Sa., 04.04.2020

Junges Start-Up stellt verschiedene Honigweine her In Löhne reift ein edler Tropfen

Von Gabriela Peschke

Löhne (WB). Die Brüder Lauer haben aus ihrer Lust ein Geschäft gemacht: Süßes, edel vergoren, in feine Flaschen gefüllt – und schon ist er fertig, der Met made in Löhne. Was als Weinlaune begann, kann jetzt als aromatischer Fruchtwein käuflich erworben werden. In vier ausgewählten Läden will das Start-Up seine feinen Flaschen in der Region anbieten.

Leon und Luca Lauer sitzen auf der Sonnenterrasse der Pension „Weinsiedelei“. Vor ihnen steht eine Flasche Vipera bianca. Was den klangvollen Namen „weiße Viper“ trägt, kommt direkt aus dem Keller der Pension. Denn dort lagern die beiden Söhne aus der Windmann-Familie ihre Weinfässer.

Hier unten, im Bruchsteinkeller, wo die Luftzirkulation genau passend für den Gärprozess ist, stehen die Holzfässer aus Akazie, Maulbeerbaum und Eiche sowie die gläsernen Weinballons. „Hergestellt wird der Wein aber auf einer lebensmitteltechnisch bestens ausgerüsteten Anlage nebenan im Getränkehandel“, erläutern die Enkel des Firmengründers Windmann.

Erste Versuche vor zwei Jahren

Insgesamt 2,5 Hektoliter stehen schon zum Verkauf bereit, das sind mehr als 300 Flaschen. Auf schickem, teils handbeschriebenen Etikett kündet der Wein von seiner Herkunft aus der Werre­stadt, obwohl das junge Unternehmen seinen Sitz in Aachen hat. „Die Trauben haben wir zum Teil hier im elterlichen Garten gepflückt“, erläutert Leon Lauer. Der 23-Jährige studiert in Aachen Biomedizintechnik.

Dort hat er durch Zufall einen Start-Up-Berater kennengelernt, der „dabei geholfen hat, aus dem Experiment ein verkaufsfähiges Produkt zu machen“, ergänzt der Student, der sich Vertrieb und Marketing der jungen Firma „Vipera Honeywine and Spirits“ auf die Fahnen geschrieben hat. Bruder Luca zeichnet für die Finanzen verantwortlich. Der dritte Compagnon Henrik Elsner betreut die technischen Prozesse.

„Wir mögen alle gern mal einen ‚guten Tropfen‘ trinken. Und vor knapp zwei Jahren haben wir einfach mal ein bisschen experimentiert, ob wir nicht auch selber was zaubern können“, blickt Leon Lauer zurück. So wurde Honig auf Wasser mit Hefe angesetzt und „in Ruhe gelassen, bis ein köstlicher Wein daraus wurde“, wie Lauer es nennt. Das Ergebnis konnte sich sehen und schmecken lassen: glasklarer Honigwein mit fein-süßer Note. Inzwischen wird auch mit verschiedenen Saftnoten und Früchten vergoren, darunter ein Sauerkirsch-Marasca-Mix für die Premium-Edition.

Met wird auf Holzfässern vergärt

Als Jungunternehmer haben die Studenten nun alle Hände voll zu tun: Vertriebsstruktur aufbauen, Produkt- und Preispolitik festlegen und natürlich weiter produzieren. „Eine Herausforderung“, stellt Leon Lauer fest. Aber man spürt seine Freude, wenn er mit dem so genannten Refraktometer eine Probe frischen Weins aus dem Fass zieht, um den Restzuckergehalt zu prüfen oder sich schlicht am „Blubbern“ der Gär-Röhrchen erfreut, die auf den Weinballons sitzen und den Reifefortschritt anzeigen.

Will er auf absehbare Zeit ganz groß einsteigen in das Geschäft mit Weinen und Spirituosen? „Wir sehen uns eher in einer Gourmet-Nische für Kenner und Genießer“, verrät Lauer. Denn: „In Deutschland sind wir die einzigen, die Met auf Holzfässern vergären.“ Das dauere länger, aber sorge für eine ganz individuelle Geschmacksnote, je nach Holzart: „Ein gutes handwerkliches Produkt wollen wir herstellen, nachhaltig gereift und mit künstlerischem Anspruch.“ Das darf dem Kunden dann auch bis zu 40 Euro pro Flasche wert sein.

www.vipera-honigweine.de

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7356280?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514619%2F