Di., 26.11.2019

Löhne: Beamte helfen gestrandetem Lkw-Fahrer aus Litauen Polizei besorgt Fahrer Job

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Patrick Pleul/dpa

Von Rajkumar Mukherjee

Löhne (WB). Einen neuen Job hat die Polizei einem gerade gekündigten Fahrer (40) aus Litauen verschafft: Nachdem er mit seinem Lkw in Löhne gestrandet war, stellten Polizisten den Kontakt zu einer nahen Logistikfirma her. Nach spontanem Vorstellungsgespräch und einem Fahrtest auf dem Firmengelände hatte der Litauer einen neuen Job.

Von einem vorgezogenen Weihnachtsgeschäft sprechen die Kreispolizei Herford und Familie Jording, in fünfter Generation Inhaber der Kemena GmbH und neue Arbeitgeber. Am Mittwochvormittag hatte der litauische Fahrer seinen Lkw auf dem Gelände der Tankstelle Harting Kohlenhof in Löhne-Gohfeld geparkt. Offenbar waren sein Chef und er in einen Streit geraten. Per GPS-Ortung über Satellit hatten Mitarbeiter des litauischen Logistikunternehmens den Fahrer in Deutschland ausfindig gemacht und riefen die deutsche Polizei dorthin.

Voraussetzungen für Arbeitserlaubnis erfüllt

Zwei Beamte fanden den weinenden Fahrer, der kein Deutsch spricht. Mit einer Übersetzungs-App auf dem Smartphone gelang es den Polizisten, sich mit dem Fahrer auszutauschen. Dann kam für ihn der Schock: Noch an der Tankstelle erhielt er die Kündigung per Telefon. Die beiden Polizisten wollten den Litauer nicht seinem Schicksal überlassen und riefen auf gut Glück bei der Firma Kemena an – mit der Frage: »Haben Sie ein großes Herz für einen Fahrer?« Als Kemena-Seniorchef Klaus Jording davon hörte, habe er nicht lange gefackelt. Die Polizei durfte den Fahrer vorbeibringen.

»Wir haben dann den Führerschein und die Bescheinigungen geprüft. Und er hat ein paar Runden mit einem Lkw gedreht. Alles passte, zum 1. Dezember ist er bei uns unbefristet angestellt«, sagte Personalleiterin Alicia Jording. Auch, weil Litauen ein EU-Mitgliedsstaat ist, und der Fahrer damit die Voraussetzungen für eine Arbeitserlaubnis erfüllt.

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