CDU-Neujahrsempfang: Landtagskandidat kritisiert SPD-Minister
»Jäger hätte zurücktreten müssen«

Rödinghausen (WB). Normalerweise lädt die CDU in Rödinghausen zu ihrem Neujahrsempfang stets externe Referenten ein. In diesem Wahljahr jedoch, so Gemeindeverbandsvorsitzender Dirk Blank, wollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Samstag, 07.01.2017, 07:00 Uhr
Neben CDU-Landtagskandidat Christian Bobka (von links) konnte Gemeindeverbandsvorsitzender Dirk Blank auch den CDU-Bundestagsabgeordneten Tim Ostermann beim Neujahrsempfang der Rödinghauser Christdemokraten begrüßen. Foto: Raphael Steffen
Neben CDU-Landtagskandidat Christian Bobka (von links) konnte Gemeindeverbandsvorsitzender Dirk Blank auch den CDU-Bundestagsabgeordneten Tim Ostermann beim Neujahrsempfang der Rödinghauser Christdemokraten begrüßen. Foto: Raphael Steffen

So konnte er am Donnerstagabend im Gasthof zum Nonnenstein zwei politische Hauptgäste aus dem Kreis Herford begrüßen: Tim Ostermann, CDU-Bundestagsabgeordneter, und Christian Bobka , Kandidat der Kreis-CDU für die Landtagswahl aus Kirchlengern.

»Diese Wahlen sind richtungsweisend dafür, wie wir 2040 leben werden«, davon war Blank überzeugt. In Bezugnahme auf den Geburtstag des Parteigründers Konrad Adenauer unterstrich er: »Eine starke CDU war damals so wichtig für die äußere Sicherheit Deutschlands, wie sie es heute für die innere Sicherheit ist.« Im Rückblick auf das abgelaufene Jahr räumte er allerdings die Niederlagen seiner Partei bei mehreren Landtagswahlen ein. »Der Bevölkerung war nicht klar, wofür die CDU steht, trotz aller Erfolge. Daran müssen wir arbeiten.« Es sei nicht rechtspopulistisch, wenn man eine konsequente Abschiebepraxis gegenüber kriminellen oder abgelehnten Asylbewerbern durchsetze.

Kommunalpolitisch sah Blank den Gemeindeverband gut aufgestellt: »Die CDU hat die Meinungsführerschaft übernommen. Die SPD scheint nur noch da zu sein, um die Hände für den Bürgermeister zu heben« – dem es in mehreren Fällen an Taktgefühl gefehlt habe. Blank kündigte in diesem Zusammenhang an, eine Anwohnerversammlung für den vom Umleitungsverkehr betroffenen Bereich der Rüschener Straße zu organisieren. Mit einem Aufruf zu harter Arbeit gegen Rot-Rot-Grün stimmte er seine Parteifreunde auf das Jahr ein.

Ostermann und Bobka standen den Gästen anschließend für Fragen zur Verfügung. Diese drehten sich meist um die innere Sicherheit. So stellte Ostermann sich generell hinter den jüngsten Vorstoß des Bundesinnenministers zur Zentralisierung des Verfassungsschutzes. Außerdem sprach er sich dafür aus, unkooperativen Maghreb-Staaten mit der Kürzung von Entwicklungshilfe zu drohen und Transitzonen an den Grenzen einzurichten. Er erklärte aber auch: »In der freien Gesellschaft gibt es keine absolute Sicherheit.«

Christian Bobka, selbst Polizeibeamter, bestätigte, dass die Stimmung im Kollegenkreis nach den letzten Kölner Silvesternächten schlecht sei: »Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen – gerade in Nordrhein-Westfalen. Innenminister Ralf Jäger hätte längst zurücktreten müssen. Man muss Grundprobleme benennen dürfen und offen und fair miteinander umgehen.« In Nordrhein-Westfalen seien nach Jahren Rot-Grün »einige Baustellen zu beackern«. Bobka verteidigte den Einsatz der Kölner Kollegen: »Ein paar Mal massiv auftreten hilft. Auch in Rödinghausen sollte jeder seinen Schutzmann als Ansprechpartner haben.«

Angesichts der SPD-Übermacht in Rödinghausen konnte Dirk Blank den beiden Kandidaten zwar nicht versprechen, in der Wiehengemeinde die meisten Stimmen zu holen: »Aber dafür dann eben die entscheidenden für den Direkteinzug!«

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