Fünf katholische Gemeinden in Löhne, Bad Oeynhausen, Vlotho und Porta Westfalica beteiligen sich – mit Rad oder Zug zur Arbeit
Fasten geht auch beim Auto

Bad Oeynhausen/Löhne/Vlotho (WB). Süßigkeiten, Alkohol oder Fleisch sind Klassiker, auf die in der Fastenzeit verzichtet wird. Einen neuen Impuls in Zeiten des Klimaschutzes will der Pastorale Raum Werre-Weser setzen: Wieso nicht mal das Auto stehen lassen?

Samstag, 07.03.2020, 10:00 Uhr
Andrea Bittner (von links), Ulrich Geschwinder und Lucas Ostrau wollen mit gutem Beispiel vorangehen und beim vierwöchigen „Autofasten“ im Alltag öfter das Rad benutzen. Foto: Lydia Böhne
Andrea Bittner (von links), Ulrich Geschwinder und Lucas Ostrau wollen mit gutem Beispiel vorangehen und beim vierwöchigen „Autofasten“ im Alltag öfter das Rad benutzen. Foto: Lydia Böhne

Mit ihrer lokalen Aktion schließen sich die fünf katholischen Gemeinden St. Peter und Paul (Bad Oeynhausen), St. Johannes Evangelist (Eidinghausen), St. Laurentius (Löhne), St. Walburga (Porta Westfalica) und Heilig Kreuz (Vlotho) der bestehenden Aktion „Autofasten“ an, die vor allem in Süddeutschland verbreitet ist.

Eigene Mobilität überdenken

Die Herausforderung besteht darin, während der Fastenzeit vom 4. März bis zum 4. April die eigene Mobilität und das Verhältnis zur Nutzung des Autos im Alltag zu überdenken und stattdessen Alternativen wie Bus, Bahn oder das Rad in Betracht zu ziehen. „Letztes Jahr haben wir in den Gemeinden Plastik gefastet. Die Idee, auf das Auto zu verzichten, fanden wir sehr passend, um die Umwelt zu schonen“, berichtet Lucas Ostrau, der die Aktion mit Andrea Bittner und Ulrich Geschwinder für den Pastoralen Raum initiiert hat.

Was schön klingt, birgt in der Realität oftmals Tücken, das weiß auch Lucas Ostrau. Etwa 1000 Kilometer legt er nach eigener Aussage im Monat mit dem Auto zurück. Von Löhne fährt der Lehrer täglich mit dem Auto zum Immanuel-Kant-Gymnasium ins benachbarte Bad Oeynhausen.  „Als Organist fahre ich manchmal nach Porta oder Vlotho“, fügt Ostrau hinzu. Auch wenn er glaubt, in den kommenden vier Wochen nicht ganz auf das Auto verzichten zu können: Zumindest den Weg zur Arbeit will er künftig einsparen.

Umgewöhnung – vor allem bei Regen

Dafür hat er sich bereits eine Monatskarte für den Zug gekauft. Vom Bahnhof geht es dann weiter mit dem Rad zur Schule. „Ich habe immer zwei bis drei Taschen dabei, das wird schon eine Umgewöhnung – vor allem bei Regen“, überlegt Lucas Ostrau. „Ich habe einige Kollegen, die das so machen und zum Beispiel ein Klapprad haben, das bequem in die Bahn passt“, erläutert der Löhner.

„Wenn man das Rad so tragen kann, zählt es noch als Gepäckstück und kostet nichts extra. Das gilt auch, wenn man das Vorderrad abnimmt“, weiß Andrea Bittner. Die Löhnerin nutzt ihr Rad im Alltag viel.

Für den dreieinhalb Kilometer langen Arbeitsweg von Gohfeld nach Mennighüffen braucht sie etwa 15 Minuten. „Obwohl wir so ländlich wohnen, haben wir für Radfahrer eigentlich ganz gute Bedingungen“, findet Andrea Bittner. Auch den Einkauf erledigt die Löhnerin in der Regel mit dem Rad, das über einen ausklappbaren Korb verfügt.  Auch beim Einkauf sieht Lucas Ostrau Potenzial: „Den ersten großen Monatseinkauf kann man ja mit dem Auto erledigen, aber Kleinigkeiten dann mit dem Rad transportieren.“

Überdachter Fahrradständer fehlt

Was das Abstellen des Rades angeht, sind den Organisatoren bereits zwei Dinge aufgefallen. „Der Löhner Bahnhof hat leider keine Radstation. Zweimal wurde es mir dort schon geklaut“, sagt Lucas Ostrau. Außerdem gibt es an der Kirche St. Laurentius keinen überdachten Fahrradständer.

„Die Aktion ist ein Impuls, um das vielleicht künftig zu ändern“, überlegt Andrea Bittner. Schwierig gestaltet sich die Aktion für Ulrich Geschwinder. Als Gemeindereferent im Pastoralen Raum und Mitarbeiter der Telefonseelsorge Bielefeld ist er viel unterwegs. Etwa 36.000 Kilometer im Jahr ergab ein Blick auf den Tacho.

„Mit dem Auto brauche ich 30 Minuten. Mit dem Zug und zu Fuß über eine Stunde“, bedauert Geschwinder. Trotzdem hat er sich vorgenommen, die Strecke von Porta nach Bielefeld ohne Auto zu bewältigen. „Ich denke, es ist wichtig, sich realistische Ziele zu stecken. Man muss nicht von heute auf morgen gänzlich verzichten“, sagt Ulrich Geschwinder. Der Gemeindereferent würde sich freuen, wenn viele auch nach der Fastenzeit nachhaltig ihre Mobilität überdenken würden.

Kommentare

Mathias Anderer  schrieb: 08.03.2020 09:35
Corona fährt auch mit
" stattdessen Alternativen wie Bus, Bahn oder das Rad in Betracht zu ziehen. "

Für Bus und Bahn gilt:
Corona wird's freuen!
1 Kommentare
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