Zusammenarbeit mit Bioenergie KG startet mit Beginn der Badesaison
Neue Wärme für das Freibad

Rödinghausen (WB). Durch einen Kooperationsvertrag mit der Bioenergie Ostkilver KG heizt die Gemeinde Rödinghausen das Freibad-Wasser in Zukunft mit der Abwärme einer nahegelegenen Biogasanlage.

Freitag, 14.04.2017, 06:30 Uhr
Noch ist das Schwimmbecken im Freibad Rödinghausen leer. Etwa eine Woche vor der Eröffnung wird das Wasser eingelassen. Die Biogasanlage, die die Wärme liefert, liegt genau in Blickrichtung 530 Meter hinter der Baumreihe. Foto: Thomas Klüter
Noch ist das Schwimmbecken im Freibad Rödinghausen leer. Etwa eine Woche vor der Eröffnung wird das Wasser eingelassen. Die Biogasanlage, die die Wärme liefert, liegt genau in Blickrichtung 530 Meter hinter der Baumreihe. Foto: Thomas Klüter

Noch ist das Schwimmbecken im Freibad Rödinghausen leer. Es wird noch geschrubbt, gewischt und sauber gemacht, bevor am Sonntag, 7. Mai, die Badesaison in der Wiehengemeinde startet. Bis dahin stehen aber noch einige technische Herausforderungen an. »Die Leitungen von der Biogasanlage bis zum Freibad-Gelände liegen bereits«, sagt Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer. »Jetzt kümmern wir uns um den Anschluss innerhalb des Schwimmbades.«

Anlage ist 530 Meter vom Bad entfernt

Die Biogasanlage von Joachim Hagemeyer ist 530 Meter vom Freibad entfernt. Und schon als der Landwirt sie 2011 baute, gab es die Überlegung, von dort aus das Schwimmbadwasser zu heizen. »Das warme Wasser ist quasi ein Abfallprodukt«, sagt Hagemeyer. Bei der Stromgewinnung durch Verbrennung von Biogas in Blockheizkraftwerken (BHKW) entsteht Wärme. Die Motoren werden mit Wasser gekühlt und das wärmt sich entsprechend auf. »Im Winter heizen wir damit dann unser Wohnhaus und die Stallanlagen«, erklärt der Land- und Energiewirt. Außerdem nutzt sein Unternehmen die Wärme, um Hackschnitzel zu trocken, mit denen die Heizungsanlagen der Gesamtschule und der Grundschule Bruchmühlen befeuert wird. Jetzt das Freibadwasser zu heizen sei eine ideale Lösung, sagt Hagemeyer. »Denn die Badesaison ist ja im Sommer, wenn Stall und Wohnhaus nicht geheizt und auch wenig Hackschnitzel gebraucht werden.«

Mengenzähler zeigt Verbrauch an

Als klassische Win-Win-Situation bewertet auch Vortmeyer die Kooperation. »Die Leitung bis zum Freibad ist vom Betreiber der Biogasanlage finanziert worden. Ein Mengenzähler zeigt uns dann genau, wie viel wir abgenommen haben und bezahlen müssen«, erklärt der Bürgermeister. Da die Bioenergie Ostkilver KG zwei BHKW betreibe, sei auch sichergestellt, dass bei einer technischen Störung eines der Kraftwerke trotzdem warmes Wasser im Schwimmbecken sei.

Darüber werden sich die Badegäste sicher freuen, denn vielen ist das Wasser im Freibad Rödinghausen bisher etwas zu kühl gewesen. »Zwei bis drei Mal in der Woche werde ich von Nachbarn und Bekannten angesprochen«, erzählt Joachim Hagemeyer. »Die freuen sich alle über die Kooperation mit der Gemeinde Rödinghausen und hoffen, dass das Wasser im Freibad dadurch in Zukunft wärmer ist.« Natürlich hänge die Temperatur nicht mit der Quelle der Energie zusammen, sagt Hagemeyer. »Aber ich hoffe, dass die Verantwortlichen jetzt die Heizung etwas mehr aufdrehen.«

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