Jugendreferent Peter Bulthaup hat die erfolgreichen Vater-Kind-Wochenenden ins Leben gerufen
Gemeinsame Stunden als Bereicherung

Rödinghausen (WB/BZ). Väter sind wichtige Rollenvorbilder für ihre Söhne. Trotzdem sind es in vielen Familien immer noch die Mütter, die die Hauptlast der Erziehung tragen. Um Vätern die Möglichkeit zu geben, zu ihren Kindern und vor allem zu den Söhnen eine intensivere Bindung aufzubauen, hat Jugendreferent Peter Bulthaup das Konzept eines Vater-Kind-Wochenendes ins Lebens gerufen, das sich im Laufe der Jahre zu einem Erfolgsmodell gemausert hat. Im Gespräch mit Redakteur Hilko Raske geht er auf das Konzept ein.

Freitag, 19.02.2016, 08:03 Uhr aktualisiert: 19.02.2016, 08:31 Uhr
Seit 1997 organisiert Peter Bulthaup die Vater-Kind-Wochenenden. Für dieses Jahr haben sich 121 Teilnehmer angemeldet, die ein Wochenende in Dümmerlohausen verbringen. Foto: privat
Seit 1997 organisiert Peter Bulthaup die Vater-Kind-Wochenenden. Für dieses Jahr haben sich 121 Teilnehmer angemeldet, die ein Wochenende in Dümmerlohausen verbringen. Foto: privat

Wann ist Ihnen der Gedanke gekommen, dass es speziell für Väter die Erfahrung eines gemeinsamen Wochenendes mit ihren Kindern geben sollte?

Peter Bulthaup: Das war 1996. Damals war ich noch Jugendreferent in der Kirchengemeinde Spenge. In einer Fachbroschüre für Jungscharleiter las ich einen Bericht über ein derartiges Angebot für Väter und Söhne im Großraum Frankfurt. Mir wurde damals bewusst, dass ein solches Angebot auch in unserer Region Sinn macht.

Weshalb hatten sie diesen Eindruck?

Bulthaup: Obwohl sich gerade im Bereich der Erziehung in den vergangenen 30 Jahren viel getan hat, sind es überwiegend die Mütter, die sich um die Kinder kümmern. Das sieht man schon im Freizeitbereich. Es sind die Mütter, die ihre Kinder zu Veranstaltungen bringen und auch wieder abholen. Väter haben oftmals, obwohl es Ausnahmen gibt, einfach berufsbedingt nicht die Zeit dazu. Dabei wünschen sich viele eine engere Beziehung zu ihren Kindern.

Und speziell eine engere Beziehung zu ihren Söhnen?

Bulthaup: Ja. Jungen sehen oft zu ihren Vätern auf. Väter haben da eine natürliche Vorbildfunktion. Selbstverständlich sind beide Elternteile unverzichtbar. Aber sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Ich habe deshalb erstmals 1997 in der Kirchengemeinde Spenge ein solches Wochenend-Angebot vorbereitet. Während der ersten drei Jahre richtete es sich nur an Väter und Söhne. Dann konnte ich dem Druck von Seiten der Mütter nicht mehr stand halten – die wollten, dass auch die Töchter teilnehmen dürfen.

Wie war das Interesse damals?

Bulthaup: Ganz zu Beginn mäßig. Im ersten Jahr hatte ich nur 22 Anmeldungen – also Väter und Söhne zusammen. Wir haben damals das Wochenende in der CVJM-Berghütte in Rödinghausen verbracht. Das reichte vom Platz her vollkommen. Im letzten Jahr vor meinem Wechsel nach Rödinghausen – ich bin seit 2006 hier Jugendreferent – waren es schon 70 Teilnehmer. Nach meinem Neustart ging es in einer ganz kleinen Runde weiter. 2007 waren es insgesamt nur 19 Teilnehmer. Die Zahl ist aber von Jahr zu Jahr gestiegen. Für das nächste Vater-Kind-Wochenende im März haben sich 121 Personen angemeldet. Das wird von einem zwölfköpfigen Team betreut.

Was erwartet die Teilnehmer des Vater-Kind-Wochenendes?

Bulthaup: Wir verbringen das Wochenende im Jugend- und Freizeitzentrum Dümmerlohausen. Nach der Anreise am Freitag um 17 Uhr gibt es ein gemeinsames Abendessen. Am Samstag folgt ein Programm, das von gemeinsamen Spielen, Aktionen, Geländeexkursionen, aber auch ruhigeren Phasen und Freiräumen geprägt wird. So haben Väter und Kinder nach dem Mittagessen zwei Stunden, die sie selber gestalten können. Manche nutzen das für Spaziergänge an den Dümmer, andere für Spiele. Zum gemeinsamen abendlichen Abschluss gehört eine Andacht und das Singen von Liedern. Wir bieten abends auch einen kindgerechten Kinofilm an – im vergangenen Jahr waren es die Schlümpfe. Sonntags feiern wir einen gemeinsamen Gottesdienst. Bevor es am Nachmittag nach Hause geht, gibt es eine Reflexionsrunde. In Gesprächen mit den Kindern und Vätern versuchen wir zu erfahren, was sie aus dem Wochenende mitnehmen, was ihnen gefallen hat und wo etwas verbessert werden könnte.

Wie beurteilen Väter dieses Wochenende?

Bulthaup: Viele sagen, dass sie nun eine intensivere Beziehung zu ihren Kindern haben. Die Stunden, die man gemeinsam mit Spielen, Basteln oder anderen Aktionen verbracht hat, werden als Bereicherung empfunden. Wo kann man denn schon mit seinen Kindern beispielsweise einmal einen Nachmittag draußen bei einem »Spiel ohne Grenzen« verbringen – und das in der Gemeinschaft vieler anderer Väter und Kinder? Da kommt auch das Kind im Manne zum Vorschein. Und manch ein Vater ist dann im nächsten Jahr wieder mit dabei.

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