Mo., 15.07.2019

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst gibt neue Trasse zwischen Löhne und Vlotho frei – Mit Video »Straßenfeiertag« auf der B611

Das Band haben durchschnitten (von rechts): Pfarrer Manfred Pollmeier, Rocco Wilken, Bürgermeister in Vlotho, Bernd Poggemöller, Bürgermeister in Löhne, NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Elfriede Sauerwein-Braksiek, Leiterin des Landesbetriebs Straßen NRW, Wolf D. Meier-Scheuven, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen, Stefan Schwartze, SPD-Bundestagsabgeordneter, und Christian Dahm, SPD-Landtagsabgeordneter.

Das Band haben durchschnitten (von rechts): Pfarrer Manfred Pollmeier, Rocco Wilken, Bürgermeister in Vlotho, Bernd Poggemöller, Bürgermeister in Löhne, NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Elfriede Sauerwein-Braksiek, Leiterin des Landesbetriebs Straßen NRW, Wolf D. Meier-Scheuven, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen, Stefan Schwartze, SPD-Bundestagsabgeordneter, und Christian Dahm, SPD-Landtagsabgeordneter. Foto: Sonja Gruhn

Von Rajkumar Mukherjee

Löhne/Vlotho (WB). »Straßenfeiertag«: Mit einem Wort hat NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst die Bedeutung der Freigabe der B611 zwischen Löhne und Vlotho beschrieben. Etwa 350 Besucher nahmen am Montag an dem Festakt teil.

Am frühen Nachmittag waren die Besucher und Ehrengäste zwischen dem Kreisel in Exter und der Einmündung zur Straße Alter Schulweg zusammengekommen. Darunter waren Anwohner sowie Mitglieder des NRW-Landtags und des Bundestags. Etwa um 17.30 Uhr rollte der Verkehr über die neue Trasse. Die Bauarbeiten an der B611 sind gut vorangekommen und konnten knapp ein halbes Jahr früher als geplant abgeschlossen werden.

Ökologischer Gedanke

Hendrik Wüst betonte, dass solche Straßen »nicht aus Jux und Dollerei gebaut« werden: »Sie sorgen für bessere Mobilität und bessere Lebensqualität. Diese Maßnahme trägt dazu bei, den Verkehr aus den Wohngebieten rauszubekommen.« Zudem profitiere die Wirtschaft über ordentliche Verkehrswege. Hendrik Wüst verwies auch darauf, dass in den nächsten zehn bis 15 Jahren etwa 20 Milliarden Euro vom Bund in die Autobahnen und Bundesstraßen in NRW fließen werden.

Zudem werde an der B611 deutlich, dass der ökologische Gedanke vermehrt in solche Verkehrsmaßnahmen fließt. Hendrik Wüst verwies auf die mit Wildblumen bepflanzten Wälle an beiden Seiten der Trasse. »Denken Sie jetzt nicht, die Straßenmeister haben keinen Bock gehabt. Das ist gewollt: Hier sind die Randstreifen Bienenboulevards«, sagte er und löste damit Beifall aus.

Von einem »tollen Tag für die Region«, sprach Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. »Die Knickstraße kommt weg. Dafür gibt es eine neue, schön zu fahrende, fast gerade liegende Straße«, sagte er. Wie wichtig die neue B611 in Puncto Sicherheit ist, verdeutlichte Enak Ferlemann mit Beispielen. »An der Knickstraße gab es bisher das Problem, dass man häufig fast rechtwinkelig fahren musste. Das war unübersichtlich wenn landwirtschaftlicher Verkehr unterwegs war. Man konnte nicht überholen, nichts einsehen. Das war eine große Verkehrsgefährdung, und das ohne vernünftigen Rad- und Gehweg.«

Besucherin bringt Unmut zum Ausdruck

Als einen »gelungenen Kompromiss« bezeichnete Elfriede Sauerwein-Braksiek, Leiterin des Landesbetriebs Straßen NRW, die B611. »Dreieinhalb Jahre Bauzeit haben heute ein Ende. Und mit der Fertigstellung erlangt eine Straße ihren vollen Spaßfaktor«, sagte sie.

Dass solche eine Straßenbaumaßnahme auch Kritik auf sich zieht, darauf ging Rocco Wilken, Bürgermeister in Vlotho, ein. »Eine neue Straße hat nicht nur Gewinner, sie fordert auch ein großes Maß an Akzeptanz, gerade bei jenen, die von ihrer Qualität abgeben mussten – weil die Straße doch näher ans Haus gerückt ist. Deshalb danke ich den Bürgerinnen und Bürgern für ihre offene Haltung«, sagte Rocco Wilken.

Ihren Unmut äußerte eine Besucherin während des Festaktes, als sie beim Punkt »Beeinträchtigungen« laut »richtig« rief und den Kopf schüttelte.

Auf den Mehrwert für Löhne ging Bernd Poggemöller, Bürgermeister in Löhne, ein. Schon bald werde die Stadt über eine Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz verfügen, »das exzellent ist«, sagte er. »Das ist der Einstieg in eine Verbesserung der Situation: Die Herstellung der Durchgängigkeit zwischen A2 und A30 ist auch für Löhne nicht zu unterschätzen«, fügte er hinzu.

Von dem Ausbau würden eine Reihe von Unternehmen in der Region profitieren, betonte zudem Wolf D. Meier-Scheuven, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen. »Diese Verbindung bringt den ländlichen Raum mit den Regionen in der Welt zusammen«, sagte er.

Zur Freigabe gehörte auch eine ökumenische Einsegnung, wie schon bei der Feier zur Freigabe der A30 Anfang Dezember 2018. Manfred Pollmeier, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul sowie Leiter des Pastoralen Raumes Werre-Weser, und Ralf Steiner, Pfarrer der Autobahnkirche Exter an der A2 sowie Leiter der Notfallseelsorge im Kirchenkreis Vlotho, nahmen diese vor. Anschließend waren die Besucher des Festaktes zu einem Imbiss an der Mühle Exter eingeladen.

Zügig zur Firma

Unter den etwa 350 Gästen sind auch Noah Hesse (18) und sein Großvater Heinz Schnepel (74) aus Gohfeld gewesen. Für Noah Hesse bot der gestrige Tag gleich zweimal Grund zur Freude: »Am 1. August beginne ich mein Duales Studium mit einer Ausbildung zum Mechatroniker bei Kannegießer. Dann werde ich jeden Tag über die B611 dorthin fahren. Von Gohfeld aus brauche ich dann vermutlich nur etwa 15 Minuten und werde auch nur an zwei Ampeln halten müssen«, sagte Noah Hesse.

Auf eine Entlastung an der Weihestraße in Gohfeld hofft indes Heinz Schnepel, wenn spätestens Ende des Jahres auch die Verbindung über die neue Sudbachtalbrücke fertig ist.

Dass es Ende der 1960er Jahre – lange vor dem Bau der B611 – auch andere Pläne gab, daran erinnerte sich Ernst Schwarze, bis 2017 bei Straßen NRW tätig. »Hier sollten mal die A5 und die A100 entlangführen, dazu kam es aber nie«, erzählte Ernst Schwarze. Als Mitarbeiter der Planungsabteilung hatte er auch am Bau des Kreisels bei Exter mitgewirkt.

Mit seinem Cousin Joachim und dessen Ehefrau Ursula aus der Gemeinde Fleckeby im Kreis Rendsburg-Eckernförde waren auch Gäste aus Schleswig-Holstein dabei. In Fleckeby war Ursula Schwarze Bürgermeisterin. »Dort kennen wir auch Infrastrukturmaßnahmen, auf deren Umsetzung man lange warten muss«, sagte sie mit Augenzwinkern.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6781927?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514619%2F