Friedrich Korte spielt mit Drehorgel vor Seniorenzentrum An der Werre
„Schneewalzer“ gegen die Einsamkeit im Seniorenzentrum

Löhne (LZ). Für eine kleine Abwechslung in der zur Zeit ungewöhnlichen Situation hat Friedrich Korte am Dienstag mit seiner Drehorgel vor dem Seniorenzen­trum An der Werre gesorgt. Auf ihren Balkonen oder in ihren Zimmern konnten die Bewohner bei schönem Wetter die Klänge des Instruments genießen. Ermöglicht hat dies die bundesweite Aktion „Hand in Hand – Schausteller helfen im ganzen Land“.

Donnerstag, 23.04.2020, 06:06 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 06:10 Uhr
Friedrich Korte (links) sorgt mit seiner Drehorgel für Unterhaltung. Dirk Küchenmeister hatte den musikalischen Nachmittag organisiert. Foto: Kristin Wennemacher
Friedrich Korte (links) sorgt mit seiner Drehorgel für Unterhaltung. Dirk Küchenmeister hatte den musikalischen Nachmittag organisiert. Foto: Kristin Wennemacher

Friedrich Korte spielt seit rund 50 Jahren Drehorgel. „Früher haben sie mich für verrückt erklärt“, lacht er. Aber das ließ ihn nicht von seinem Hobby abhalten. Und so kam es, dass er seit vielen Jahren kleine Auftritte in der Umgebung hat und sein großes Repertoire an Liedern vorstellt.

Für seine zweistündige Aufführung am Dienstag brachte er seine zehn Jahre alte Drehorgel und zwei Koffer voller Notenrollen mit. Mit Mikrofon und Lautsprechern beschallte das Instrument jede Seite des Seniorenzentrums und weckte mit seinen Liedern bei den Bewohnern Erinnerungen an eine frühere Zeit. Darunter waren Stücke wie „Wien bleibt Wien Marsch“ von Johann Schrammel und das Singspiel „Im weißen Rößl“ von Ralph Benatzky.

Auch der „Schneewalzer“ von Thomas Koschat durfte nicht fehlen.„Man braucht nur Musik – und dann kommen sie“, freut sich der Drehorgelspieler über die Bewohner, die auf ihren Balkonen Platz nahmen oder aus ihren Zimmern zuhörten. „Wir möchten Ihnen ein paar Minuten Abwechslung geben“, erklärte Schausteller Dirk Küchenmeister.

„Es ist Musik von früher. Da schunkeln sie mit“

Er hatte die Aktion vor den Türen des Seniorenzentrums organisiert. Auf Grund der aktuellen Situation sind Schausteller derzeit arbeitslos und engagieren sich daher in verschiedenen Bereichen, um einen kleinen Beitrag zu leisten. Dirk Küchenmeister organisierte in letzter Zeit ähnliche Aktionen vor Seniorenheimen in Herford. Es gebe stets eine positive Rückmeldung der Bewohner, sagte er. „Es ist Musik von früher. Da schunkeln sie mit“, fügt er hinzu.

Claudia Pricken-Ahlersmeyer, zuständig für die Veranstaltungsorganisation des Seniorenzen­trums, ist froh über solche Auftritte. Denn auch Veranstaltungen im Haus, unter anderem das Kegeln, fallen momentan aus. Deshalb setzt das Seniorenzentrum auf Einzelbetreuung.

Auch Spaziergänge innerhalb der Station bleiben möglich. „Die Bewohner brauchen eine Tagesstruktur“, sagt sie. In der vergangenen Woche trat ein Bläser der Kirchengemeinde Löhne-Ort vor dem Seniorenzentrum auf. Am Wochenende folgt die nächste musikalische Unterhaltung, dann von der Kirchengemeinde Obernbeck.

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