Tüftler aus Löhne setzen auf ID-Nummer für datenschutzkonforme Kontakterfassung
RSCard – die verschlüsselte Visitenkarte

Löhne -

Christian Rohde hatte die Idee: Eine ID-Karte, mit der er auf das Ausfüllen der Corona-Liste beim Besuch einer Gastronomie verzichten kann. Die RSCard enthält eine einzigartige ID-Nummer, mit der das Gesundheitsamt im Ernstfall die Kontaktdaten datenschutzkonform abruft. Der Gastwirt kann nur die Gültigkeit der ID-Nummer verifizieren.

Dienstag, 24.11.2020, 17:04 Uhr
Sie nutzen die RSCard (von links): die Auszubildenden Danielle Hartrumpf und Arakel Breining, die Grafikerin Irina Wulf sowie Erfinder und Agenturleiter Christian Wulf.
Sie nutzen die RSCard (von links): die Auszubildenden Danielle Hartrumpf und Arakel Breining, die Grafikerin Irina Wulf sowie Erfinder und Agenturleiter Christian Wulf. Foto: Frank Dominik Lemke

„Hier ist meine Karte. Da steht für den Restaurantbesuch alles drauf – und trotzdem bleibt meine Adresse samt Telefonnummer anonym“, sagt Christian Rohde und händigt die RSCard aus. „Diese Karte dient zum DSGVO-konformen Kontaktaustausch“, steht da drauf. Auf der Rückseite ist eine siebenstellige ID-Nummer neben einem QR-Code zu lesen. „Mit der Nummer und dem Code sind meine Adressdaten verknüpft, die verschlüsselt auf einem Server hier in Deutschland gespeichert sind“, erklärt Christian Rohde.

Über der Nummer sind zwei Felder freigelassen, um Datum, Uhrzeit und Ort des Besuchs einzutragen. Mit diesen Angaben kann das Gesundheitsamt bei einem Corona-Befall die benötigten Kontaktdaten sortieren und anfordern.

„Optimaler Schutz“

„Mir gefällt daran besonders, dass ich meine Adresse und Telefonnummer nicht einem Fremden überlasse, von dem ich nicht weiß, was er damit anfängt“, sagt Danielle Hartrumpf, Auszubildende bei der Agentur Rohde+Stark.

Christian Rohde leitet die Werbeagentur aus Löhne mit insgesamt sieben Mitarbeitern. Als Programmierer ist er auf die Idee der RSCard gekommen, weil mit den üblichen Corona-Listen regelmäßig die DSGVO-Grundverordnung verletzt werde. Kontaktdaten seien für mehrere Personen einfach einsehbar. Von Datenschutz sei da keine Spur.

Die Medien haben von mehreren Fällen berichtet, in denen Dritte die Telefonnummern von Frauen aus Gästelisten entnommen und einfach angerufen haben. „Die RSCard ist der optimale Schutz davor“, sagt die Grafikerin Irina Wulf.

Einfaches Prinzip

Das Prinzip ist einfach. Betreiber von Gaststätten, Veranstalter oder Vereine brauchen weder Technik noch Papier. Sie nehmen die Karte einfach entgegen, wie eine Visitenkarte.

Wer die RSCard nutzen will, registriert sich online über die Website, wie bei einem Online-Shop. Die Daten werden automatisch verschlüsselt, gespeichert und mit einer einzigartigen ID-Nummer verknüpft. Für 29 Euro liefert die Post per Einschreiben einen Satz von 100 Karten.

Konzept ist geprüft

Durch den Versand mit Bestätigung ist die korrekte Adresse der hinterlegten Daten gewährleistet. Der Datenschutzbeauftragte Stefan Meier aus Lübbecke hat das Konzept geprüft und als sicher bestätigt. „Damit kann niemand ein Bewegungsprofil erstellen. Es wird nur die Adresse gespeichert, mehr nicht“, sagt Christian Rohde.

Er möchte gerne mit den Behörden zusammen arbeiten, um Gastronomen zu unterstützen und mehr für die Digitalisierung sowie den Datenschutz zu tun. Die Agentur hat das Konzept bei den Städten Löhne und Bad Oeynhausen bereits vorgestellt. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung in Corona-Zeiten hatten die Städte noch keine Zeit für ein Gespräch. „Die RSCard macht vieles einfacher“, sagt Christian Rohde.

www.rscard.de

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