Knapp 350 Rollenspieler stürzen sich in Rödinghausen in eine fünftägige Fantasy-Schlacht
Schwertkampf auf der Pferdekoppel

Rödinghausen (WB). Schlamm spritzt in die Höhe, dröhnendes Kampfgebrüll ist zu hören, wenn Streitäxte und Schwerter aus Latex auf kunstvoll verzierte Schilder krachen: 350 Rollenspieler haben sich in Bieren in ein fünftägiges Fantasy-Schlachtgetümmel gestürzt.

Donnerstag, 05.10.2017, 07:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2017, 11:14 Uhr
Auf der regendurchtränkten Pferdekoppel geht’s teils heftig zur Sache. Kleinere Verletzungen bleiben aber die Ausnahme. Das Orga-Team von Marc Liedtke passt auf, dass niemand Schaden nimmt Foto: Daniel Salmon
Auf der regendurchtränkten Pferdekoppel geht’s teils heftig zur Sache. Kleinere Verletzungen bleiben aber die Ausnahme. Das Orga-Team von Marc Liedtke passt auf, dass niemand Schaden nimmt Foto: Daniel Salmon

Die mehrere Hektar große Pferdekoppel der Reitschule Cabalance wirkt wie Ort aus einer anderen Zeit, einer anderen Welt. Bärtige Männer in Rüstungen, Frauen in mittelalterlichen Kleidern tummeln sich auf den matschigen Wegen zwischen den rund 100 Zelten. Der ganze Platz erinnert an ein riesiges Heerlager aus J.R.R. Tolkiens »Herr der Ringe«-Trilogie – Schmiede, Lazarett und urige Garküche inklusive.

Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland

Zum zweiten Mal hat Organisator Marc Liedtke für ein Rollenspiel-Event nach Rödinghausen eingeladen. »Die Premiere im letzten Jahr wurde gut angenommen, viele Teilnehmer wollten eine Fortsetzung«, so der 45-Jährige. Erneut spielt die Handlung des Szenarios im fiktiven Reich »Freyenmark«. Mehr als 250 Männer und Frauen stellen die Armee dar, die gegen eine dunkle Bedrohung namens das »Schwarze Herz« ins Feld zieht. 80 kostümierte Statisten mimen die Schergen dieser bösen Macht.

Fantasy-Schlacht in Bieren

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Aus ganz Deutschland sind die Rollenspieler gekommen, um auf der regendurchtränkten Wiese aus ihrem Alltag auszubrechen und in eine fiktive Welt einzutauchen. »Live Action Role Playing« (LARP) – zu Deutsch Live-Rollenspiel – nennt sich das Ganze. Die Teilnehmer können den Charakter, den sie dabei verkörpern, frei improvisieren. Dazu gehört auch, dass sie ihre Kostüme und Ausrüstung oftmals in liebevoller Handarbeit selbst gestalten, sich zudem eine detailreiche Hintergrundgeschichte für ihre Spielfigur ausdenken.

Fortsetzung ist denkbar

Yasmin Reinhardt aus Espelkamp hat sich für ihre Rolle sogar einen Akzent mit französisch klingendem Einschlag zugelegt. »Dabei bin ich eigentlich typisch ostwestfälisch«, erklärt die 35-Jährige, die die grimmige Kriegerin »Xýkara Ti´Kaesphim« darstellt. Für Reinhardt ist die Teilnahme an dem Rollenspiel »wie Urlaub von einem selbst«. Das geht sogar so weit, das Handys und Smartphones fünf Tage lang komplett ausbleiben – auch um ein authentischeres Spielgefühl zu simulieren »Man lässt das Weltgeschehen komplett hinter sich. Ich weiß noch nicht mal, wie das Referendum in Katalonien ausgegangen ist«, sagt Ulf Müller aus Hamburg.

Mehrmals am Tag versammeln sich die Teilnehmer, stürzen sich mit ihren Latexwaffen ins Kampfgetümmel. »Wir legen Wert darauf, dass sich niemand verletzt. Sicherheitshalber wird nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr gekämpft und Spielleiter überwachen zudem das Geschehen«, sagt Liedtke.

Letztlich scheitern die Hobby-Krieger nach mehrtägigem Kampf mit ihrem Angriff aufs »Schwarze Herz«. Stoff für eine Neuauflage des Rödinghauser Rollenspiel-Events im kommenden Jahr? »Mal schauen«, meint Marc Liedtke.

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