Die Arbeit bei Eventservice Hamelmann in Löhne steht weitgehend still – Statt Zelten und Theken wird Mineralwasser geliefert
Nur drei Termine in 2021

Löhne-Ort -

Parklichter, Vereinsfeiern, Weinfeste – das Veranstaltungsjahr 2020 ist mit Beginn der Corona-Pandemie für Oliver Hamelmann vom gleichnamigen Löhner Eventservice komplett eingebrochen. Auch für 2021 sieht es nicht besser aus. Der selbstständige Unternehmer ist froh, in Krisenzeiten auf ein zweites Standbein zurückgreifen zu können.

Dienstag, 02.02.2021, 17:28 Uhr
Eigentlich kümmert Oliver Hamelmann sich um die Logistik großer Feiern und Events. In der Pandemie ist der Unternehmer froh, auf sein zweites Standbein zurückgreifen zu können: die Spedition. Mit seinen zwei Lkw ist er in ganz Deutschland unterwegs, um Waren zu transportieren.
Eigentlich kümmert Oliver Hamelmann sich um die Logistik großer Feiern und Events. In der Pandemie ist der Unternehmer froh, auf sein zweites Standbein zurückgreifen zu können: die Spedition. Mit seinen zwei Lkw ist er in ganz Deutschland unterwegs, um Waren zu transportieren. Foto: Lydia Böhne

Im Frühjahr 2019 hat Oliver Hamelmann die Entscheidung getroffen, seinen gleichnamigen Getränkemarkt an der Bünder Straße in Löhne-Ort an den Getränkelieferanten Langejürgen aus Bad Salzuflen abzugeben und sich wegen der großen Nachfrage nur noch auf den Eventservice zu konzentrieren.

Eine Entscheidung, die der Geschäftsführer auch in diesen Tagen nicht bereut: „Getränke gibt es mittlerweile an jeder Ecke. Ich hatte mich deshalb entschlossen, mich weiter auf Großveranstaltungen zu fokussieren.“

Drei Aushilfen unterstützen Oliver Hamelmann derzeit. „Sonst sind es 15“, fügt der Inhaber hinzu. Bis zu 20 Termine pro Wochenende zählt der Veranstaltungskalender in den Saisonmonaten. Ein fester Termin im August sind seit vielen Jahren die Parklichter in Bad Oeynhausen, die der Löhner mit Kühlschränken, Bierwagen, Zelten oder Theken ausstattet.

„Ich habe die Veranstaltung komplett abgewickelt. Allein der Aufbau dauert eine Woche“, berichtet Oliver Hamelmann. Aber auch die Weinfeste im Oeynhausener Kurpark oder in Bad Salzuflen werden von dem Löhner mitorganisiert.

Das Rad steht zu 95 Prozent still.

Oliver Hamelmann

Was sich im Verlauf des vergangenen Jahres immer weiter herauskristallisiert hat, scheint auch 2021 anzuhalten: „Das Rad steht zu 95 Prozent still. Für dieses Jahr sind bisher drei Veranstaltungen eingetragen“, bringt es Oliver Hamelmann auf den Punkt. Ob einer der Termine, eine Hochzeit im Juni, stattfinden kann? „Zweifelhaft“, findet das der Geschäftsführer – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

Sollte es wider Erwarten doch möglich sein, wäre der Veranstalter sofort bereit: „Ich habe 2021 eigentlich abgehakt, freue mich aber über jede Feier, die spontan klappt. Nur die richtigen Großveranstaltungen bräuchten ein Jahr Vorlaufzeit.“

Auf Achse

In der Zwischenzeit hat Oliver Hamelmann mit seinem Equipment zum Beispiel eine große Löhner Firma ausgestattet, die in einem Zelt eine Fiebermessstation für ihre Mitarbeiter eingerichtet hat oder aber Gastronomen beliefert, die mit Zelten ihre Biergärten für größere Abstände zwischen den Gästen überdacht haben.

Aus seinem Kontakt zu den Brauereien und Getränkelieferanten weiß Oliver Hamelmann, dass die Corona-Pandemie auch für sie mit erheblichen Einbußen verbunden ist: „Mengen an Getränken sind wegen der Haltbarkeit im Gully gelandet.“ Auch für die Vereine täte ihm die Situation leid: „Sie leben von Veranstaltungen. Die Mitgliedsbeiträge reichen lange nicht mehr aus.“

Seine Einnahmen seien unter dem Strich weniger, können aber durch einen weiteren Verdienst aufgefangen werden: Vor fünf Jahren hat der Löhner seine Speditionslizenz erhalten und fährt seither für einen Kundenkreis von etwa 20 Firmen durch ganz Deutschland.

Zusammen zapfen

„Ich bin momentan jeden Tag unterwegs, transportiere zum Beispiel Betonballast für Kräne oder Mineralwasser für Krankenhäuser. Es ist viel zu tun. Die Straßen sind überwiegend leer. So komme ich raus und sehe immer was Neues“, freut sich Oliver Hamelmann.

Trotzdem fehle ihm das Veranstaltungsleben: „Eine wirkliche Lieblingsveranstaltung habe ich gar nicht. Ich freue mich einfach auf das erste Bier, das wieder zusammen gezapft werden kann“, sagt der Geschäftsführer.

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