Löhnes Gleichstellungsbeauftragte Monika Lüpke macht bei Telefonaktion zum 110. Weltfrauentag am 8. März mit
„Es gibt noch viel zu tun“

Löhne (WB) -

Frauen haben 2019 je Arbeitsstunde durchschnittlich 19 Prozent weniger verdient als Männer. Auch wenn der Gender Pay Gap erstmals unter 20 Prozent liegt: Ein Verdienstunterschied besteht nach wie vor. Auf Geschlechterungerechtigkeit soll sowohl am 110. Internationalen Frauentag am 8. März auch am Equal Pay Day am 10. März aufmerksam gemacht werden. Auch in Löhne.

Donnerstag, 04.03.2021, 02:30 Uhr
Studentin Lara Stemmer (links) und Löhnes Gleichstellungsbeauftragte Monika Lüpke präsentieren das Comic-Heft, das anlässlich des Weltfrauentags am 8. März Frauenrechte und Gleichberechtigung thematisiert.
Studentin Lara Stemmer (links) und Löhnes Gleichstellungsbeauftragte Monika Lüpke präsentieren das Comic-Heft, das anlässlich des Weltfrauentags am 8. März Frauenrechte und Gleichberechtigung thematisiert. Foto: Lydia Böhne

Zum Vergleich: 2006 lag der Gender Pay Gap noch bei 23 Prozent. Ein leichter Rückgang ist also zu verzeichnen, trotzdem steht für Monika Lüpke fest: „Es gibt noch viel zu tun.“ Mit etlichen Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag und den Equal Pay Day macht die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Löhne normalerweise auf Missstände aufmerksam. Pläne, denen die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Booklet im Comic-Stil

Stattdessen ist ein Booklet herausgegeben worden, das im Comic-Stil die Geschichte des Weltfrauentags aufarbeitet und gleichzeitig die gesellschaftliche Rolle der Frau seit dem 19. Jahrhundert skizziert: vom Kampf über politische Teilhabe, über die Trümmerfrauen im Zweiten Weltkrieg bis hin zur gesellschaftlichen Relevanz in der Corona-Krise. Wer ein Comicheft haben möchte, kann sich mit seiner Bitte über die Rufnummer 05732/100344 direkt an Monika Lüpke wenden.

Strukturen ändern

Ob im Supermarkt an der Kasse oder im Krankenhaus – die Pandemie zeigt: Viele der systemrelevanten Berufe zählen zu den schlechter bezahlten Beschäftigungsfeldern von Frauen. „Klatschen reicht da nicht“, stellt Monika Lüpke klar. Die Gleichstellungsbeauftragte wünscht sich strukturelle Veränderungen sowie die Abschaffung von Ehegattensplitting und Minijobs.

Haushalt und Kinder

Dass nur wenige Frauen in Führungspositionen arbeiten, liege laut Monika Lüpke daran, dass in vielen Haushalten eine veraltete Aufgabenverteilung herrscht: „Frauen erledigen den Haushalt und kümmern sich um die Kinder.“ Die Gleichstellungsbeauftragte fürchtet sogar eine durch Corona angefeuerte Retraditionalisierung: „Kita und Betreuung fallen weg. Homeschooling und Kinderbetreuung werden oft von den Müttern übernommen.“

Inwiefern sich dies statistisch niederschlägt, werde laut Monika Lüpke noch mit Spannung erwartet. Was aber schon jetzt auffällt: „Seitdem hat es kaum noch Veröffentlichungen von Wissenschaftlerinnen gegeben“, bemerkt Lara Stemmer, die in der Gleichstellungsstelle ein Praktikum absolviert.

Telefonaktion

Weil es zu all diesen Themen viele Fragen gibt, bietet das Netzwerk Frauen und Arbeitspolitik im Kreis Herford am Montag, 8. März, eine Telefonaktion unter dem Motto „Fragen Sie unsere Expertinnen“ an. In jeweils zweistündigen Sprechstunden nehmen sich Expertinnen Zeit für Anliegen und Anregungen.

Ein Schwerpunkt von Monika Lüpke: Beratung rund um den Beruf. Weitere Informationen zur Telefonaktion gibt es im Internet.

www.arbeitsmarkt-expertinnen.de

„Starkes Netzwerk“

Dass Gleichstellungsstellen noch immer nicht jedem bekannt sind, findet die Beauftragte schade: „Wir haben ein starkes Netzwerk und können gut weitervermitteln. Außerdem sind wir ein Einfahrtstor in die Verwaltung und können Ideen entsprechend aufnehmen.“ Auf diesem Wege sei vor Jahren auch der beliebte Flohmarkt „Von Frau zu Frau“ entstanden.

Bezüglich der Gleichstellung in der Löhner Stadtverwaltung zieht Monika Lüpke ein positives Fazit: „Was Frauen in Führungspositionen angeht, wurde erheblich aufgeholt. Die Stadt hat neben zwei männlichen Dezernenten auch zwei weibliche.“

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