Manuela Elvey und Dieter Glander aus Löhne verkaufen gebrauchte Möbel und Haushaltswaren
Alte Schätze

Löhne (WB). Schrauben, Bretter und eine Anleitung: Wer moderne Möbel kauft, muss häufig eintöniges Sperrholz zusammenbauen. Unsere Großeltern hingegen haben Wert auf verspieltes Design und Beständigkeit gelegt. Dieter Glander und Manuela Elvey bewahren die alten Schätzchen, restaurieren und verkaufen sie wieder – und entdecken so manches Kuriosum.

Sonntag, 14.06.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 14.06.2020, 09:12 Uhr
Sie haben reichlich Spaß an alten Dingen: Dieter Glander und Manuela Elvey finden bei Haushaltsauflösungen so manches Schätzchen. Foto: Frank Dominik Lemke
Sie haben reichlich Spaß an alten Dingen: Dieter Glander und Manuela Elvey finden bei Haushaltsauflösungen so manches Schätzchen. Foto: Frank Dominik Lemke

„Keine Ahnung, wie es das hier rüber geschafft hat. Müssen die sehr geliebt haben“, sagt Dieter Glander und rückt einen massiven Stuhl mit reich verzierter Polsterung vom Tisch weg. Der Stoff sieht gut aus. Das Holz ist fast makellos. Das Esszimmer aus Wasserkastanie mit acht Stühlen stammt aus Amerika.

Möbel aus Amerika

Die Verarbeitung sieht edel aus. Seinerzeit müssen die ehemaligen Besitzer einen sündhaft teuren Preis dafür bezahlt haben. Heute steht die Garnitur im neuen Geschäft von „Duka Haushaltsauflösungen“. Den Tisch haben die beiden Inhaber mit einem handbemaltem Teeservice gedeckt.

„Jedes Teil hat seine Geschichte. Das ist das Spannende an unserer Arbeit“, sagt Manuela Elvey. Manchmal wissen sie wenig über den Gegenstand, den sie in den Händen halten. Doch das sei nicht so wichtig. „Jedes Stück spricht durch seine Gestaltung für sich selbst“, sagt Manuela Elvey.

Die Haushaltsauflösungen und den Laden sieht das Paar als sein Hobby. Sie ist Bürokauffrau, er Rentner. Sie organisieren Umzüge, räumen im Auftrag Häuser leer. Die Idee dazu hatte Dieter Glander, als er sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagierte, die keine Möbel hatten. Er telefonierte, organisierte und transportierte für sie gebrauchte Einrichtungen. Aus der hilfreichen Idee hat seine Partnerin das kleine Löhner Unternehmen gemacht.

Umzug an die Königstraße

Der erste Laden in der Bahnhofstraße 94 wurde zu klein. Deswegen sind sie kürzlich an die Königstraße 9 gezogen. Die neuen 60 Quadratmeter sind wie ein kleines Museum, welches Geschichten vom Leben vor dem Zeitalter des Internets erzählt. Ein altes analoges Telefon mit Schnur steht im Schaufenster. Augen aus Porzellan blicken aus antiken Puppenwagen. Kristallglas blinkt in Vitrinen aus Kirsch- und Eichenholz. Reich verzierte Vasen warten auf ihre Entdeckung.

„Hier, schauen Sie, wie diese Kommode gearbeitet ist. Da ist nichts geschraubt“, sagt Dieter Glander und zieht eine Schublade mit Ornamenten auf. Die Ecken sind gezapft. „Das hält ewig“, sagt Dieter Glander.

Ihn begeistert vor allem dieser Sinn für das Beständige. Seiner Lebenspartnerin geht das ähnlich. Manuela Elvey hat es sich zum Beruf gemacht, aus alten Dingen etwas Neues zu machen: Traumfänger aus Tischdecken, Lampen aus Gläsern, Uhren aus Büchern.

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