Naturfläche bei Standortsuche für Bruchmühlener Fachmarktzentrum nicht mehr in der Diskussion
Schulwäldchen bleibt erhalten

Rödinghausen (WB). So richtig wollten die Besucher der Infoveranstaltung zum geplanten Fachmarktzentrum in Bruchmühlen ihren Ohren erst nicht trauen. Fakt ist aber: Das als Standort in Frage kommende Schulwäldchen bleibt erhalten.

Samstag, 24.03.2018, 07:07 Uhr aktualisiert: 24.03.2018, 12:36 Uhr
Diverse Standorte für ein Fachmarkzentrum in Bruchmühlen wurden in den vergangenen Wochen andiskutiert (siehe Grafik). Aus verschiedenen Gründen kam letztlich aber keine der Flächen als Baugrund für das Einzelhandelsprojekt infrage. Nach einer Alternative soll weiterhin gesucht werden. Foto:
Diverse Standorte für ein Fachmarkzentrum in Bruchmühlen wurden in den vergangenen Wochen andiskutiert (siehe Grafik). Aus verschiedenen Gründen kam letztlich aber keine der Flächen als Baugrund für das Einzelhandelsprojekt infrage. Nach einer Alternative soll weiterhin gesucht werden.

Mehrfach wurde Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer am Donnerstagabend in der Aula der Gesamtschule gebeten, seine Aussage zu bestätigen. Der Verwaltungschef hatte betont, kein Verfahren zur Umschreibung des Bebauungsplans zugunsten eines Fachmarktzentrums an der Bruchstraße 196 vornehmen zu wollen. Ein Planungsentwurf hätte, zumindest in Teilen, die Rodung des Schulwäldchens vorgesehen. Dagegen hatte sich in Bevölkerung Widerstand formiert . Dieser Standort ist allerdings nach einer Abstimmung unter den politischen Vertretern der Gemeinde nicht mehr in der Diskussion.

Planungsbeispiel veranschaulicht

Gut 200 Interessierte nahmen an dem Infoabend teil.

Gut 200 Interessierte nahmen an dem Infoabend teil. Foto: Daniela Dembert

Rein exemplarisch seien die Ausführungen zu sehen, die Christian Rohde vom Projektbüro Halsdorfer & Ingenieure unter dem Arbeitstitel »Einkaufen & Erleben« für besagtes Areal vorgestellt hatte. »Wir wollten anhand dieses Planungsbeispiels aufzeigen, was alles zu einem solchen Entscheidungsverfahren gehört und den Bürgern darlegen, inwiefern Punkte wie Schallschutz, Verkehrslage, Kompensationsmaßnahmen behandelt werden«, sagte Vortmeyer. Landschaftsarchitekt Rainer Brokmann gab einen Überblick dessen, was aus natur- und landschaftsschützerischer Sicht an Maßnahmen und Untersuchungen für solch ein Bauvorhaben nötig sei.

Lidl, der Textildiscounter Kik, die Drogeriekette Rossmann, ein Backshop mit Café sowie optional ein weiterer Fachmarkt sind für ein Fachmarktzentrum im Gespräch, haben allerdings recht bestimmte Anforderungen an den Standort. An der Hauptverkehrsachse und in Nähe weiterer Einzelhändler soll er liegen, eine gute Einsehbarkeit und ein großzügiges Parkangebot bieten. »Dafür kommen die meisten vorgeschlagenen Alternativstandorte nicht in Frage«, sagte Rohde.

Alternativen werden gesucht

So hätte die Planungsvariante für das Fachmarktzentrum am Schulwäldchen ausgesehen.

So hätte die Planungsvariante für das Fachmarktzentrum am Schulwäldchen ausgesehen.

Eine Dringlichkeit bei der Suche nach einem möglichen Standort sieht Vortmeyer weiterhin. »Wir haben in verschiedenen Bereichen überhaupt kein Angebot. Schon jetzt sind 50 Prozent der Kaufkraft abgängig«, sagte der Bürgermeister und berief sich auf ein bereits 2010 erstelltes Einzelhandelskonzept. Der Internethandel tue sein Übriges. »Der Kunde erwartet Erlebniseinkauf in großen, schönen und übersichtlichen Geschäften mit vielfältigem Angebot. Nur starke, breit aufgestellte Standorte haben eine Zukunft«, so das Gemeindeoberhaupt. Es gehe um die Attraktivität Rödinghausens auch im Hinblick auf Zuzüge.

»Mit der Erweiterung des Angebots erhöhen wir die Frequenz vor Ort. Davon profitieren letztlich alle Einzelhändler«, sagte Vortmeyer. Deshalb soll die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Fachmarktzentrum auch weitergehen. Zwei weitere Möglichkeiten seien im Gespräch und würden in den nächsten Wochen diskutiert. Vortmeyer: »Dann wird es einen runden Tisch mit Vertretern der Naturschutzverbände, Werbegemeinschaften, Bürgerinitiativen, Politik und Verwaltung geben.«

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