Sa., 13.07.2019

Zweigeschossiges Haus darf auf verbliebener Fläche der Investorenwiese in Löhne gebaut werden Rat macht Weg für Lückenschluss frei

Mit Mehrheit hat der Stadtrat einer Bebauung der verbliebenen Fläche auf der Investorenwiese mit einem zweigeschossigen Haus zugestimmt. Damit wird eine Bedingung des Stifters der Musikschule, Professor Ulrich Findeisen, erfüllt. Die Grünen hatten zuvor für diese Fläche einen Park vorgeschlagen

Mit Mehrheit hat der Stadtrat einer Bebauung der verbliebenen Fläche auf der Investorenwiese mit einem zweigeschossigen Haus zugestimmt. Damit wird eine Bedingung des Stifters der Musikschule, Professor Ulrich Findeisen, erfüllt. Die Grünen hatten zuvor für diese Fläche einen Park vorgeschlagen Foto: Sonja Gruhn

Von Rajkumar Mukherjee

Löhne (WB). Die Baulücke auf der Investorenwiese kann geschlossen werden. Für eine Bebauung mit zwei Geschossen an der Alten Bünder Straße hat sich eine Mehrheit im Stadtrat ausgesprochen. Eine klare Absage erteilten die Fraktionen zuvor einem Antrag der Grünen, dort einen Park mit Sitzplätzen und Springbrunnen anzulegen.

Ausschlaggebend für die Festsetzung von zwei Geschossen ist das städtebauliche Konzept von Professor Ulrich Findeisen, verbunden mit dem Bau der neuen Musikschule. Mit seiner Frau Britta hatte er über die gemeinsame Stiftung für Kunst und Baukultur (Köln) den Bau der Musikschule möglich gemacht. Deshalb war ihm in diesem Zusammenhang ein Mitspracherecht bei Abweichungen zum städtebaulichen Konzept zugesprochen worden. Wie aus dem Beschlussvorschlag hervorgeht, hatte sich Ulrich Findeisen unter anderem vorbehalten, dass zwischen Sparkasse sowie Lidl und Rossmann die Musikschule das höchste Gebäude sein müsse.

Grünen-Antrag wird lebhaft diskutiert

Aus Sicht von Uwe Neuhaus (FDP) darf die Baulücke der Investorenwiese nicht als Fläche für Werbeaufsteller enden. Foto: Sonja Gruhn

Auch zur Frage der Geschosse habe sich Ulrich Findeisen geäußert: Drei Stockwerke seien möglich, wenn das Haus insgesamt niedriger gebaut würde als die Musikschule. Aktuell sei der Wunsch nach drei Geschossen in den Verhandlungen zwischen der Verwaltung und der Firma Projektline M. Schröder erkennbar geworden.

Vor der Abstimmung zur Geschosszahl diskutierten die Fraktionen lebhaft über den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Sie hatte neben der Umgestaltung zu einem Park mit Sitzgelegenheiten und einem Springbrunnen auch eine Frischwasser-Trinkstelle vorgeschlagen. Von einem möglichen »Horrorszenario« aufgrund einer dichten Bebauung sprach Silke Glander-Wehmeier, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen: »Lassen Sie uns die Fläche anders nutzen, belassen wir sie grün.«

Den Grünen-Vorschlag lehnte unter anderem die CDU ab. »Das ist ein Stück aus dem Tollhaus. Da wird der Stadt zuerst das Geschenk der Musikschule gemacht, nun gibt es einen Investor, der die letzte Lücke komplett bebauen will. Und wir nutzen diese Chance nicht«, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Florian Dowe.

Ulrich Adler, Vorsitzender der Fraktion Die Linke, lehnte den Vorschlag ebenso ab und sprach sich letztlich für die Bebauung aus: »Wir müssen die Verödung der Innenstadt verhindern.«

Kritik der anderen Fraktionen

Auch aus Sicht von Dr. Hermann Ottensmeier, Vorsitzender der LBA, muss die Innenstadt belebt werden. »Hier einen Springbrunnen platzieren zu wollen, ist nicht pfiffig, ein privater Grillplatz ist ebenso zu verhindern«, sagte er und bezeichnete den Vorschlag der Grünen-Fraktion als »irrational und effekthascherisch«.

FDP-Ratsherr Uwe Neuhaus verwies auf frühere Diskussionen zu diesem Thema. Und mit einem Augenzwinkern darauf, dass es schon Bedenken gegeben habe, die betreffende Fläche könnte als »großes Regenrückhaltebecken« enden. Zugleich machte er, bezogen auf die dort angebrachten Werbeflächen, einen Wunsch deutlich: »Wir dürfen nicht zulassen, dass hier eine Abstellfläche für Werbeplakate entsteht«, sagte Uwe Neuhaus.

Deutliche Worte fand auch Wolfgang Böhm, Fraktionsvorsitzender der SPD: »Wir hätten diesen Antrag nicht gestellt.« Und er steigerte seine Einschätzung zum Grünen-Vorschlag noch, bezogen auf mögliche negative finanzielle Effekte für die Stadt – würde das verbliebene Gelände nicht bebaut. »Wenn dieser Vorschlag umgesetzt würde, dann wäre das der teuerste Wald in Löhne«, sagte Wolfgang Böhm.

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