Auch der Löhner Mittagstisch darf im Haus der Begegnung derzeit keine Gäste empfangen
Jetzt kommt das Essen durchs Fenster

Löhne -

Während bekanntermaßen Lokale und Restaurants wegen des Lockdowns geschlossen bleiben, muss auch der Löhner Mittagstisch nach Alternativen suchen. Denn im Haus der Begegnung der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius darf derzeit nicht mehr gemeinsam gegessen werden.

Dienstag, 26.01.2021, 19:20 Uhr
Organisatorin Gabriele Riedl (links) erhält von Annelie Buchholz eine warme Mahlzeit. Bei der Abholung gilt die Maskenpflicht.
Organisatorin Gabriele Riedl (links) erhält von Annelie Buchholz eine warme Mahlzeit. Bei der Abholung gilt die Maskenpflicht. Foto: Kristin Wennemacher

Jetzt setzen die Helfer auf ein ganz einfaches Mittel, damit die Bedürftigen an das warme Mittagessen kommen. Die Mahlzeit wird, abgefüllt in gespendeten Plastikdosen, durch das Fenster gereicht. Zuhause darf das Essen dann verspeist werden.

Die Gespräche fehlen.

Gabriele Riedl, Organisatorin

„Aber die Gespräche fehlen“, bedauert Gabriele Riedl, Organisatorin des Löhner Mittagstischs. Gerade der Kontaktaustausch sei der Grund, weshalb die Aktion ins Leben gerufen wurde. „Die Menschen brauchen Unterhaltung. Das fehlt ihnen ungemein“, fügt sie hinzu.

Denn alle Teilnehmer würden alleine leben, sodass sie die Gespräche mit Bekannten besonders vermissen. Jedoch müssen bis zum Ende des Lockdowns die wenigen Minuten Austausch am Fenster genügen. Daher nutzen derzeit weniger Löhner als üblich das Angebot. Während vor dem Lockdown durchschnittlich 16 Personen das Haus der Begegnung aufsuchten, sind es derzeit nur etwa zehn.

Im ersten Lockdown wurde geliefert

Im ersten Lockdown 2020 hatten die Helfer eine andere Lösung gefunden: Sie fuhren zu den Menschen und lieferten das Essen aus. Jedoch sei diese Alternative diesmal nicht in Betracht gezogen worden, erklärt Helferin Annelie Buchholz. Der Aufwand sei zu groß gewesen.

Nach dem Ende des ersten Lockdowns konnte der Löhner Mittagstisch wieder im Haus der Begegnung angeboten werden. – allerdings nur in kleineren Gruppen. Ab November wurden diese erneut verkleinert, sodass in gleich drei Räumen verteilt gespeist wurde. Dann kam der zweite Lockdown, der das gemeinsame Essen erneut unmöglich macht.

Annelie Buchholz und Gabriele Riedl machen darauf aufmerksam, dass auch weitere Menschen den Löhner Mittagstisch besuchen können. „Für viele ist es eine Hemmschwelle, dieses Angebot anzunehmen“, weiß Buchholz.

Mittagstisch 2005 gegründet

Das gilt insbesondere für die Zeit nach dem Lockdown, wenn wieder das gemeinsame Mittagessen möglich ist. Aber auch aktuell seien neue Teilnehmer stets willkommen. Von Montag bis Freitag zwischen 11.30 und 12.15 Uhr wird derzeit das Essen aus dem Fenster gereicht.

Der Löhner Mittagstisch wurde im Jahr 2005 gemeinsam mit dem Löhner Sozialamt ins Leben gerufen. Seit 2007 findet er im Haus der Begegnung der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius statt. Für wenig Geld erhalten die Teilnehmer ein warmes Mittagessen und Kontakt zu anderen Menschen.

Bis zum Ende des Lockdowns sei dies die Lösung, erklärt Riedl. „Wir freuen uns, wenn wieder Normalität einkehrt und wir mit den Gästen Gespräche wie früher führen können“, sagt sie.

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