Viele Läden dürfen wieder öffnen – Bruno Kleine bleibt voraussichtlich geschlossen
Neustart im Handel mit Abstrichen

Löhne (WB). Ein Großteil der Löhner Einzelhändler und Geschäftstreibenden kann ein Stück weit aufatmen. Laut Beschluss der Bundesregierung dürfen von Montag an wieder alle Geschäfte unter einer Größe von 800 Quadratmetern öffnen – vorerst und unter Auflagen. Doch längst nicht alle Löhner Geschäftstreibenden sind von Montag an wieder für ihre Kunden da.

Mittwoch, 15.04.2020, 05:37 Uhr aktualisiert: 16.04.2020, 18:40 Uhr
Während in der Fußgängerzone am Montag Läden wieder öffnen dürfen, herrscht beim Fachmarkt Expert Döring keine finale Klarheit. Geschlossen bleibt vorerst das Modehaus Bruno Kleine (unten links). Bei der Buchhandlung Dehne freut man sich auf den „Neustart“. Foto: Lydia Böhne
Während in der Fußgängerzone am Montag Läden wieder öffnen dürfen, herrscht beim Fachmarkt Expert Döring keine finale Klarheit. Geschlossen bleibt vorerst das Modehaus Bruno Kleine (unten links). Bei der Buchhandlung Dehne freut man sich auf den „Neustart“. Foto: Lydia Böhne

„Vorerst können sich die Einzelhändler an der bestehenden Corona-Schutzverordnung orientieren“, sagt Ursula Nolting, Sprecherin der Stadt Löhne. Bei Fragen der Geschäftstreibenden sind Mitarbeiter der Stadt über die Corona-Hotline, unter Telefon 05732/100111, an diesem Freitag von 8 bis 17 Uhr sowie an diesem Samstag von 10 bis 13 Uhr zu erreichen.

Nach jetziger Corona-Schutzverordnung sind Ladenbesitzer dazu angehalten, dass Kunden einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche im Geschäft ist, sogenannte Spuckschutze an Kassen aufgestellt werden, Einlassregeln befolgt werden und den Kunden bestenfalls Desinfektionsspray zum desinfizieren der Hände angeboten wird. „Inwieweit einzelne Geschäfte Verkaufsflächen verkleinern können, damit das Geschäft eröffnen kann, wird genau durch das Landesministeriums geklärt“, sagt Ursula Nolting.

Fest steht, dass das Verkaufshaus des Marienfelder Bekleidungsherstellers Bruno Kleine vorerst nicht öffnen darf, da es über 800 Quadratmeter an Verkaufsfläche hat. „Das ist eine Ungleichbehandlung, die seines Gleichen sucht“, äußert sich Geschäftsführer Andreas Kleine im Gespräch mit dieser Zeitung.

Unklarheit bei Döring

Dem Beschluss der Bundesregierung nach darf Rainer Döring, Geschäftsführer von Expert Döring, nur eines seiner vier Geschäfte öffnen. „In Herford werden wir am Montag definitiv öffnen“, sagt Rainer Döring. Die Verkaufshäuser in Löhne, Lübbecke und Bad Salzuflen fallen derzeit unter die Begrenzung. „An allen Standorten bereiten wir uns dennoch auf eine Wiedereröffnung vor“, sagt Rainer Döring. In den vergangenen Tagen habe er bereits vorgesorgt, dass jegliche derzeit bestehenden Hygienevorschriften und Schutzmaßnahmen in allen vier Verkaufsläden ad hoc umgesetzt werden können.

„Die bisherige Untersagung der Öffnung dreier Verkaufshäuser gleicht einer Wettbewerbsverzerrung, wenn nur 400 Meter weiter andere Händler sortimentsgleiche Ware vertreiben dürfen“, sagt Rainer Döring in diesem Zusammenhang. Der Geschäftsführer wünscht sich eine andere Art der Begrenzung. „Ein Quadratmeterschlüssel pro Kunde ist für mich wesentlich nachvollziehbarer“, sagt er. Allgemein komme es im Geschäft, egal welcher Größe, immer auf ein kooperatives Verhalten der Kunden an. Etwa 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Expert Döring über den stationären Handel. „Eine weitere Schließung gefährdet unsere Existenz“, sagt der Geschäftsführer. Nun hoffe er auf eine Lösung.

Einkaufsmeile und Werbegemeinschaft freuen sich

„Es ist das erhoffte positive Signal für unsere kleinen Läden in Mennighüffen“, sagt Regina Nagel, die interimsweise wieder den Vorsitz der Einkaufsmeile Mennighüffen übernommen hat. Viele Läden und Geschäfte hätten sich in den vergangenen Tagen mit Lieferservicen probiert über Wasser zu halten. „Nicht jeder unserer Mitglieder konnte aus dem Stand einen Online-Shop ins Leben rufen“, sagt sie: „Wichtig ist nun, dass der Handel im Ort wieder ins Rollen kommt, damit unsere kleinen Geschäfte und Läden auch in Zukunft für Mennighüffen erhalten bleiben“.

„Persönlich als Kundin hat mich die Nachricht der Lockerungen sehr gefreut“, sagt Britta Lehmann, Geschäftsführerin der Löhner Werbegemeinschaft. Dennoch bewegt sie die Aufteilung der Geschäfte in eine Größe über und unter 800 Quadratmetern. „So werden unsere Einkaufsstraßen zerrissen, wenn beispielsweise das Modehaus Bruno Kleine oder Expert Döring nicht öffnen dürfen, aber alles drum herum geöffnet hat“, sagt die Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft.

„Da wurde auch eine Flasche Wein geöffnet“

Kirsten Beul, Inhaberin der Buchhandlung Dehne, ist sich sicher: „In der Innenstadt sowie in Mennighüffen werden wir unsere Geschäfte von Montag an wieder öffnen.“ Bereits in den vergangenen Tagen hat die Inhaberin vorgesorgt. „Für meine Mitarbeiter habe ich etwa 200 Schutzmasken auf Lager“, sagt Kirsten Beul. Zudem wolle sie in den Buchläden Abstandsmarkierungen auf dem Boden anbringen und sogenannte Spuckschutze an den Kassen aufstellen. „Die Freude am Mittwochabend war riesig. Da wurde auch eine Flasche Wein geöffnet“, verrät die Inhaberin.

Trotz der Wiedereröffnung der Läden möchte Kirsten Beul am Lieferservice festhalten. „Gerade für ältere Menschen und Familien mit Kindern hat sich der Lieferservice in den vergangenen Tag mehr als bewährt“, berichtet sie. Wie genau Einlassregelen oder weitere Hygienevorschriften für die Geschäfte aussehen werden, darüber werde sie in den kommenden Tagen von der Stadtverwaltung informiert. „Wir arbeiten ab Montag in zwei Schichten, sodass sich unsere Mitarbeiter nicht begegnen“, sagt Kirsten Beul. Zudem wird es von Montag an vorerst eine Mittagspause im Mennighüffener Buchladen geben. „Wir sind dort vorerst von 9 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr für unsere Kunden da“, sagt Kirsten Beul.

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