Fahrer verklagt Versicherung – OLG Hamm spricht von Lügengeschichte
Porsche-Räder weg: Gericht glaubt nicht an Diebstahl

Rödinghausen (WB). Ein anonymer Anruf mit den Worten »Porsche weg, Felgen, Backsteine« soll ihm das Unheil angekündigt haben. Kurz darauf habe er seinen geparkten Porsche ohne Räder und Schweinwerfer vorgefunden. Diese Geschichte wollte dem Mann aus Rödinghausen (Kreis Herford) vor Gericht jedoch niemand glauben.

Donnerstag, 07.09.2017, 11:00 Uhr aktualisiert: 07.09.2017, 11:02 Uhr
An einem Porsche 911 fehlten Räder und Scheinwerfer. Ein vorgetäuschter Diebstahl, meint das Gericht. Foto: Kigoo Images / pixelio.de
An einem Porsche 911 fehlten Räder und Scheinwerfer. Ein vorgetäuschter Diebstahl, meint das Gericht. Foto: Kigoo Images / pixelio.de

Weil er nach Auffassung des Oberlandesgerichtes (OLG) in Hamm dem 20. Zivilsenat eine Lügengeschichte aufgetischt hatte, bleibt er nun auf dem vergeblich bei seiner Versicherung geltend gemachten Schaden sitzen. Das OLG hat damit die erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Bielefeld bestätigt.

Entschädigung in Höhe von 31.500 Euro verlangt

Der Porschefahrer behauptete gegenüber seiner Versicherung, sein Fahrzeug an einem Abend im März 2014 unbeschädigt auf dem Gehweg einer Straße in Bünde abgestellt zu haben. Etwa drei Stunden später habe er ebenjenen mysteriösen Anruf erhalten und das Fahrzeug 20 Minuten später ohne Räder und Scheinwerfer auf dem Gehweg vorgefunden.

Folglich müssten Unbekannte Räder und Scheinwerfer seines Autos entwendet haben, also ein Versicherungsschaden. Von der Signal Iduna verlangte er eine Entschädigung in Höhe von 31.500 Euro. Die Kaskoversicherung verweigerte allerdings die Zahlung mit der Begründung, der Teilediebstahl sei vorgetäuscht. Dagegen zog der Mann vor Gericht – erfolglos.

OLG-Senat: Kläger kann Diebstahl nicht beweisen

Die Klage sei unbegründet, so der OLG-Senat, weil der Kläger den Versicherungsfall eines Diebstahls nicht bewiesen habe. Vernommene Zeugen hätten bereits das Abstellen des unbeschädigten Porsches durch den Kläger nicht eindeutig bestätigen können. Der Senat sei davon überzeugt, dass der Kläger in der mündlichen Verhandlung bewusst die Unwahrheit gesagt habe, um seiner Klage zum Erfolg zu verhelfen.

So habe er ausführlich erklärt, warum er eine von der Versicherung verlangte Nachbesichtigung seines Fahrzeugs abgelehnt habe, unter anderem auch entgegen dem Rat seines Rechtsanwalts. Später habe er das Geschehen dann anders geschildert und seine frühere, abweichende Darstellung mit »eigener Nervosität« erklärt. Das, so das Gericht, sei nicht nachvollziehbar. Deshalb sei die sogenannte Redlichkeitsvermutung, die ihm zum Kaskoanspruch hätte verhelfen können, widerlegt. Das Gericht geht davon aus, dass er den Diebstahl habe vortäuschen wollen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Az. 20 U 184/15

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