Mi., 15.01.2020

Die B61 sollte längst fertig sein, doch es wird wohl noch mindestens zwei Monate dauern Die Frust-Baustelle

Bis hierhin und nicht weiter: Kurz hinter der Stadtgrenze zu Löhne ist die B61 gesperrt. Seit Wochen wird hier nicht mehr gebaut.

Bis hierhin und nicht weiter: Kurz hinter der Stadtgrenze zu Löhne ist die B61 gesperrt. Seit Wochen wird hier nicht mehr gebaut. Foto: Bexte

Von Bernd Bexte

Herford/Löhne (WB). Das nervt: „Bei uns wird der Müll schon nicht mehr abgeholt.“ Zu weit wäre der Umweg für die Entsorgungsfahrzeuge. Cornelia Slowinski zeigt auf einen Container in der Zufahrt zum Haus direkt an der Vollsperrung der B 61. „Da schmeißen wir jetzt alles ungetrennt rein.“

Derzeit herrscht Stillstand an der Straßenbaustelle zwischen Herford und Löhne. Erst im Februar geht es wohl weiter. Dabei sollte die wichtige Verkehrsverbindung bereits zum Jahreswechsel wieder freigegeben werden.

„Als hier noch gebaut wurde, haben die Arbeiter unsere Mülltonnen immer auf die andere Seite gebracht.“ Denn bis dahin fahre die Müllabfuhr noch. Jetzt ist an der Baustelle aber Winterpause; sie ist komplett abgeriegelt. „Deshalb haben sie hier den Container aufgestellt.“ Vier Haushalte entsorgen derzeit ihren Müll in dem großen Stahlbehältnis. Cornelia Slowinski ärgert sich über die Bauverzögerung – und viele Autofahrer. „Hier meinen immer welche, doch noch durchfahren zu können. Sie müssen dann aber wenden und fahren dazu auf unseren Hof.“

Anwohner genervt

Hier, wenige hundert Meter hinter der Stadtgrenze zu Löhne, wo die Trasse Koblenzer Straße heißt, ist in Folge eines solchen Wendemanövers auch der Grundstückzaun kaputt. „Den hat ein Lastwagen platt gefahren“, zeigt Slowinski auf ein paar übrige gebliebene Holzlatten. „Es fahren sich auch immer wieder Lkw fest“, hat sie beobachtet. Manche Autofahrer hätten sogar versucht, die Absperrungen wegzuräumen, um durch die Baustelle zu fahren.

Dieser Zaun fiel einem Wendemanöver zum Opfer, hinten ist der Container zu sehen, in den Anwohner derzeit ihren Müll entsorgen, weil die Müllabfuhr nicht mehr kommt. Foto: Bexte

Wann der Missstand ein Ende hat, die B61 also wieder für den Verkehr frei gegeben wird, steht noch nicht genau fest. Selbst das ausführende Unternehmen möchte sich dazu nicht äußern. „Bitte wenden Sie sich mit Ihren Fragen an unseren Auftraggeber“, teilt Susanne Porsch von der Baufirma Bunte (Papenburg) mit. Auftraggeber ist der Landesbetrieb Straßen NRW.

„Wenn alles gut läuft, könnte die Baumaßnahme Mitte, vielleicht sogar Anfang März beendet sein“, sagt Sven Johanning von der Regionalniederlassung in Bielefeld. Das hänge jedoch von der Witterung ab. Die Baufirma werde erst im Februar ihre Winterpause beenden. Probleme mit einer Ferngasleitung an der zu ersetzenden Nagelsbachbrücke hätten zu der Verzögerung geführt. „Die war in der Brücke verankert. Deshalb konnte diese nicht so einfach abgerissen werden.“

Umsatzeinbußen

Nicht nur Anwohner in der unmittelbaren Umgebung sind von der Baustelle betroffen. Auch Gewerbetreibende Richtung Innenstadt schieben Frust. „Der Umsatz ist deutlich gesunken“, sagt Manuela Train, Pächterin der Avia-Tankstelle an der Mindener Straße. „Bei uns im Shop sind es Einbußen von 25 bis 30 Prozent. Vor allem kommen deutlich weniger Lkw-Fahrer.“ Auch der Hofladen Reinkensmeyer hat zuletzt deutlich weniger umgesetzt. „Anfangs wares es 50 Prozent, jetzt sind es immer noch 20 bis 30“, sagt Bernd Reinkensmeyer. Er hofft, dass die Arbeiten rasch beendet werden. „Und es ist ja auch gut, dass an der Straße was gemacht wird.“

Baustart war am 7. August. Unter anderem erhält die Trasse zwischen der Einmündung Alte Heerstraße und Häger Straße in Löhne eine neue Fahrbahndecke. Zusätzlich wird die Einmündung B61/Alte Heerstraße durch eine Linksabbiegespur verbreitert, eine Querungshilfe in die B61 eingebaut. Zudem werden die Ein- und Ausfahrspur der Alten Heerstraße auf die B61 durch eine Verkehrsinsel voneinander getrennt. Zudem wurde bereits auf Löhner Gebiet die alte Nagelsbachbrücke (Baujahr 1850) ersetzt. Auch ein Geh- und Radweg wird angelegt. Die Gesamtinvestitionssumme liegt bei 2,3 Millionen Euro.

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