Kiesbeete und Geröllgärten sollen in Löhne demnächst nicht mehr erlaubt sein
Grüne wollen mehr Grün

Löhne (WB). Bisher sind die Grünen in ihrem Bemühen, Schottergärten in Löhne zu vermeiden, bei den anderen Parteien auf Granit gebissen. Jetzt kommt der Stein des Anstoßes erneut ins Rollen: In neuen Baugebieten in der Stadt sollen Kiesbeete und Geröllgärten zukünftig nicht mehr erlaubt sein.

Samstag, 17.10.2020, 03:00 Uhr
Solche Kiesbeete und Geröllgärten möchten die Grünen in Löhne zukünftig nicht mehr sehen. Die Fraktion hat beim Bürgermeister den Antrag gestellt, dass derartige Anlagen in neuen Baugebieten in der Stadt nicht mehr gestattet werden. Foto: dpa
Solche Kiesbeete und Geröllgärten möchten die Grünen in Löhne zukünftig nicht mehr sehen. Die Fraktion hat beim Bürgermeister den Antrag gestellt, dass derartige Anlagen in neuen Baugebieten in der Stadt nicht mehr gestattet werden. Foto: dpa

Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion der Grünen beim Bürgermeister gestellt. Ob das im neuen Stadtrat wieder Staub aufwirbelt? Der Antrag soll voraussichtlich in der ersten Sitzung des Gremiums am Mittwoch, 4. November, um 18.30 Uhr im Rathaus auf die Tagesordnung kommen.

Ein steiniger Weg

In der Begründung des Antrages heißt es, dass Wildbienen, Schmetterlinge und andere Fluginsekten in Kiesbeeten ihre Lebensräume verlieren. Für Vögel stehen keine geeigneten Büsche und Bäume als Versteck zur Verfügung.

Fraktionschefin Silke Glander-Wehmeier sagt: „Wir beantragen deshalb die Vermeidung von Kiesbeeten und Geröllgärten in neu zu erstellenden Bebauungsplänen der Stadt Löhne. Ausgenommen sind ökologisch wertvolle und begrünte Steingärten, in deren Spalten sich Lebensräume für Insekten und Echsen finden.“ Für bereits angelegte Steingärten soll ein Bestandsschutz gelten.

Solch einen Antrag hatten die Grünen bereits im Juni 2019 gestellt. Damals war dieses Ansinnen im Stadtrat mehrheitlich abgelehnt worden. Auf ihrem steinigen Weg zum Ziel versuchen es die Grünen jetzt wieder.

„Wir müssen handeln“

Silke Glander-Wehmeier sagt: „Zwischenzeitlich haben sich viele Kommunen für den Ausschluss von Schotter- und Geröllgärten entschieden, so auch der Kreis Herford.“ Dieser hatte für den Bebauungsplan Zum Flachsland in Gohfeld, über den der Planungs- und Umweltausschuss kürzlich diskutierte, angeregt, Vorgärten als grüne Gärten zu gestalten.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen fügt hinzu: „Löhne nennt sich ‚Klima-Kommune‘ und hat durch Ausrufung des Klimanotstandes anerkannt, dass dem Klimaschutz oberste Priorität bei allen zukünftigen Entscheidungen beigemessen werden soll. Wir müssen also handeln, ein weiterer Aufschub hätte eine fatale Außenwirkung.“ Vorwürfe, die Grünen wollten einfach nur etwas verbieten, seien aus ihrer Sicht „schlichtweg die dümmste Alternative, um sich scheinbar der Verantwortung kleinerer Klimaschutzmaßnahmen vor Ort zu entziehen“.

Selbst den bisherigen Nichtbefürwortern des Grünen-Antrages aus dem vergangenen Jahr werde spätestens in zukünftigen Bebauungsplänen die negative Auswirkung auf das Klima immer wieder vor Augen geführt. Als Beispiele führt Silke Glander-Wehmeier Stellungnahmen zur Umweltverträglichkeit durch Umweltverbände, Naturschutzbehörden oder den Kreis Herford an. Das Thema Schottergärten sei daher bei Grünen längst nicht ad acta gelegt.

Gespräche als Motivation

Die Löhner Fraktionsvorsitzende berichtet, dass sie allein in der Zeit des Kommunalwahlkampfes sogar vermehrt von CDU-Anhängern gefragt worden sei, „ob wir als Grüne denn gar nichts gegen Schottergärten unternehmen können“. Auch diese Gespräche nimmt Silke Glander-Wehmeier nun als Motivation für die erneute Antragstellung.

In Zukunft soll bei der Aufstellung und Änderung von Bebauungsplänen die folgende bauplanungsrechtliche Regelung generell in die zu beschließenden Festsetzungstexte aufgenommen werden:

1.) „Nicht überbaubare sowie überbaubare, aber nicht bebaute Grundstücksflächen sind gärtnerisch anzulegen und zu unterhalten.“

2.) „Die Anlage und flächige Abdeckung von gärtnerisch anzulegenden Flächen mit Mineralstoffen (Kies, Wasserbausteine o.ä.) oder Kunststoffen ist – außer für Wege und Zufahrten – wirksam auszuschließen.“

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