Mi., 11.12.2019

Schüler lernen in Imkerei der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Löhne vieles über die Insekten Fleißig wie die Bienen

Luca (6b, von links), Jayden (6d), Techniklehrerin Angela Friemel, Sarah (10a), Jana (6d), Imker Ronald Peppmüller, Lucas (7b), Karl (7e), Biologielehrer Hans-Georg Zwicker, Michael (10b), Sarah (5a) und Leonie (5c) zeigen ihren erarbeiteten phänologischen Kalender.

Luca (6b, von links), Jayden (6d), Techniklehrerin Angela Friemel, Sarah (10a), Jana (6d), Imker Ronald Peppmüller, Lucas (7b), Karl (7e), Biologielehrer Hans-Georg Zwicker, Michael (10b), Sarah (5a) und Leonie (5c) zeigen ihren erarbeiteten phänologischen Kalender.

Löhne (WB). Bienen stehen bei einigen Schülern an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule hoch im Kurs. In der schuleigenen Imkerei können sie alles über die Tiere lernen. Aber nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter stehen in der Imkerei einige Arbeiten an. Dann muss zum Beispiel der Honig verarbeitet werden.

Die Bienen selbst haben ihre Arbeit getan und halten derzeit ihre Winterruhe in den Bienenstöcken. In der Wintertraube warten sie, bis der Frühling kommt. Dabei erzeugen sie Wärme, damit sie nicht erfrieren. Ganz unbeobachtet tun sie dies allerdings nicht. Zwei Schülerinnen aus dem Biologie-Leistungskurs der Jahrgangsstufe zwölf wollen in einer Facharbeit nämlich herausfinden, ob ein kleines und ein großes Volk unterschiedlich überwintern und messen deshalb regelmäßig die Stocktemperaturen, berichtet Biologielehrer Dr. Hans-Georg Zwicker.

Den Honig verarbeiten die Schüler selbst

Auch die Schüler, die in der Schulimkerei mitarbeiten, haben jetzt noch einiges zu tun. Die Honigernte war im Jahr 2019 sehr gut. Nach der Rapsblüte und vor den Sommerferien konnten die Schüler Honig aus den Bienenstöcken entnehmen und schleudern. Der Honig hat eine sehr gute Qualität und ruht nun noch in Eimern. Vor dem Abfüllen in Gläser wird er in einer selbst gebauten Wärmekiste auf 36 Grad Celsius erwärmt, damit er wieder flüssig wird. Die Gläser werden dann noch etikettiert, bevor sie in der Schule verkauft werden. Im vergangenen Jahr haben sich die Schüler auch am Schneeglöckchenfest und am Naturgartenforum beteiligt und dort die Schulimkerei repräsentiert.

Die Einnahmen werden zum Kauf von Materialien für die Imkerei verwendet. Zudem wird für eine neue Honigschleuder gespart. Die alte Schleuder, die gebraucht gekauft wurde, ist schon ziemlich in die Jahre gekommen und muss bald ersetzt werden.

Für die Arbeit an den Bienenvölkern muss ein Imker nicht nur seine Bienenvölker genau beobachten. Er muss auch die Vorgänge in der Natur einbeziehen. Deshalb haben die Schüler im vergangenen Jahr einen sogenannten phänologischen Kalender geführt. Auf einer Scheibe werden dabei alle Beobachtungen dargestellt. Die Schüler haben kontinuierlich die Außentemperaturen und die Niederschlagsmengen gemessen. Außerdem wurde beobachtet, wie sich die Natur entwickelt. Wann blüht welche Pflanze, wann bildet sie Früchte? In der Phänologie gibt es nicht nur vier, sondern zehn Jahreszeiten, die von Zeigerpflanzen bestimmt sind.

Schüler arbeiten sogar in ihrer Mittagspause für die Imkerei

Weil die Arbeiten in der Imkerei den Schülern viel Spaß gemacht haben, haben sich einige Schüler zusätzlich in einem offenen Angebot in der Mittagspause getroffen, um am Kalender weiterzuarbeiten. Auf diesem kann man auch die trockenen Phasen im Jahr erkennen. Die neue Scheibe für das Jahr 2020 ist schon gekauft und soll zeigen, ob sich das neue vom Jahr 2019 unterscheidet.

Neben diesen Arbeiten haben die Schüler auch das Bienenwachs zur Herstellung von Kerzen genutzt. Dazu wird das heiße Wachs in Formen gegossen. Heraus kommen dann verschiedene Figuren.

Die Schulimkerei beteiligt sich zudem an einem Forschungsprojekt der Universität Würzburg. Das Projekt „we4bee“ stellt 100 HighTech-Bienenstöcke für den Aufbau eines weltweiten Netzwerkes zur Datenerfassung und -analyse bereit. Die Bertolt-Brecht-Gesamtschule ist einer von 100 Standorten in Deutschland, der für das Projekt ausgewählt worden ist. Die Spezialbeute und die technischen Geräte hat die Schule schon erhalten. Bis zum Frühjahr wird alles installiert und das Senden der Daten erprobt, bevor die Bienen einziehen.

Über die Schulimkerei

Die Schulimkerei der Bertolt-Brecht-Gesamtschule besteht seit dem Jahr 2014. In einer Arbeitsgruppe treffen sich freitags 21 Schüler aus den Jahrgängen fünf bis zehn, die sich um die Bienen kümmern. Sie werden von Techniklehrerin Angela Friemel, Imker Ronald Peppmüller und Biologielehrer Dr. Hans-Georg Zwicker betreut. Zurzeit werden von den Schülern sieben Bienenvölker auf dem Schulgelände bewirtschaftet. Die Schulimkerei ist zudem auch Mitglied im Imkerverein Löhne. Der schuleigene Honig kann im Sekretariat gekauft werden.

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