Di., 17.09.2019

Möbelumsatz: Rückgang nach sieben Monaten geringer als befürchtet Rückenwind zum Messestart

Raumgreifend, aber ohne Schnörkel, Grau statt grellen Farben: Küchenhersteller wie Leicht setzen weiter auf Purismus.

Raumgreifend, aber ohne Schnörkel, Grau statt grellen Farben: Küchenhersteller wie Leicht setzen weiter auf Purismus. Foto: Bernhard Hertlein

Von Bernhard Hertlein

Löhne (WB). Pünktlich zum Beginn der OWL-Möbelmessen bekommt die Branche ein wenig Rückenwind. Wie am Montag bekannt wurde, konnte die Industrie im Monat Juli den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent steigern.

Damit reduziert sich nach Angaben von Jan Kurth, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der deutschen Möbelindustrie, das für das erste Halbjahr festgestellte Minus von 1,82 Prozent nach sieben Monaten auf 0,8 Prozent. Dabei erzielten die Küchenhersteller mit plus 2,6 Prozent das beste Zwischenergebnis. Bei Ladeneinrichtungen notiert die Branche plus zwei, bei Büromöbeln plus ein Prozent. Dagegen stecken die Wohn- und Schlafmöbel mit minus 4,4 Prozent (inklusive einiger Randbereiche) weiter im Konjunkturtal fest. Der Umsatz mit Polstermöbeln lag nach sieben Monaten um 1,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat.

Stefan Waldenmaier, Präsident des in Herford ansässigen Verbandes der deutschen Küchenindustrie, warnte allerdings davor, die Zahlen aus dem Monat Juli überzubewerten. In diesem Jahr seien die Schwankungen beim Umsatz auch feiertagsbedingt besonders groß: zwischen plus 17,4 Prozent im Mai und minus 12,67 Prozent im Juni. Insgesamt habe sich die Konjunktur im Inland nach der Überhitzung durch die nachfragesteigernde Insolvenz von Alno schon im zweiten Halbjahr 2018 deutlich abgekühlt.

Nachfrage geht in einigen Ländern zurück

Die Exportquote sei zwar von 40 auf 41,5 Prozent gestiegen. Doch gebe es auch Länder, in denen die Nachfrage zurückgehe. Dazu zählen Waldenmaier zufolge neben Großbritannien, Belgien und der Schweiz auch China. Ursache sei dort ein neues staatliches Preislimit für Immobilien, das die Baubranche bremse. Allerdings solle man die aktuelle Bedeutung des chinesischen Marktes auch nicht überschätzen. Der gesamte Exportumsatz der deutschen Küchenhersteller erreiche in China bislang nur ein Drittel der Ausfuhren nach Österreich.

Die Zahl der Beschäftigten in der Küchenindustrie stieg im ersten Halbjahr um 6,6 Prozent auf 16.950. Die gesamte Möbelbranche zählt 84.690 Mitarbeiter, 0,4 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

Nicht zuletzt wegen der großen Investitionen führender Küchenhersteller wie Nobilia und Häcker geht Waldenmaier davon aus, dass sich der seit Jahrzehnten andauernde Konzentrationsprozess in der Branche fortsetzt. Einschätzungen von Experten, dass dadurch auch die Preise für Küchen unter Druck geraten könnten, wollte der Verbandspräsident nicht bestätigen.

Geschichtsstudium statt Geschäftsführung

Für Heumann war es die letzte Pressekonferenz als Hauptgeschäftsführer des in Verbandes der Küchenindustrie bei den OWL-Herbstmessen. Heumann wird Ende Januar in den Ruhestand treten, den der Jurist im Übrigen dazu nutzen will, an der Universität Bielefeld ein Geschichtsstudium zu beginnen.

Zugleich war die diesjährige Pressekonferenz eine Premiere für Verbandspräsident Stefan Waldenmaier, im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender der Leicht Küchen AG. Erstmals fand sie nämlich in der neuen »Architekturwerkstatt« in Löhne statt, eine ehemalige Lagerhalle, die Leicht für sich und weitere Unternehmen aus der Branche zum Ausstellungsgebäude umgebaut hat.

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