Bildungsangebot soll Löhner für Rechtsextremismus sensibilisieren
Ein Projekt gegen das Vergessen

Löhne (WB). Das Löhner Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt“, die Volkshochschule (VHS) Löhne und die Jugendeinrichtungen der Stadt Löhne haben sich erfolgreich für Finanzierungsmittel zur Umsetzung des Bildungsprojektes „Heute ist nicht Weimar!“ beworben. Nach der Bewerbung bei der Stiftung „Mitarbeit“ sind nun 5000 Euro aus dem „Förderfonds Demokratie“ genehmigt worden.

Mittwoch, 17.06.2020, 04:30 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 05:02 Uhr
Sigrid Henselmeyer (von links, Bündnis für Vielfalt), Christian Redeker (Kinder- und Jugendzentrum Riff), Jürgen Birtsch (Bündnis für Vielfalt), Ramona Kämper (Bündnis für Vielfalt), Stefanie Voss (Volkshochschule Löhne) und Jürgen Schwarz (Jugendkunstschule) freuen sich über Gelder zur Umsetzung des gemeinsamen Bildungsprojektes „Heute ist nicht Weimar!“. Foto: Finn Heitland
Sigrid Henselmeyer (von links, Bündnis für Vielfalt), Christian Redeker (Kinder- und Jugendzentrum Riff), Jürgen Birtsch (Bündnis für Vielfalt), Ramona Kämper (Bündnis für Vielfalt), Stefanie Voss (Volkshochschule Löhne) und Jürgen Schwarz (Jugendkunstschule) freuen sich über Gelder zur Umsetzung des gemeinsamen Bildungsprojektes „Heute ist nicht Weimar!“.

Initiatorin der Kooperation ist Stefanie Voss von der VHS Löhne. Gemeinsam mit dem Bündnis und den Jugendeinrichtungen seien der Projektantrag formuliert und entsprechende Inhalte aufgestellt worden. „In den Köpfen vieler kreist der Gedanke, dass wir derzeit viele Parallelen zur Weimarer Zeit haben. Es entsteht Angst um die Demokratie. Doch Vieles ist heute anders“, sagt Jürgen Birtsch, Sprecher des Bündnisses „Gemeinsam für Vielfalt“ in Löhne.

Filme, Ausflüge und Workshops

Das Bildungsprojekt hat zum Ziel, dass Menschen dazu befähigt werden, beispielsweise stabil gegen Stammtischparolen zu argumentieren. Die Teilnehmer sollen zudem gestärkt werden, Widerworte zu geben, falls sie mit rechtsextremen Parolen konfrontiert werden. In verschiedenen Workshops sollen Unterschiede zwischen der heutigen Zeit und der Weimarer Zeit herausgearbeitet werden.

Durch das gemeinsame Einordnen aktueller Sachverhalte sollen die Beteiligten mit­ein­ander ins Gespräch gebracht werden. „Wir wollen klarmachen, was das Thema Demokratie von jedem einzelnen verlangt. Auch soll deutlich werden, warum heute nicht Weimar ist. Ein Erhalt des demokratischen Handelns ist wichtig“, sagt Jürgen Birtsch.

Viele „bunte Bausteine“

Nach der Auftaktveranstaltung am 23. oder 30. September mit Referent Benjamin Schürmann sollen mindestens sechs Workshops folgen. Blicke in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sollen bei den Workshops jeweils im Mittelpunkt stehen.

Zudem solle es ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen, eine Medienreihe mit den Filmen „Wildes Herz“ und „Skin“ sowie eine Fahrt nach Buchenwald, Weimar und in den Thüringer Landtag geben. Auch eine Fortbildung im Rahmen eines Demokratiespiels mit dem Spielpädagogen der Stadt Löhne, Ralf Brinkhoff, sei geplant.

„Coronabedingt stehen die Termine für die Veranstaltungen noch nicht fest. Dennoch haben wir Stehvermögen bewiesen und ein starkes Programm aufgestellt“, sagte Stefanie Voss. Die Zielgruppe seien Kinder und Jugendliche der Stadt Löhne. Dabei seien die Workshops „Medienreihe“ und die Bildungsreise für Interessierte ab 16 Jahren gedacht. Die weiteren Workshops seien auch für Jüngere geeignet. Eine Altersbeschränkung nach oben sei nicht vorhanden.

„Wir haben viele bunte Bausteine aneinandergereiht. Jeder Interessierte kann gerne teilnehmen und sich für die einzelnen Workshops anmelden. Es besteht nicht die Pflicht, sich für alle anzumelden. Wir freuen uns auf spannende Gespräche und auf die Wirkung der Inhalte“, sagt Ramona Kämper vom Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt“.

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