Schleichweg: Anliegerin beschwert sich über hohes Verkehrsaufkommen am Mühlenkamp
Brückenneubau sorgt für Ärger

Rödinghausen (WB). Angela Heidemeyer ist auf 180: »Seitdem die Hansastraße wegen des Brückenneubaus gesperrt ist, fahren mehrere hundert Autos durch unsere Straße, nutzen die Strecke als Schleichweg. Das ist wirklich unzumutbar«, findet die Anwohnerin des Mühlenkamps.

Mittwoch, 14.12.2016, 07:00 Uhr aktualisiert: 14.12.2016, 15:18 Uhr
Angela Heidemeyer findet die Verkehrssituation am Mühlenkamp derzeit unzumutbar. Wie in der Straße Am Klief (siehe Foto) sind die Straßenränder vom stetigen Fahrzeugverkehr schon völlig zerfurcht. Von der Gemeinde fühlt sie sich allein gelassen Foto: Daniel Salmon
Angela Heidemeyer findet die Verkehrssituation am Mühlenkamp derzeit unzumutbar. Wie in der Straße Am Klief (siehe Foto) sind die Straßenränder vom stetigen Fahrzeugverkehr schon völlig zerfurcht. Von der Gemeinde fühlt sie sich allein gelassen Foto: Daniel Salmon

Ihrer Aussage nach würden vor allem Fahrzeuge mit Minden-Lübbecker Kennzeichen die kaum 3,3 Meter breite Fahrbahn sowie die angrenzende Straße Am Klief nutzen. »Die umgehen so die Sperrung und brauchen nicht auf die viel längere offizielle Umleitungsstrecke ausweichen«, sagt die 56-Jährige. Und das, obwohl der Mühlenkamp eigentlich nur für den Anliegerverkehr freigegeben ist, für alle anderen Autofahrer ist die Einfahrt verboten. Heidemeyer: »Aber das interessiert niemanden.«

Besonders viele Autos seien während der Hauptverkehrszeiten direkt vor ihrer Haustür unterwegs. »Ich habe mal eine kleine Verkehrszählung durchgeführt. 107 Autos sind in einer Stunde hier durchgefahren«, moniert die Rödinghauserin. Sie meint: »Dafür sind die Nebenstraßen doch gar nicht ausgelegt. Der Mühlenkamp ist beispielsweise gerade einmal 3,3 Meter breit.« Begegnungsverkehr sei demnach kaum möglich.

Und in der Tat: Die Bankette am Mühlenkamp und der Straße Am Klief weisen unzählige Reifenspuren auf. »Die Fahrer stehen sich dann gegenüber, diskutieren wer zur Seite fährt und schreien sich dann an. Das habe ich schon öfters beobachtet«, schildert Angela Heidemeyer. Zudem seien bei solchen Manövern häufiger Fahrzeuge im Matsch der angrenzenden Felder stecken geblieben. »Vor Kurzem hatte sich zudem ein Lastwagen festgefahren, als er versuchte, auf der schmalen Fahrbahn zu wenden.« Mittlerweile habe die Gemeinde zumindest Warnbaken aufgestellt, der Verkehrsstrom nehme aber trotzdem nur ab, wenn es stark regne. »Dann fahren hier in der Tat wenige Leute lang«, sagt Heidemeyer.

Nur noch ungern geht die 56-Jährige mittlerweile mit ihrem Mischlingsrüden Jesco an »ihrer« Straße spazieren. »Das ist gefährlich. Die Autofahrer rasen hier in die Kurven«, sagt die Anwohnerin und ergänzt: »Im Mühlenkamp wohnen auch Schulkinder, die sonst zu Fuß gehen. Nun werden sie sicherheitshalber mit dem Auto gebracht. Die Situation hier ist belastend für die Anwohner.«

Umso erstaunter ist Angela Heidemeyer auch über eine der letzten Ausgaben des Rödinghauser Amtsblattes. In einem Artikel sei dort davon die Rede, dass die Gemeinde nach Hinweisen aus der Bevölkerung »Schleichwege dicht gemacht« habe und so die »Alternativverkehre von den Anliegerstraßen« fernhalte. »Davon merken wir bei uns aber recht wenig«, findet die entrüstete Anliegerin des Mühlenkamps. Bereits mehrfach habe sie in der Sache versucht, mit Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer ins Gespräch zu kommen – laut ihrer Aussage bislang aber ohne Erfolg. »Ich bin wirklich stinksauer über die Situation«, sagt Angela Heidemeyer.

Auf Anfrage dieser Zeitung meldete sich der Bürgermeister jedoch mit einer Stellungnahme zu Wort »Und außerdem soll ich nun morgen zu einem Gespräch vorbeikommen«, sagt Angela Heidemeyer.

Das sagt die Gemeinde

Laut Bürgermeister Vortmeyer seien seit Beginn der Sperrung Anfang Oktober nicht alle Kraftfahrer der ausgewiesenen Umleitungsstrecke gefolgt, sondern nutzten »teils unter Missachtung der ausgewiesenen Beschilderung« Gemeindestraßen, um den Bauabschnitt zu umgehen. Der Bürgermeister ergänzt: »Wir haben hier rasch reagiert und zusammen mit den Verkehrsbehörden Maßnahmen erarbeitet, um die Schleichverkehre zu unterbinden.« Eine kürzlich durchgeführte Verkehrszählung auf den betroffenen Straßen bestätige die Wirksamkeit der dieser Maßnahmen. Bei anzuordnenden verkehrsrechtlichen Maßnahmen sei jedoch zu bedenken, dass Gewerbebetriebe, angeschlossene Wirtschaftswege und landwirtschaftliche Flächen entlang der Strecken selbstverständlich weiterhin erreichbar bleiben müssen.

Die Gemeindeverwaltung verfolge grundsätzlich alle Hinweise mit dem gebührenden Ernst und allem gebotenen Nachdruck, so Vortmeyer, der sich auch persönlich gerne Anregungen in der Sache annehme.

 

Kommentare

j.Mielchen  schrieb: 20.12.2016 00:46
Schleichwege
Wie fast immer vom Bürgermeister oder der Stadt in solchen Situationen, die LKW sind nicht zu stoppen,
Gewerbe hat vorrang und Bla,Bla,Bla!
1 Kommentare
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