Nabu sieht Verstöße gegen Vorgaben – Gemeinde Rödinghausen will kontrollieren
Streitpunkt Osterfeuer

Rödinghausen   (WB/hr). Überall in der Region werden Vorbereitungen für die Osterfeuer getroffen. Damit niemand gefährdet oder belästigt wird, hat die Gemeinde Rödinghausen die eigene Osterfeuersatzung 2015 aktualisiert. Dennoch sind aus Sicht des Naturschutzbundes (Nabu) zahlreiche Verstöße beobachtet worden.

Donnerstag, 06.04.2017, 09:00 Uhr
Die Gemeinde Rödinghausen will in diesem Jahr alle Osterfeuer genau kontrollieren. Die Verwaltung wurde durch den Kreis Herford gebeten, für eine strikte Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben Sorge zu tragen. Foto: dpa
Die Gemeinde Rödinghausen will in diesem Jahr alle Osterfeuer genau kontrollieren. Die Verwaltung wurde durch den Kreis Herford gebeten, für eine strikte Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben Sorge zu tragen. Foto: dpa

»Über Jahre hinweg hat der Naturschutzbund die genehmigten Osterfeuer in Rödinghausen mit Sorge betrachtet und immer wieder zahlreiche Missstände wahrgenommen«, sagt Friedhelm Diebrok, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes. Das hätte ihn 2014 dazu bewogen, sich darum zu kümmern. Hinzu gekommen sei, dass sich zahlreiche Bürger gemeldet hätten, die den drastisch erhöhten Feinstaubwerten und der Geruchsbelästigung an den Osterfeiertagen kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. »2016 brannten an den Ostertagen in der Gemeinde Rödinghausen über 25 genehmigte Feuer, von denen es die meisten nach den eigenen rechtlichen Bestimmungen in der Form nicht hätte geben dürfen«, betont Diebrok.

Mindestabstände teilweise nicht eingehalten

Örtliche Erhebungen durch den Nabu hätten ergeben, dass nur selten ein Umschichten des Brennmaterials entgegen der ordnungsbehördlichen Verordnung der Gemeinde Rödinghausen erfolgt sei. Darüber hinaus seien die Mindestabstände zu öffentlichen Straßen sowie zu Bäumen, Hecken, Wohnhäusern und anderen Gebäuden in vielen Fällen nicht eingehalten worden. Es sei auch vorgekommen, dass die Brennreste am nächsten oder sogar übernächsten Tag noch nicht erloschen waren und Kinder allein neben einem noch schwelenden und wieder aufflackernden Feuer angetroffen wurden. In einigen Feuern seinen außerdem große Mengen Resthölzer aus alten Gebäuden oder Teile von Gartenhäusern verbrannt worden. Ein Rödinghauser Gartenbau-Unternehmen würde seit Jahren nahe einer Straße seinen Grünabfall sammeln und im genehmigten Osterfeuer billig entsorgen.

»Verbrennen von Grünabfall nicht mehr zeitgemäß«

»Wir sind der Auffassung, dass die Regelungen in der ordnungsbehördlichen Verordnung nur dann einen Sinn machen, wenn sie entsprechend umgesetzt werden«, so Diebrok. Und weiter: »Auch im Hinblick auf die von der Gemeinde verfolgten Klimaschutzziele wäre ›Weniger mehr‹. Das Verbrennen riesiger Mengen Grünabfalls ist heute nicht mehr zeitgemäß. Gegen wenige überschaubare Feuer, die sich an viele Menschen richten, ist aus Natur- und Umweltschutzsicht überhaupt nichts einzuwenden.«

Kreis Herford mahnt Kontrollen an

Umweltschützer hatten im vergangenen Jahr bei der Oberen und der Unteren Umweltbehörde korrektes Verhalten der Veranstalter von Osterfeuern hinsichtlich der Bestimmungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes und anderer Vorschriften angemahnt. Die Gemeinde Rödinghausen wurde durch den Kreis Herford gebeten, für eine strikte Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben Sorge zu tragen. Die Gemeinde will daher die Osterfeuer engmaschig kontrollieren und die Ergebnisse der Überprüfungen protokollieren. In diesem Zusammenhang verweist die Gemeindeverwaltung auf die Osterfeuersatzung und bittet darauf zu achten, dass die vorgeschriebenen Abstände zu Straßen, Bäumen, Gebäuden, Wald und Naturschutzgebieten eingehalten werden, nur erlaubte Brennmaterialien verwandt werden und das Brennmaterial unmittelbar vor dem Anzünden umgeschichtet wird. »Wer gegen gesetzliche Vorgaben verstößt, muss mit einer Untersagungsverfügung rechnen«, sagt Teamleiter Thomas Dahlmeier von der Gemeindeverwaltung Rödinghausen. Und: »Gegebenenfalls wäre ein bereits entzündetes Feuer zu löschen.«

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