Jugendgästehaus in Rödinghausen soll Unterkunft für minderjährige Asylsuchende werden
Flüchtlinge bleiben ein Jahr länger

Rödinghausen (WB/grot). Das Jugendgästehaus in Rödinghausen wird möglicherweise weiterhin für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Bis zu 60 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und maximal 60 Flüchtlinge, die der Gemeinde Rödinghausen künftig zugewiesen werden, könnten ab Mai in das Gebäude einziehen.

Mittwoch, 17.02.2016, 09:01 Uhr aktualisiert: 17.02.2016, 09:03 Uhr
Das Jugendgästehaus in Rödinghausen soll auch künftig für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Foto: Daniel Salmon
Das Jugendgästehaus in Rödinghausen soll auch künftig für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Foto: Daniel Salmon

Das Jugendgästehaus des Kreises Herford ist seit September Notunterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge. Vor allem Familien, aber auch unbegleitete Flüchtlinge, finden dort vorübergehend Unterkunft – zum 31. März 2016 soll die Notunterkunft jedoch voraussichtlich auslaufen.

Insgesamt bietet das Jugendgästehaus in verschiedenen Zimmern Platz für gut 120 Menschen – davon will der Kreis Herford für die Unterbringung der Jugendlichen 60 Plätze in Anspruch nehmen. Darüber hinaus sollen die weiteren 60 Plätze für die Unterbringung von Flüchtlingen, die der Rödinghausen zugewiesen sind, genutzt werden.

Dies sieht eine Vorlage der Kreisverwaltung vor, über die der Kreistag im März in nichtöffentlicher Sitzung entscheidet. Für den Rat der Gemeinde Rödinghausen wurde parallel ein Beschluss für die Sitzung am 25. Februar vorbereitet, auch dort soll in vertraulicher Sitzung beraten werden.

Turnhalle würde ab Mai wieder frei

Der April würde dann für den Rückbau der Notunterkunft genutzt. So müsste die Turnhalle, in der zur Zeit 180 Betten aufgestellt sind, wieder leer geräumt werden, so dass die Sporthalle dann ab Mai wieder für Aktivitäten genutzt werden kann. Die Entwicklung der Flüchtlingszahlen ist bisher nicht absehbar, deshalb wäre die neue Nutzung des Gästehauses zunächst für einen Zeitraum von zwölf Monate vorgesehen.

Im Gespräch mit der BÜNDER ZEITUNG erklärte Rödinghausens Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer, die Gemeinde halte weiterhin an ihrem Ziel fest, die Asylsuchenden dezentral unterzubringen. Dies sei bei den derzeit etwa 100 zugewiesenen Menschen auch weitestgehend gelungen. Es gebe lediglich je ein zentrales Wohnheim für alleinstehende Männer und Frauen.

Zuweisung von 200 Asylsuchenden

Alle übrigen seien in angemieteten Wohnungen untergebracht. Und die Gemeinde miete – schon auf Vorrat – weiteren Wohnraum an. Das Angebot des Kreises solle allerdings in Anspruch genommen werden, wenn diese Ressourcen erschöpft sind.

Vortmeyer geht davon aus, dass Rödinghausen in diesem Jahr bis zu 200 Asylsuchende zugewiesen werden. Allerdings würden die im Jugendgästehaus untergebrachten Menschen der Kommune auf die Aufnahmequote angerechnet.

Vortmeyer mahnte zur Besonnenheit. Die Menschen, die in der Wiehengemeinde Schutz gesucht hätten, kämen zum allergrößten Teil aus Kriegsgebieten. Sie bräuchten die Hilfe, die ihnen nicht zuletzt mit dem großen Engagement ehrenamtlicher Helfer gewährt werde.

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