Der Verein „Zeit für Mitmenschen“ ist trotz Corona für andere da
„Es geht um‘s Geben“

Löhne -

An diesem Samstag, 5. Dezember, ist bundesweit der Tag des Deutschen Ehrenamts. Mehr als 31 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland für freiwillige Dienste, heißt es auf der Website der Bundesregierung. Grund genug, auf den bürgerschaftlichen Einsatz vor Ort zu schauen: Dorothee Danner vom Verein „Zeit für Mitmenschen“ hat mit dieser Zeitung über aktuelle Aufgaben gesprochen, die trotz Corona-Pandemie auf die Ehrenamtlichen zukommen.

Mittwoch, 02.12.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 18:32 Uhr
Lena Engelmann (links) und Christa Nettingsmeier gehören dem Verein „Zeit für Mitmenschen“ seit Gründerzeiten an. Da sie derzeit nicht in Seniorenheimen für andere dasein können, erledigen sie gemeinsam ihre Einkäufe. Dieses Foto ist im Löhner Marktkauf entstanden.
Lena Engelmann (links) und Christa Nettingsmeier gehören dem Verein „Zeit für Mitmenschen“ seit Gründerzeiten an. Da sie derzeit nicht in Seniorenheimen für andere dasein können, erledigen sie gemeinsam ihre Einkäufe. Dieses Foto ist im Löhner Marktkauf entstanden. Foto: Gabriela Peschke

 

„Wir helfen viel. Und es kommt viel Dankbarkeit zurück“, fasst Dorothee Danner die Erfahrungen des gut 50 Mitglieder starken Vereins zusammen, der sich seit mehr als zehn Jahren für die Mitmenschen in der Werrestadt engagiert. „Es geht ums Geben“, sagt die ehemalige SPD-Politikerin, die den Eintritt in den Ruhestand genutzt hat, um noch einmal eine „sinnstiftende Aufgabe wahrzunehmen“, wie sie selbst es nennt.

Ihr Eifer hat viele angesteckt. Zahlreiche Männer und Frauen ab der Lebensmitte haben sich aus den gleichen Gründen dem Kreis der „Zeitspender“ angeschlossen. Sie lesen vor in Kindergärten und singen in Seniorenheimen, sie pflegen eine Schul-Bibliothek oder bieten Kochkurse für Grundschüler an. Bei Ferienspielen sind sie genauso zur Stelle wie bei Betreuungsdiensten für ältere Menschen, die Behörden- oder Arztbesuche nicht mehr allein wahrnehmen können. Aber in dieser Vielfalt nur „zu normalen Zeiten“. Denn aktuell, unter Corona-Bedingungen, fallen viele Angebote aus.

„Doch der Bedarf an Alltagsunterstützung ist weiterhin ungebrochen“, weiß Dorothee Danner. Also fahren Ehrenamtliche auch jetzt mit Senioren zum Einkaufen, koordinieren einen Umzug von der Privatwohnung ins Seniorenheim, helfen bei der Weihnachtsvorbereitung. Alles mit Maske, versteht sich. „Die meisten Ehrenamtlichen sind nicht mehr ganz so jung und müssen auch sehr auf den eigenen Schutz bedacht sein“, stellt Danner in diesem Zusammenhang klar. Das ändere aber nichts an der Motivation: „Es ist immer wieder eine Freude zu erleben, wie glücklich man andere machen kann“, ist ihre Erfahrung. „Die Rolle, die man als Helfer wahrnimmt, wirkt sich ja auch auf das eigene Lebensumfeld aus“, fügt sie hinzu. Es gebe eine große Vertrauensbasis zwischen den Ehrenamtlichen und den Hilfsbedürftigen, „die einen bisweilen sehr berührt“, sagt Dorothee Danner.

Während die Kanzlerin auf der Website der Bundesregierung mit Dankesworten an die Ehrenamtlichen zitiert wird, fasst die Vorsitzende des Vereins es in schlichtere Worte: „Mal ehrlich, der Staat hätte gar nicht das Geld, all diese Leistungen zu bezahlen, die Ehrenamtliche erbringen“.

Wichtig ist dem Verein jedoch, dass er nicht in Konkurrenz gesehen wird zu kostenpflichtigen Dienstleistungen Dritter. „Wir machen keine Haushaltsauflösungen, übernehmen keine Reinigung und führen auch keine Reparaturen aus“, zählt Dorothee Danner einige Beispiele auf.

Die soziale Begegnung, die Verbindlichkeit im Alltag, sie bilden die Eckpfeiler des Vereins und seines Engagements. „Auch untereinander pflegen wir den Zusammenhalt“, erläutert die Mitgründerin und verweist auf gemeinsame Ausflüge und Jahresfeste – jenseits von Corona.

Wer sich näher informieren oder dem Verein anschließen möchte, kann sich gern an die erste Vorsitzende unter der Löhner Rufnummer 05732/6521 werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7705542?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514619%2F
Klatsche für Arminia
Stefan Ortega Moreno im Bielefelder Tor hat einmal mehr das Nachsehen: Andre Silva (Nummer 33) trifft für Frankfurt.
Nachrichten-Ticker