Sa., 08.02.2020

David Werker tritt mit „Plötzlich seriös?!“ in Löhne auf Mit Schultasche und Sakko auf der Bühne

David Werkers alte Schultasche ist über und über bekritzelt. Statt sich für sein 16-jähriges Ich zu schämen, stellt Werker es bloß: Die Schande der Jugend kommt unverblümt auf die Bühne der Löhner Werretalhalle.

David Werkers alte Schultasche ist über und über bekritzelt. Statt sich für sein 16-jähriges Ich zu schämen, stellt Werker es bloß: Die Schande der Jugend kommt unverblümt auf die Bühne der Löhner Werretalhalle. Foto: Jenny Karpe

Von Jenny Karpe

Löhne (WB). Irgendwann hat das Studentenleben ein Ende. Das muss auch Stand-up-Comedian David Werker mit Mitte 30 einsehen. Am Donnerstag war er in der Veranstaltungsreihe „Premium Paradise“ mit seinem neuen Programm „Plötzlich seriös?!“ zu Gast in der Werretalhalle.

„Ich kann einfach alles tragen“, behauptete David Werker. „Mir steht einfach gar nichts.“ Dabei ist er jüngst von seiner typischen roten Trainingsjacke zu einem roten Sportsakko umgestiegen – stilecht mit weißen Streifen.

„Die Zeit zwischen sechs und 16 Lebensjahren war ein Jahrhundert, zwischen 16 und 26 ging es schon etwas fixer“, erinnert er sich. „Die Zeit zwischen 26 und 36 hingegen ist komplett an mir vorbeigeschossen.“

Das innere Kind hat Werker dabei

Vor zehn Jahren hatte er mit einem Auftritt bei „TV Total“ seinen Durchbruch und wurde auch durch die „1Live Hörsaalcomedy“ bekannt. „Ich bin zwar mittlerweile zehn Jahre älter, und die Themen haben sich entsprechend verändert – aber mein inneres Kind habe ich immer noch dabei“, sagte Werker. „Und alte Sprüche wie ‚Der späte Wurm verpasst den frühen Vogel’ bleiben für mich weiterhin aktuell.“

Jetzt spricht er über Drucker, Pornokonsum oder Emojis und regt sich zwischendurch über unsinnige technische Entwicklungen auf. „Es gibt Benzinmotoren, die in Autos für die Unterstützung der Elektromotoren eingebaut werden können“, sagte er. „Das ist, als würde ein Vegetarier ein Schnitzel essen, damit er genug Kraft hat, die Banane zu schälen.“ Auch Themen wie Nachwuchs („Kommt rum, wir haben wieder eins fertig“), Sonnenstudios und Partygespräche thematisiert er. Zwischendurch landet auch sein alter Schulranzen auf der Bühne, dessen obszöne Kritzeleien nicht völlig jugendfrei sind.

„Rückwirkend kann ich zu meinem 16-jährigen Ich nur sagen: David, dafür, dass du erst mit 20 Jahren entjungfert wurdest, steht auf deiner Tasche ganz schön oft ‘Fuck’ geschrieben.“

Das Programm stellt David Werker regelmäßig um – außerdem lässt er sich viel Zeit, um zwischendurch Späßchen mit dem Publikum des Abends zu machen. „Mir ist wichtig, dass die Leute nach Hause gehen und ein persönliches Erlebnis hatten“, sagte er. „Wenn ich ein paar Namen kenne und verwende, fühlen sich alle involviert.“

Das Publikum wird einbezogen

Immer wieder wurde zum Beispiel der Finanzbuchhalter Markus Schroeder aus Preußisch Oldendorf Teil der Witze des Comedians. „Es ist ein spannendes Gefühl, von der Bühne aus so angesprochen zu werden“, sagte er. „Da muss man über sich selbst lachen können.“

Auch andere Gäste werden mehr oder weniger freiwillig von Werkers Sprüchen erwischt. Beim Publikum kommt das gut an. „Ich habe David Werker hier in der Werretalhalle gesehen, als er mit ‚Nightwash‘ Ende November zu Gast war“, sagte Markus Schroeder. „Da war mir klar: Ich brauche bei Werkers Auftritt einen Platz in der ersten Reihe.“

Der Comedy-Waschsalon „Nightwash“ kehrt in der Veranstaltungsreihe „Premium Paradise“ am Freitag, 6. März, um 20 Uhr in die Werretalhalle zurück. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

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