Kommunale Wohnungsbaugesellschaft kauft Bahnhof Bruchmühlen
Abriss oder Sanierung?

Melle/Rödinghausen  (WB). Das Bruchmühlener Bahnhofsgebäude hat einen neuen Besitzer: Die »Wohnungsbau Grönegau GmbH« (WBG) hat die in die Jahre gekommene Immobilie erworben. Die Stadt Melle hält 51 Prozent der Anteile des Unternehmens.

Mittwoch, 21.03.2018, 11:17 Uhr aktualisiert: 21.03.2018, 11:20 Uhr
Bereits verkauft: Der Bruchmühlener Bahnhof ist nun wieder in öffentlicher Hand. Das Unternehmen WBG und die Stadt Melle beraten sich nach baldigen Gutachten, wie die Gestaltung des Bereiches verbessert werden könnte. Foto: Lukas Willner
Bereits verkauft: Der Bruchmühlener Bahnhof ist nun wieder in öffentlicher Hand. Das Unternehmen WBG und die Stadt Melle beraten sich nach baldigen Gutachten, wie die Gestaltung des Bereiches verbessert werden könnte. Foto: Lukas Willner

Somit ist das Gebäude quasi in kommunaler Hand. Der Plan der neuen Besitzer: Das Areal soll künftig aufgewertet werden. »Der Eingang zum Ort Bruchmühlen sollte einladend wirken«, findet WBG-Geschäftsführer Dirk Hensiek. »Dies ist ein Ort, um den man sich kümmern muss. Wir wollen den Platz vernünftig und freundlich herrichten.« Im 1855 errichteten Komplex an den Bahnschienen befinden sich derzeit Mietwohnungen. »Die Mietverhältnisse sollen zunächst weiterhin bestehen bleiben«, so Hensiek.

Gutachten soll über weiteres Vorgehen entscheiden

Um aber herauszufinden, wie es um die Bausubstanz des mehr als 150 Jahre alten Gebäudes bestellt ist, will die WBG ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses soll in den kommenden Wochen angefertigt und analysiert werden. Danach falle dann die Entscheidung bezüglich der weiteren Nutzung: »Zwei gute Lösungen sind vorstellbar. Die Optionen sind von der Gebäudesubstanz abhängig. Zum einen könnten die Wohnungen saniert werden. Das Interesse der Mieter besteht trotz der Lage an den Bahnschienen. Hier müsste natürlich für einen guten Schallschutz gesorgt werden«, so Hensiek. »Zum anderen besteht die Möglichkeit, die Fläche als öffentlichen Platz zu nutzen und ein ›Park and Ride‹-System zu errichten.« Dafür müsste allerdings das Bahnhofsgebäude abgerissen werden. »Die Haltestelle in Bruchmühlen wird sehr gut angenommen, besonders Pendler nutzen sie rege«, sagt Ortsbürgermeister Axel Uffmann. »Und man muss schließlich schauen, wie man den Umstieg von Auto- auf Bahnfahrt noch stärker ausbauen kann.«

Abriss denkbare Option

Uffmann freut sich in jedem Fall, dass das Gebäude wieder in öffentlicher Hand ist: »Wir wollen über die Zukunft des Bahnhofs im Ort nun eine Diskussion beginnen, ausgehend vom Ortsrat. Wir wollen dabei auch die Bürger mit einbinden«, sagt Uffmann, selbst Mitglied des WBG-Aufsichtsrates. Mit einem im Raum stehenden Abriss der ortsbildprägenden Immobilie dürfe man es sich nicht zu einfach machen, so Uffmann: »Wir können uns aber vorstellen, dass das Gebäude abgerissen wird, wenn man die Bausubstanz nicht erhalten kann.«

Gut sei in jedem Fall, dass das Areal nun in öffentlicher Hand sei. Mit Blick auf die künftige Gestaltung des Quartiers habe man nun viel Möglichkeiten. Der Gemeindevorsteher bringt auch mögliche Investoren für das Projekt ins Spiel, schränkt aber zugleich ein: »Da jemanden zu finden, halte ich für sportlich«, so Uffmann.

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