Bürgermeister Bernd Poggemöller sieht Innenstadtentwicklung in Löhne 2020 als wichtiges Ziel
Vieles dreht sich um den Bahnhof

Löhne (WB). „Wir haben 2019 viele wichtige Entscheidungen getroffen, die wir 2020 umsetzen müssen.“ Diese Devise hat Bürgermeister Bernd Poggemöller bei einem Gespräch zum Jahresbeginn mit dieser Zeitung ausgegeben. Ein zentraler Aspekt sei die Innenstadtentwicklung.

Mittwoch, 08.01.2020, 08:00 Uhr
Bürgermeister Bernd Poggemöller will die Innenstadtentwicklung 2020 forcieren. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Bahnhofsgebäude zu. Foto: Malte Samtenschnieder
Bürgermeister Bernd Poggemöller will die Innenstadtentwicklung 2020 forcieren. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Bahnhofsgebäude zu. Foto: Malte Samtenschnieder

Sichtlich erleichtert wirkte Bernd Poggemöller, als er berichtete, dass der Erwerb des Bahnhofsgebäudes durch die Stadt Löhne im Dezember vollzogen werden konnte. „Die Tinte unter dem Kaufvertrag ist bereits getrocknet“, sagte der Bürgermeister. Der Eintrag im Grundbuch sei im Prinzip nur eine Formsache, stehe jedoch noch aus. Poggemöller: „Ich gehe davon aus, dass die Stadt Löhne möglicherweise erst im Februar offiziell Eigentümerin der Bahnhofsimmobilie wird.“

Bahnhof ist ein Dreh- und Angelpunkt

Ungeachtet des weiteren bürokratischen Verfahrens beim Amtsgericht Bad Oeynhausen laufen nach Angaben des Bürgermeisters die Planungen für die künftige Ausrichtung des Löhner Bahnhofs weiter. Seine Anforderungen an den wichtigen Dreh- und Angelpunkt nicht nur für Fernreisende, sondern auch für Pendler zwischen den Ortsteilen, brachte Bernd Poggemöller auf die Formel „Ordentlich, sauber und sicher.“

Es sei ein großer Vorteil, dass die weiteren Planungskosten in Höhe von 60.000 Euro zu 70 Prozent durch eine Konzeptförderung des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft für potenzielle „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen” übernommen würden. Poggemöller: „Wir werden uns aber auch für die restlichen 30 Prozent der Kosten nach Förderern umsehen.“

Bistro „Schalter 3“ soll bald eröffnen

Auch nach dem Verkauf des Bahnhofs vom Ehepaar Charlotte und Epifanio Di Fede an die Stadt Löhne werde der Verein „Löhne umsteigen – der Bahnhof“ bei den weiteren Planungen eine zentrale Rolle übernehmen. Der Verein hatte die Privatisierung des Bahnhofes in den vergangenen Jahren begleitet und mit eigenen Mitteln etwa den alten Wartesaal der ersten Klasse provisorisch renoviert.

Als nächste sichtbare Fortentwicklung soll laut Bernd Poggemöller so schnell wie möglich ein Bistro unter dem Namen „Schalter 3“ im ehemaligen Kioskbereich der Bahnhofsvorhalle eröffnen. Ein Motor für dieses Projekt sei Irene Esser, die sich als stellvertretende Vorsitzende im Verein „Löhne umsteigen“ engagiert. Als Anker für die weitere Öffnung des Bahnhofes sei nach wie vor der Umzug der Stadtbücherei vorgesehen. Bernd Poggemöller: „Ein genaues bauliches Konzept wird derzeit präzisiert und verfeinert.“

Kein Polizei-Umzug in den Bahnhof

Nach Angaben des Bürgermeisters ist ein Umzug der Löhner Polizeistation ins Bahnhofsgebäude vom Tisch. „Für unser Vorhaben, die Wache ins Zentrum zu verlegen, erhalten wir aber viele positive Signale“, sagte Bernd Poggemöller. Die Suche nach einem Standort dauere aber noch an.

Fest steht nach Angaben des Bürgermeisters, dass ein Konzept für den Bahnhof auch Radabstell­anlagen enthalten muss. „Derartige Überlegungen sind Bestandteil des Masterplans Mobilität. Wir rechnen in Kürze mit ersten Ergebnissen“, sagte Bernd Poggemöller. Neben dem Bahnverkehr und dem öffentlichen Personennahverkehr spiele auch der Radverkehr eine wichtige Rolle. Poggemöller: „Es soll ja auch der geplante Radschnellweg direkt vor dem Bahnhof vorbeiführen.“

Anlegen eines Auenparks an der Werre

Als weiteren wichtigen Mosaikstein für die Stadtplanung sieht der Bürgermeister die Entwicklung der Werre im Innenstadtbereich. Ziel sei es, durch das Anlegen von Wegen eine Art Auenpark mit einem erhöhten Aufenthaltswert zu schaffen. „Dazu ist auch ein Brückenschlag vom Fuße der Werretalhalle auf das andere Ufer vorgesehen“, sagte Bernd Poggemöller. Er hoffe, dass die Planungen 2020 finalisiert und von den zuständigen Gremien beschlossen würden, damit 2021 der Baubeginn erfolgen könne.

Langfristig gebe es aus seiner Sicht zwei wichtige Achsen, denen stadtplanerisch Rechnung getragen werden solle, erläuterte der Bürgermeister. Das sei zum einen die Verbindung vom Findeisen-Platz in Richtung Bahnhof, und zum anderen die Verbindung vom Bahnhof bis hin zur Werre.

Investitionen im Bildungsbereich

Auch in den Bildungsbereich wird die Stadt Löhne laut Bernd Poggemöller einiges investieren. Ein kleineres Projekt sei die Neugestaltung der Außenanlagen des städtischen Gymnasiums.

„Außerdem steht der Neubau der Grundschule Obernbeck bevor“, sagte der Bürgermeister. Das Konzept trage in besonderer Weise den drei Aspekten Schule, Übermittagsbetreuung und offener Ganztag Rechnung. Poggemöller: „Ich hoffe, dass die Auftragsvergabe bereits 2020 erfolgen kann.“ Während der Bauzeit sei ein Umzug der Schüler in Teile der ehemaligen Förderschule an der Bahnhofstraße vorgesehen.

Ein weiteres wichtiges Projekt sei die Sanierung des Bauteils C der städtischen Realschule. Dort seien vornehmlich Fachräume untergebracht. Diese datierten noch aus der Zeit, als in dem Gebäude die Hauptschule untergebracht war.

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