Geschwindigkeit ist das Markenzeichen von Komiker Hennes Bender
Mit Vollgas durch den Abend

Löhne (WB). Er ist der D-Zug unter den Comedians: Hennes Bender ist in der Werretalhalle mit seinem Programm „Ich hab nur zwei Hände!“ aufgetreten. Hätte er mehr, er würde sich wahrscheinlich noch mehr Gedanken über Künstliche Intelligenz, Corona und die großen Fragen des Lebens machen.

Dienstag, 29.09.2020, 02:44 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 03:02 Uhr
Nur mit Mikro auf der Bühne: Komiker Hennes Bender tritt in der Werretalhalle in Löhne auf und legt ein atemberaubendes Tempo mit zahlreichen Witzen hin. Das Publikum zeigt sich am Ende des Abends begeistert. Foto: Frank Dominik Lemke
Nur mit Mikro auf der Bühne: Komiker Hennes Bender tritt in der Werretalhalle in Löhne auf und legt ein atemberaubendes Tempo mit zahlreichen Witzen hin. Das Publikum zeigt sich am Ende des Abends begeistert. Foto: Frank Dominik Lemke

Zum Beispiel über Alexa. Die virtuelle Assistentin gibt Antworten auf die Fragen des Alltags. Sie sucht Fahrpläne heraus, spielt Musik ab und wählt Telefonnummern. Sie antwortet stets freundlich und schnell.

„Wenn Alexa ein Mann wäre, sähe das anders aus“, ulkte Hennes Bender und führte die Situation vor, wenn Alexa nicht Alexa, sondern Jürgen hieße: „Jürgen…? Jürgen. Jüüürgen!“, „Jaha, was ist denn?“, „Wann fahren die Züge nach Bochum?“, „Jaha, Moment – ich suche dir gleich was raus.“ Eine Frauenstimme für eine Künstliche Intelligenz gebe einfach ein gutes Gefühl. Wer habe bei seinem Navi schon die männliche Stimme eingestellt? Das Publikum lacht. Schon ist Hennes Bender beim nächsten Kalauer.

Thema Corona: Die Deutschen hätten beim ersten Corona-Lockdown Hefe und Klopapier gehortet. Die Franzosen hingegen hätten vor allem Wein und Pariser gekauft. „Ja, die wissen zu leben“, ruft Hennes Bender und witzelt über die Prioritäten der Deutschen mit einem Wort, das sich auf Backen (für die Hefe) reimt. Das Publikum lacht. Schon ist er wieder beim nächsten Thema.

„Ich weiß, ich rede sehr schnell“

„Bestimme Sachen brauchen wir einfach nicht“, sagt Hennes Bender. Beim nächsten Witz geht es um Steingärten. „Mich regt das auf“, sagt der Komiker und schwadroniert in einem verbalen Staccato über Wasser, das nicht abfließen kann, Insekten, die keine Nahrung finden und die nicht so schöne Optik eines rein in Stein gehaltenen Vorgartens. „Mal ehrlich. Die Leute sind doch zu faul, um den Rasen zu mähen“, ruft Hennes Bender und schon geht es um Insektenhotels.

„Ich weiß, ich rede sehr schnell“, sagt er und erzählt eine Anekdote von einem Auftritt in Bern, bei dem eine Frau in der ersten Reihe ihm ein „Brrr“, zugerufen hat, so als ob sie ein Pferd im Zaum halten wolle. „Sie sind zu schnell“, sagte sie. Selbst der Unternehmensberater, zu dem er anschließend gegangen sei, habe ihm das gesagt: „Herr Bender, wenn Sie langsamer sprechen, brauchen Sie nicht so viel Text.“ Überhaupt könne er zu Auftritten in Städten, wo ihn keiner kenne, jemanden hinschicken, der so ähnlich aussehe wie er. Wäre doch einfacher. Einfach ökonomisch denken.

Schon ist Hennes Bender wieder bei der nächsten und übernächsten humorvollen Geschichte. Es geht um Männer, Sprichwörter, das letzte Blatt Klopapier auf der Endpappe im Bad, die Nachsicht seiner Frau, Trump, Orban, Bevormundung, die Straßenverkehrsordnung und einen endlosen, nicht abreißen wollenden Sturzbach an Witzen und Lachern. Wer die volle Packung Humor mit Höchstgeschwindigkeit mag, der wird Hennes Bender lieben.

In der Werretalhalhalle haben etwa 100 Gäste den Abend genossen. Für seinen Auftritt in Bielefeld am Samstag, 3. Oktober, im Zweischlingen sind noch Karten verfügbar.

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