Mi., 06.11.2019

Blockheizkraftwerk soll einen Teil des Energiebedarfs von Frei- und Hallenbad in Löhne decken Kommt ein Container geflogen

Ein Autokran hievt das zehn Tonnen schwere Blockheizkraftwerk über den Zaun auf das Gelände des Löhner Freibads. Es ist das kleinste Modell, das der Herforder Hersteller Sokratherm vertreibt und ist individuell auf die Bedürfnisse der Stadt angepasst.

Ein Autokran hievt das zehn Tonnen schwere Blockheizkraftwerk über den Zaun auf das Gelände des Löhner Freibads. Es ist das kleinste Modell, das der Herforder Hersteller Sokratherm vertreibt und ist individuell auf die Bedürfnisse der Stadt angepasst. Foto: Lydia Böhne

Von Lydia Böhne

Löhne (WB). Maßarbeit ist die Installation des Blockheizkraftwerkes (BHKW) auf dem Gelände des Löhner Freibads gewesen. Künftig werden Freibad und angrenzendes Hallenbad darüber mit Strom und Wärme versorgt. Zum 1. Januar 2020 soll das BHKW erstmals in Betrieb genommen werden.

Um fünf Uhr morgens wurde am Dienstagmorgen bereits der Autokran vor dem Hallenbad positioniert. Einige Stunden später wurde das BHWK mit einem Lkw angeliefert. Die gesamte Technik ist in einem neun mal 3,50 großen Seecontainer verbaut. »Die komplette Anlage ist fertig installiert und quasi betriebsbereit, wir müssen nur den Container an die richtige Stelle heben und dort anschließen«, erläuterte Benedikt Huxol von der Herstellerfirma Sokratherm. Einen Vorteil in der Container-Lösung sieht der Projektingenieur vor allem in der Mobilität des Blockheizkraftwerkes. »Wenn man möchte, lässt es sich einfach an einen anderen Standort bringen«, sagte Huxol.

Anschlüsse liegen erst falsch

Die Bodenöffnung des Containers muss genau auf die Anschlüsse für Heizwasser, Erdgas und Strom ausgerichtet werden. Foto: Lydia Böhne

Probleme bereitete den Experten allerdings erst einmal der Anschluss an die vorhandenen Leitungen im Erdboden. Diese lagen entgegen der ursprünglichen Planung 20 Zentimeter von ihrer eigentlichen Position entfernt. Spontan mussten die Leitungen in einem Meter Tiefe korrigiert werden. Eine Aktion, die die Installation etwa eine Stunde verzögerte,

Das Abgasrohr an der Rückseite des Containers wurde bereits vor der Kranfahrt angebracht. »Das liegt daran, dass der Container sehr nah am Zaun stehen wird und das Anbringen dann schwierig ist«, erläuterte Benedikt Huxol. »Diesen Fall erlebe ich so auch zum ersten Mal«, fügte der Projektingenieur hinzu.

Das BHKW bringt es auf eine elektrische Leistung von 50 Kilowatt (kW). Thermisch sind es 82 kW. Damit soll es nur die Grundlast von Frei- und Hallenbad ab­decken. »Es wird zusätzlich noch Nahwärme von der Firma Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne eingekauft«, erläuterte Gabriele Konieczny von der Immobilienwirtschaft der Stadt Löhne. Gemeinsam mit ihren Kollegen Valeria Lehn und Waldemar Biche hat sie die Projektleitung übernommen. Derzeit beziehen die Bäder ihre Energie noch von einem BHKW, das die Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne in der Nähe des Rathauses betreibt.

»Verkehrsblau«

Grund für die Installation eines eigenen BHKW vor Ort ist der angestrebte steuerliche Querverbund. »Dafür brauchten die Bäder eine eigene Energieversorgungsanlage«, ergänzte Gabriele Kornieczny. »In dem Blockheizkraftwerk sitzt wie bei einem Auto ein Verbrenungsmotor. Er wird angetrieben durch Gas«, erläuterte die Expertin für technisches Bauen bei der Stadtverwaltung. Die Wärme, die bei der Verbrennung entsteht, kann dann beispielsweise das Dusch- und Beckenwasser aufheizen.

Die blaue Farbe des Containers, die auch als »Verkehrsblau« bezeichnet wird, war der Wunsch der Stadt Löhne. In Abstimmung mit dem Schwimm-Club Aquarius Löhne hatte man sich dafür entschieden. »Passt ja auch gut zu den Bädern, und auch wenn man es nicht mehr richtig erkennt, ist das Hallenbad ursprünglich in genau dieser Farbe gestrichen worden«, ergänzte Benedikt Huxol.

Von der Installation bis zur Inbetriebnahme könne man laut des Experten ungefähr eine Woche rechnen. Ab Mitte nächster Woche wolle man in Löhne zunächst mit einem Probebetrieb starten, bevor es ab Anfang 2020 im Zuge des steuerlichen Querverbundes in den Dauerbetrieb gehen soll.

Zwei weitere Blockheizkraftwerke betreibt die Stadt Löhne außerdem in der Bertolt-Brecht-Gesamtschule und der Goethe-Realschule.

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