Mennighüffener SPD-Mitglieder gehen auf Erkundungstour im Naturschutzgebiet
Neue Beobachtungsplattform geplant

Löhne (WB). „Ein Drittel des Naturschutzgebietes auf der Blutwiese ist durch den Bau der Nordumgehung verloren gegangen,“ berichtete Klaus Nottmeyer, Leiter der Biologischen Station Ravensberg, den Mitgliedern der SPD-Mennighüffen. Mitglieder des Ortsvereins trafen sich jüngst mit dem Experten zur Begehung des Naturschutzgebietes „Blutwiese“. Der Experte führte zu den Ausgleichsflächen und informierte über den derzeitigen Stand der Maßnahmen und dazu, was perspektivisch zu entwickeln sei.

Dienstag, 09.06.2020, 11:55 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 12:00 Uhr
Sie haben sich mit der Artenvielfalt im Naturschutzgebiet „Blutwiese“ auseinander gesetzt (von links): Christian Antl, Klaus Nottmeyer (Biologische Station), Alexandra Dreyer, Marion Schröder, Oliver Kleimeier, Wolfgang Böhm, Karl-Heinz Bernsmeier und David Schütte.

Anlaufstelle für Zugvögel

In der Nachbarschaft zur Blutwiese sei im Zuge des Straßenbaus eine größere ökologische Ausgleichsmaßnahme durch Straßen NRW geschaffen worden. Der überdüngte Boden sei abgezogen und auf den denn nährstoffarmen Flächen entwickelten sich botanisch Vegetationen. Blänken und kleine Teiche wurden geschaffen, welche für die Vogelwelt überaus wertvoll seien. Diese Fläche habe sich auch zu einem Hotspot für Zugvögel in kürzester Zeit entwickelt. Offene Flächen mit ganzjährigem Wasser ziehen die durchreisenden Vögel an. Fachlich wird diese Maßnahme von der Biologischen Station Ravensberg betreut.

Aus der SPD Mennighüffen kam der Vorschlag, den gesamten Bereich für den Naturschutz weiter auszubauen und die neu geschaffene Ausgleichsfläche in das Naturschutzgebiet neu zu integrieren. Auch weitere Flächen wären wünschenswert, um die Anbindung Richtung Werreauen zu verbessern. „Dafür haben wir einen guten Zeitpunkt erwischt. Durch die Neuaufstellung des Landschaftsplans Kreis Herford wird diese Forderung in den Prozess mit eingebracht,“ berichtet Christian Antl, der im Umweltausschuss des Kreises diesen Prozess mit begleitet.

Blick auf Jungstörche

Der angrenzende Bereich der Werre mit seinen Ufern und Wiesen habe vielfältiges ökologisches Potential. Dort soll sich ein neues Kleinod für die Natur entwickeln. Konkrete Schutzräume für Pflanzen und Tiere sollen neu geschaffen werden. Ratsfrau Marion Schröder, die sich sehr für das Storchenpaar auf der Blutwiese engagiert, hat während des Rundgangs auf die Jungstörche im Nest hingewiesen, die gerne von Besuchern beobachtet werden – jedoch nur aus der Ferne (diese Zeitung berichtete). Um das Gebiet und die Vögeln besser beobachten zu können, soll bald eine kleine Beobachtungsplattform als Hütte an der Ecke Börstelsraße/Blutwiesenweg gebaut werden. Alle Genehmigungen durch die Behörden seien erteilt wurden. „Hier schaffen wir etwas für die Menschen, die Natur erleben wollen“, freute sich Wolfgang Böhm, Fraktionsvorsitzender der SPD in Löhne.

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