Verkaufsoffener Feiertag: Kaufleute und Gemeindeverwaltung wollen sich für Ausnahmeregelung stark machen
Zukunft des Herbstfestes offen

Rödinghausen (BZ). Wie geht es mit dem Bruchmühlener Herbstfest weiter? Nachdem im Vorjahr auf NRW-Seite erstmals in der Geschichte des Aktionstags am 3. Oktober kein verkaufsoffener Feiertag durchgeführt werden konnte, wollen Gemeinde und Kaufmannschaft nun für die Zukunft um eine Ausnahmeregelung kämpfen.

Dienstag, 23.02.2016, 10:09 Uhr aktualisiert: 24.02.2016, 15:13 Uhr
Der 3. Oktober fällt in diesem Jahr auf einem Montag. Dem Vernehmen nach soll das Herbfest in diesem Jahr auf jeden Fall noch einmal an diesem Datum stattfinden. Wie es dann im kommenden Jahr weitergeht, ist derzeit noch offen. Foto: Daniel Salmon
Der 3. Oktober fällt in diesem Jahr auf einem Montag. Dem Vernehmen nach soll das Herbfest in diesem Jahr auf jeden Fall noch einmal an diesem Datum stattfinden. Wie es dann im kommenden Jahr weitergeht, ist derzeit noch offen. Foto: Daniel Salmon

Mit zuletzt knapp 10.000 Gästen ist das Herbstfest am Tag der Deutschen Einheit seit etwa 20. Jahren die besucherstärkste Veranstaltung in dem Rödinghauser Ortsteil. Wie mehrfach berichtet, sollte 2015 in Bruchmühlen am 3. Oktober zwar ursprünglich ein Verkaufsoffener Feiertag stattfinden, dieser musste dann aber schlussendlich zu einem Schautag umgewandelt werden – zumindest für die Geschäfte, die sich auf der nordrhein-westfälischen Seite des Dorfes befinden. Damals war es bei der Auslegung eines geänderten Gesetzestextes, nach dem am 3. Oktober im bevölkerungsreich­sten Bundesland Geschäfte nicht mehr öffnen dürfen, zu Irritationen gekommen. Zwar hatte die Rödinghauser Gemeindeverwaltung noch versucht, beim NRW-Wirtschaftsministerium eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, doch die Behörde blieb in dieser Sache hart. Somit durften nur die Bruchmühlener Läden, die auf niedersächsischem Gebiet liegen, Waren verkaufen. Aber die Gemeinde will in dieser Sache nicht nachgeben, wie diese Zeitung nun erfuhr. Aus dem Rathaus heißt es, dass die Kommune »in ihrem Bemühen, den 3. Oktober als verkaufsoffenen Feiertag zu erhalten, nicht nachlassen« werde. Es sollen zu dem Thema weiterhin Gespräche mit der Landespolitik stattfinden.

»Der Minister hat mit seiner Ablehnung im Herbst letzten Jahres, einer Ausnahmegenehmigung zuzustimmen, die Situation sicherlich nicht einfacher gemacht«, so Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer auf Anfrage. Er fährt fort: »Die Landespolitik verkennt hier jedoch die Besonderheiten des Ortsteiles Bruchmühlen.« Die Gemeinde hoffe daher, »hier noch einmal den Hebel ansetzen zu können, damit das Herbstfest in der Gestalt, welches es immerhin 20 Jahre innehatte – nämlich als Herbstfest mit verkaufsoffenem Feiertag – erhalt bleiben kann«. Das sei nicht nur für die familiengeführten Betriebe, sondern auch für die Identität des Ortsteiles wichtig, gelte es doch das Nahversorgungszentrum Bruchmühlen zu erhalten, erklärt das Gemeindeoberhaupt. Für ein Herbstfest ohne verkaufsoffenen Feiertag sieht Vortmeyer nur wenige Chancen.

Fest wohl zum gewohnten Termin

Ähnlich bewertet auch Volker Uhlmannsiek, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Bruchmühlen, die Situation. So werde das beliebte Herbstfest aller Voraussicht nach dieses Jahr noch einmal zum gewohnten Termin stattfinden. »Egal ob als Schautag oder Verkaufsoffener Feiertag. Letztendlich werden wir auf unserer Jahreshauptversammlung am 15. März über die Ausrichtung des Aktionstages entscheiden. Die Vorbereitungen laufen schon und es wäre schade, wenn das Herbstfest nicht stattfände.« Sollte die Landespolitik auch für die Zukunft keinen Verkaufsoffenen Feiertag mehr genehmigen, könnte diese Entscheidung – dem Vernehmen nach – das Ende der lange erfolgreichen Veranstaltung einläuten. Denn einerseits verschlinge die Werbung für den Aktionstag laut Uhlmannsiek viel Geld, dass die Kaufleute durch ein reinen Schautag und ohne Warenverkauf beim Herbstfest nicht wieder reinbekämen. »Andererseits bewegen wir uns bei einem Schautag schnell auf dünnem Eis, wenn wir von den Besuchern unserer Geschäfte angesprochen werden«, so der Vorsitzende der Werbegemeinschaft. Denn sollte eine solche Unterhaltung als Verkaufsgespräch ausgelegt werden, drohe der Gesetzgeber mit empfindlichen Geldstrafen.

Das Abrücken vom 3. Oktober als fixer Termin für das Herbstfest komme für die Einzelhändler keinesfalls infrage. »Dieser Termin hat sich mittlerweile bei den Leuten eingebrannt. Das Datum war immer unser Alleinstellungsmerkmal«, sagt Uhlmannsiek, der wie die Gemeindeverwaltung auf ein für Anfang März anberaumtes Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Angela Lück (SPD) baut. »Das ist wahrscheinlich die letzte Chance in der Sache, die wir haben«, sagt er.

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