Bis Ende Mai sollen weitere 42 Tonnen Beton verschwinden
Arbeiten am Löhner Wehr gehen weiter

Löhne (WB). Um für das 10.000-jährige Hochwasser gewappnet zu sein, müssen die Staubalken des Löhner Wehrs um 76 Zentimeter verkleinert werden. Eigentlich sollten die Arbeiten dafür schon Ende Dezember abgeschlossen sein. Doch die Witterung und die Corona-Krise haben laut Steffen Veenaas, Vorstand des Werre-Wasserverbandes, die Arbeiten verzögert. Seit dieser Woche wird wieder am Betonbauwerk aus den 1970er-Jahren gearbeitet. Neues Ziel zur Fertigstellung ist nun Ende Mai.

Donnerstag, 30.04.2020, 07:25 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 07:30 Uhr
Um exakt 76 Zentimeter werden die Staubalken verkleinert. Bis Ende Mai sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Notwendig machen diese die DIN-Norm 19700, die vorschreibt, dass das Löhner Wehr bei extremem Hochwasser mehr Durchlass haben muss. Foto: Jenny Karpe
Um exakt 76 Zentimeter werden die Staubalken verkleinert. Bis Ende Mai sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Notwendig machen diese die DIN-Norm 19700, die vorschreibt, dass das Löhner Wehr bei extremem Hochwasser mehr Durchlass haben muss. Foto: Jenny Karpe

Spezialunternehmen im Einsatz

Die DIN-Norm 19700 schreibt vor, dass das Wehr bei extremem Hochwasser mehr Durchlass haben muss. Deshalb muss jeder der vier Staubalken um 76 Zentimeter verkleinert werden. 220.000 Euro sind im November für die Maßnahme angesetzt worden. „Durch die Verzögerungen kommt es bei den Kosten zu keinerlei Steigerung“, erklärt Steffen Veenaas. Durch vier Tore kann das Wasser am Löhner Wehr geflutet werden. 42 Tonnen Beton sind bereits an zwei Staubalken verschwunden. Bis Ende Mai sollen nun auch die restlichen 42 Tonnen Beton folgen. „Das bedeutet, dass ein Spezialunternehmen samt Autokran von Nöten ist, um die Vorgabe des Deutschen Instituts für Normung (DIN) am Wehr des Hochwasserrückhaltebeckens umzusetzen“, berichtet Steffen Veenaas.

Monatelang im Winterschlaf

Neben den Sägearbeiten werden die Oberflächen der Staubalken neu versiegelt. „An der Schnittkante werden durch eine Spezialfirma Edelstahlplatten montiert“, sagt Steffen Veenaas. Dieses Prozedere sei ein Grund gewesen, warum sich die Baustelle monatelang im „Winterschlaf“ befunden habe. Zwischen dem Beton der Staubalken und den Edelstahlplatten muss ein Spezialbeton gegossen werden. „Diese Arbeiten können nur angegangen werden, wenn die Temperaturen Tag und Nacht über sechs Grad liegen“, verdeutlicht Steffen Veenaas. Aufgrund der Erfahrung der Vorjahre habe man auch 2019 mit einem sehr milden Dezember gerechnet, „doch die Temperaturen haben nicht mitgespielt.“

An einem Staubalken sind im November schon die Edelstahlplatten montiert worden. Nun laufen die Arbeiten parallel wieder an. „An einem Balken wird gesägt, am anderen die Edelstahlplatte eingefügt“, berichtet Steffen Veenaas.

Niedrigwasser begünstigt Arbeiten

Für den Vorstand des Werre-Wasserverbandes ist die Baumaßnahme am Löhner Wehr ein Sonderfall. „Eigentlich ist es nicht üblich, dass ein Bauwerk aus den 1970er-Jahren nun schon wieder überarbeitet werden muss“, sagt er. Neben den baulichen Veränderung ist auch die Technik der Anlage im vergangenen Jahr erneuert worden. „Das Wehr gilt nach Abschluss der Bauarbeiten quasi als Neubau“, sagt Steffen Veenaas. Er hofft, dass es in den kommenden Wochen keine extremen Wetterveränderungen gibt. Denn auch das derzeitige Niedrigwasser kommt den Arbeiten zu Gute.

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