Sa., 12.10.2019

Lesepremiere: Matthias Löwe stellt »Leinewebertod« bei Krimi-Nacht in Löhne vor »Ich bevorzuge unblutige Morde«

Das Foto zeigt den aus Löhne stammenden Autor Matthias Löwe bei der Lesepremiere von »Almfieber« im Januar 2018 in der Stadtbücherei Löhne. Seinen neuen OWL-Krimi »Leinewebertod« stellt er am 22. November in der Werretalhalle vor.

Das Foto zeigt den aus Löhne stammenden Autor Matthias Löwe bei der Lesepremiere von »Almfieber« im Januar 2018 in der Stadtbücherei Löhne. Seinen neuen OWL-Krimi »Leinewebertod« stellt er am 22. November in der Werretalhalle vor. Foto: Gabriela Peschke/Archiv

Von Sonja Gruhn

Löhne (WB). Mit einem tragischen Unfall auf dem Leineweber-Markt lässt der Autor Matthias Löwe seinen Protagonisten, den Grantler Bröker aus Bielefeld, in seinen nächsten Fall stolpern. Und damit wird der Privatier erneut zum mehr oder weniger unfreiwilligen Hobby-Detektiv. Ahnt er doch längst, dass mehr hinter der Angelegenheit steckt.

Und richtig: Im Blut des tödlich verunglückten Technikers, der während einer Veranstaltung einen ausgefallenen Scheinwerfer am Gerüst über der Bühne reparieren wollte, werden Rückstände von K.-o.-Tropfen gefunden. Damit nimmt der neue und mittlerweile fünfte Fall für den »Mr. Marple von der Sparrenburg« unter dem Titel »Leinewebertod« Fahrt auf und verspricht neben viel Spannung wieder eine gute Portion Humor. Auf 384 Seiten wird Bröker in dem OWL-Krimi unerschrocken allen Spuren nachgehen – natürlich auf seine ganz spezielle Art und unterstützt von seinen Freunden: dem Hacker Gregor, dem Polizisten »Mütze« und der Journalistin Charly.

Giftmorde sind eher sein Ding

Blut lässt der aus Löhne stammende Autor Matthias Löwe (54) in seinen Bröker-Krimis so gut wie nie fließen – außer wenn sich der Hobby-Detektiv beim Kochen in den Finger schneidet, wie im Vorgänger-Krimi »Almfieber«, den Löwe 2018 in Löhne vorgestellt hat. Vielmehr siechen die Opfer durch verschiedene Arten von Gift dahin. »Ich kann nicht blutig schreiben. Deshalb bevorzuge ich Giftmorde, also unblutige Morde. Außerdem kann Bröker kein Blut sehen«, sagt Löwe, der hin und wieder selbst erlebte Episoden oder eigene Angewohnheiten auf Bröker überträgt.

»Ebenso wie Bröker koche ich gerne. Als ich mir innerhalb kurzer Zeit dabei dreimal in den Finger geschnitten hatte, dachte ich mir: Jetzt muss Bröker auch mal leiden«, sagt Matthias Löwe und lacht. Aber selbst die Recherche für unblutige Morde hat es für den Autor in sich: »Nachdem ich mich dafür in einer Apotheke erkundigt hatte, dachte ich: Teufel, wenn jetzt jemand so umkommt, dann hast du ein Problem.«

Bielefeld und die Vergangenheitsbewältigung

Mit seinem Protagonisten hat er zudem die Vorliebe für gutes Essen gemein und gönnt sich gerne mal einen guten Wein. »Dabei ist das bei mir aber längst nicht so ausufernd wie bei Bröker«, sagt Löwe. Für ihn sei die Figur des Bielefelder Hobby-Detektives ein Stück weit Vergangenheitsbewältigung seiner etwa zehnjährigen Lebensphase in Bielefeld, in der er sehr viele Eindrücke gesammelt habe. Dort hatte der heutige Professor für Mathematik studiert und gewohnt.

Bei der äußeren Erscheinung des deutlich untersetzten Brökers, der Arminia-Trikots aus den 1970er und 1980er Jahren trägt, die inzwischen ziemlich über seinem Bauch spannen, hat Matthias Löwe Anleihen bei einem guten Freund gemacht. »Der ist aber seit 15 Jahren in Mexiko und bekommt das nicht mit«, gibt Löwe entschuldigend an.

Er selbst mag Krimis und Thriller. »Zur Zeit aber vor allem als Hörbuch. Wenn ich mit dem Hund spazieren gehe, kann ich so schlecht dabei ein Buch lesen.« Gedichtbände lese er ebenfalls gerne und hat die Erfahrung gemacht: »Als Hörbuch gehen die gar nicht.«

Erste Fassung steht nach drei Monaten

Als Autor setzte er zudem andere Projekte um, unter anderem Lyrik, Prosa und Kinderbücher. »Allerdings ist es schwierig, diese Sachen in einem Verlag unterzubekommen.« Und ob er einen Thriller hinbekommen würde, da ist er sich nicht sicher: »Bei einem komplexen Thriller sind sehr viele Fäden gleichzeitig zu führen. Aber ich würde gerne einmal etwas schreiben, das geschichtliche Entwicklung aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt. Meine Großeltern sind aus dem Sudetenland geflohen. Was der Verlust der Heimat für sie und meine Eltern bedeutet hat, könnte man mit drei bis vier Zeitebenen erzählen. Das finde ich sehr spannend.«

Dafür würde er allerdings sicher deutlich mehr Zeit benötigen, als für die Bröker-Krimis, die er »aus dem Bauch heraus« schreibt. »Die erste Fassung steht nach etwa drei Monaten, dann wird daran gefeilt, bevor sie ins Lektorat geht. Und dann ärgere ich mich über die Anmerkungen«, sagt Löwe und lacht.

Von diesen OWL-Krimis mit Bröker werde es noch weitere geben, verspricht Matthias Löwe: »Es liegen noch mindestens zwei Ideen in der Schublade.« Und möglicherweise fließt doch noch irgendwann einmal Blut – wenn Bröker gerade nicht hinschaut.

Lesepremiere bei der Krimi-Nacht

Fans der Bröker-Fälle müssen sich noch gedulden. Denn veröffentlicht wird der Regional-Krimi »Leinewebertod« erst am 11. November, und zwar im Pendragon-Verlag. Notieren sollten sie sich aber das Datum der »Krimi-Nacht« am Freitag, 22. November. Um 19 Uhr gibt es dann in der Werretalhalle die Lesepremiere mit Matthias Löwe. Mit von der Partie sind zudem die Autoren Carla Berling aus Bad Oeynhausen und Thomas Krüger aus Löhne.

Zur Person Matthias Löwe

Matthias Löwe wurde 1964 in Löhne geboren. Er studierte in Bielefeld und wohnte in der Teuto-Stadt – mit Unterbrechungen – von 1985 bis 1998. Nach einigen Lehrtä­tigkeiten in der Bundes­republik und den Niederlanden ist er seit 2003 Professor für Mathematik in Münster.

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