Weltstar hält Neu-Löhner Guderian für „besser als Ed Sheeran“ – Konzert am 15. März
Pink hat er schon begeistert

Löhne (WB). Das nächste Sonntagskonzert im Alten Wartesaal Erster Klasse im Bahnhof bestreitet ein Neu-Löhner: Isaak Guderian, 25 Jahre alt und als Berufsmusiker viel in ganz Deutschland unterwegs, freut sich auf ein erstes Konzert ganz nah an seinem Zuhause. Mit seiner Frau und dem fast zweijährigen Sohn lebt der gebürtige Portaner, der schon seit 13 Jahren mit seiner Musik auftritt, seit 2018 in Obernbeck. „Ich wohne dort. Dass ich in Löhne lebe, wäre zu viel gesagt“, meint Guderian. Weil er so viel unterwegs ist, kennt er wenig von der Stadt. Aber die Löhner können ihn demnächst besser kennenlernen: beim Auftritt am Sonntag, 15. März, um 15 Uhr im Bahnhof.

Mittwoch, 04.03.2020, 07:20 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 07:40 Uhr
Isaak Guderian (links) ist Berufsmusiker : Aileen Poggemöller und Jörg Dahlbeck freuen sich, dass mit ihm die Konzertreihe in Alten Wartesaal des Löhner Bahnhofs fortgesetzt wird. Foto: Berning
Isaak Guderian (links) ist Berufsmusiker : Aileen Poggemöller und Jörg Dahlbeck freuen sich, dass mit ihm die Konzertreihe in Alten Wartesaal des Löhner Bahnhofs fortgesetzt wird. Foto: Berning

Aileen Poggemöller und Jörg Dahlbeck haben die Veranstaltungsreihe im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Bisher gab es zwei Konzerte, das erste mit dem Duo „White Coffee“ aus Herford, das zweite mit dem Sänger Moe aus Bielefeld. Gleich beim ersten Konzert war auch Isaak Guderian schon zu erleben, der den Sänger von „White Coffee“ gut kennt. „Eigentlich war ich nur als Zuhörer gekommen, aber dann habe ich nach einem kurzen Soundcheck zehn Minuten bestritten. Und am Ende waren wir drei zusammen auf der Bühne“, erinnert sich Guderian.

„Wow, this boy can sing“

Diese Bühne gehört ihm beim Konzert im März ganz alleine, aber das ist nichts Neues für Guderian. Seit seinem zwölften Geburtstag tritt er als Straßenmusiker auf, mit Gesang und Gitarre. Wer ihn nicht aus einer Fußgängerzone kennt, hat ihn vielleicht über YouTube erlebt, wo er eigene Videos mit Coverversionen großer Hits postet. Diese haben meist Aufrufe im vier- bis fünfstelligen Bereich, bis auf eines: Guderians Version des Pink-Hits „Who knew“. Und das ist eine Geschichte, die der 25-Jährige – anders als seine Teilnahme bei der TV-Sendung X-Factor vor mehr als zehn Jahren – gern erzählt.

Die Zeitschrift Glamour aus New York zeige Künstlern Videos mit Coverversionen ihrer Hits und filme ihre Reaktion darauf, erzählt Guderian. Der weltbekannten Sängerin Pink wurde unter anderem das Video des Löhners mit ihrem Hit präsentiert, und die war begeistert: „Wow, this boy can sing“, habe sie gesagt. Und ergänzt, dass er ihr besser gefalle als Ed Sheeran. Auf diese Reaktion des Stars ist Guderian immer noch stolz. Und das YouTube-Video hat mehr als eine halbe Million Aufrufe – unglaublich.

Mit Hutkonzerten gestartet

Jörg Dahlbeck und Aileen Poggemöller sind allerdings nicht durch das Video, sondern durch den Auftritt mit „White Coffee“ auf die Idee gekommen, Guderian zu verpflichten. Auch wenn sich die beiden noch mehr Zuhörer bei ihren Veranstaltungen am Sonntagnachmittag wünschen, sind sie doch mit den ersten beide Konzerten sehr zufrieden: „Die Leute kamen, es war ganz unaufgeregt, wie bei einem Wohnzimmerkonzert. Solche eine Heimeligkeit, von Anfang an“, freut sich Aileen Poggemöller. Und Jörg Dahlbeck erinnert daran, dass für die Hutkonzerte, für die kein Eintritt genommen wird, noch Konzertpaten willkommen sind. Die Künstler sollen nicht komplett von den Hutspenden abhängig sein, ist die Vorstellung der beiden ehrenamtlich tätigen Veranstalter. Der Konzertpate würde sich bereiterklären, die Differenz zwischen der Hutspende und dem mit dem Künstler vereinbarten Betrag zu bezahlen.

Musik ohne Noten zu lesen

Guderian berichtet, dass er von seiner Musik leben kann. Auftritte bei Hochzeiten, Geburtstagen oder Betriebsfeiern sind ein festes Standbein, das finanzielle Freiheit schafft und Erfahrungen bringt. Für diese Auftritte verfügt er über ein breites Repertoire, von Coverversionen neuester Hits bis hin zu alten Songs von John Denver. Im Wartesaal will er aber auch mit selbstkomponierten Stücken auftreten, für die er englische Texte schreibt. Das ist auch eine Vorbereitung auf die erste Single, die in den kommenden Wochen auf den Markt kommen soll. Markt – das bedeutet heutzutage Streamingdienste und Playlists. Damit das klappt, nutzt Guderian die Dienste eines Verlags.

„Freiheit beim Spielen“

Der Berufsmusiker kann übrigens erstaunlicherweise keine Noten lesen und hat auch keine musikalische Ausbildung im herkömmlichen Sinne, sondern hat sich alles – bis auf ein halbes Jahr Gitarrenunterricht für den Feinschliff – selbst beigebracht. Guderian findet, das gebe ihm mehr „Freiheit beim Spielen“ und erhalte seine Kreativität. Und um die besser ausleben zu können, will er noch dieses Jahr eine Crowdfunding-Kampagne starten, um der Single möglichst bald eine EP nachfolgen zu lassen.

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