Quote im Offenen Ganztag steigt seit Jahren – Stadt Löhne weitet das Angebot aus
Immer mehr Kinder in der Betreuung

Löhne (WB). Die Grundschule in Löhne-Ort bekommt eine ergänzende OGS-Gruppe, an den anderen Schulstandorten wird der Bedarf durch Überbelegungen zunächst aufgefangen. Diese Änderungen sollen bereits zum neuen Schuljahr 2020/2021 wirksam werden.

Mittwoch, 20.05.2020, 04:34 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 05:18 Uhr
Seit Jahren steigt in Löhne die Betreuungsquote im Offenen Ganztag: Mit aktuell 451 Plätzen beträgt sie gut 33 Prozent. Foto: Louis Ruthe
Seit Jahren steigt in Löhne die Betreuungsquote im Offenen Ganztag: Mit aktuell 451 Plätzen beträgt sie gut 33 Prozent. Foto: Louis Ruthe

Seit Jahren steigt in Löhne die Betreuungsquote im Offenen Ganztag: Mit aktuell 451 Plätzen beträgt sie gut 33 Prozent, im kommenden Schuljahr soll sie auf 35 Prozent zunehmen – bei weiter wachsendem Bedarf. Denn der Rechtsanspruch ab 2025 macht auch für Löhne eine 50-Prozent-Quote wahrscheinlich. Trotz der Steigerung reichen die OGS-Plätze aktuell nicht aus. Das bekommen besonders Löhne-Ort, der Schulverbund Mennighüffen-Halstern und die Grundschule Obernbeck deutlich zu spüren.

Neue Gruppe in Löhne-Ort

Am Schulstandort Löhne-Ort werden aktuell 77 Kinder in drei Gruppen betreut. Für das neue Schuljahr fehlen aber bereits 23 Plätze, also fast eine ganze Gruppe, allesamt für Kinder mit nachgewiesen dringendem Betreuungsbedarf durch Berufstätigkeit der Eltern. Die dafür notwendigen Räumlichkeiten sollen zunächst nur provisorisch bereitgestellt werden, wie die Verwaltung jetzt im Schulausschuss darlegte.

Gedacht ist an eine Unterbringung im Schulgebäude und eine Mitversorgung aus der dortigen Küche für die anstehende vierte Gruppe. Hintergrund dieser Übergangslösung ist, dass an der Grundschule Löhne-Ort insgesamt umfangreiche bauliche Maßnahmen erforderlich sind. Diese sollen wiederum vor dem Hintergrund des neuen OGS-Rahmenkonzepts angegangen werden, das eine Wiederspiegelung des grundsätzlichen Schulkonzepts in seiner baulichen Form vorsieht.

Kosten steigen

Gleichwohl wird durch die vierte Gruppe in Löhne-Ort der Personalschlüssel angepasst. In einer Umverteilung der Kapazitäten werden nunmehr sieben (bisher: fünf) Erzieherinnen mit veränderten Stundenanteilen sowie eine Ergänzungs- und eine Hauswirtschaftskraft eingesetzt. Das Gesamtstundenkontingent bleibt mit 195,5 Stunden (bisher: 192,5) quasi konstant. Dieser Ansatz orientiert sich bereits an dem jüngst verabschiedeten neuen OGS-Rahmenkonzept.

Hierfür erwartet die Verwaltung im laufenden Jahr Gesamtkosten von etwas über 30.000 Euro, in den Folgejahren jeweils knapp 60.000 Euro. Dem stehen Einnahmen durch Elternbeiträge und Landesförderung gegenüber. Letztlich kämen als Differenz auf den städtischen Haushalt in 2020 Mehrkosten von knapp 14.000 Euro und in den Folgejahren jeweils gut 18.000 Euro zu.

An der Grundschule in Mennighüffen-West werden derzeit 31 Kinder im Offenen Ganztag betreut, das entspricht bereits einer Überbelegung von sechs. Durch eine zusätzliche fremdfinanzierte Hauswirtschaftskraft könne sich das pädagogische Personal hier ausschließlich auf die Kinderbetreuung konzentrieren, hieß es seitens der Verwaltung.

Für das kommende Schuljahr deutet sich ein Fehlbedarf von acht Plätzen an, was zu einer Überbelegung mit insgesamt 33 Kindern führen würde. Aus Sicht der Verwaltung ist diese Lösung vertretbar, da die pädagogische Betreuung sichergestellt ist.

Pionierarbeit in Obernbeck

In Halstern, wo der Offene Ganztag vor zwei Jahren offiziell mit seinerzeit 22 Kindern gestartet ist, werden derzeit 26 Kinder betreut. Zum kommenden Schuljahr wird ein Fehlbedarf von acht Plätzen erwartet, wie die Verwaltung ausführte. Die räumlichen Möglichkeiten sind vorhanden, die pädagogischen Ressourcen müssten bei dem Team aus Erzieherin und Ergänzungskraft gebündelt werden, indem eine zusätzliche Hauswirtschaftskraft diese entlastet.

Im laufenden Jahr entstünden dadurch Kosten von gut 9.000 Euro, in den Folgejahren von rund 20.000 Euro. Nach Entlastung durch Elternbeiträge und Landesförderung wäre im Haushalt 2020 eine Differenz von gut 3000 Euro und in den Folgejahren von gut 6000 Euro zu berücksichtigen.

Am Schulstandort Obernbeck werden aktuell 50 Kinder in zwei Gruppen im Offenen Ganztag betreut. Für das kommende Schuljahr wird ein Fehlbedarf von zehn Plätzen erwartet. Noch vor den Sommerferien zieht die Grundschule jedoch vorübergehend in den alten Teil der ehemaligen Werretalschule, damit das derzeitige Schulhaus renoviert werden kann. Unter den dort räumlich beengten Verhältnissen müssten sich der Offene Ganztag, die Übermittagsbetreuung und das allgemeine Schulgeschehen sowohl logistisch als auch inhaltlich stark koordinieren, hieß es in den Ausführungen der Verwaltung.

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