Spektakel beobachten konnten. Karolin Bünting aus Retzen ist von Beruf Schafschererin und in der ganzen Welt unterwegs. Die 28-Jährige sagte, sie sei durch Zufall an diesen ungewöhnlichen Beruf gelangt. »Ich habe während der Semesterferien auf dem Bauernhof geholfen und mich dann entschieden, einen Scher-Kurs zu machen«, berichtete Bünting.

Geübte Scherer sind im Einsatz

Nach zwei Tagen könne man den Beruf bereits ausüben, fügte sie hinzu. »Aber man muss dann sehr viel üben«, sagte Karolin Bünting. Mittlerweile schaffe sie es, in acht Stunden Arbeitszeit zwischen 170 und 200 Schafe zu scheren. An der zweiten Schermaschine stand Christian Quandt aus Dresden, der das Scheren als Hobby ausübt.

Nachdem die Wolle runter war, konnte Eva-Maria Rieger aus Görlitz die Wolle schon vorsortieren. Sie arbeitet für die Firma, die die Wolle dann weiter verarbeitet. »Die wird sortiert nach Feinheit und Länge, dann geht es in die Wollwäscherei«, erklärte sie. Bis zur Steppdecke oder zu Socken seien es aber noch ein paar Arbeitsschritte mehr.

Aber nicht nur hofeigene Schafe wurden geschoren. Dirk und Birgit Kölling vom Wittel brachten ihre zwei Schwarznasenschafe »Greta« und »Anton« zur Schur vorbei. »Die habe ich im vergangenen Jahr zu Weihnachten bekommen«, erklärte Dirk Kölling. Die Wolle würden sie erst einmal mitnehmen, um dann zu gucken, was sie damit machen, erklärte er.

Zum ersten Mal beim Scheren dabei waren auch die dreijährige Emma und die fünfjährige Hanna aus Löhne-Ort, die zusammen mit ihrer Oma Lieselotte Botterbusch aus Vlotho gekommen waren. Sie durften die Lämmer sogar streicheln. Emma fand gerade das Fell von den Lämmern besonders gut: »Die fühlen sich so weich an wie ein Kuscheltier.«

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