Do., 05.07.2018

Erste plattdeutsche Ortseingangstafel in OWL feierlich enthüllt – mit Video Willkommen in Ränghiusen!

Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer, Rödinghausens »Plattdeutsch-Ikone« Magdalene Obrock und FDP-Landtagsabgeordneter Stephen Paul posieren stolz vor der neuen Ortstafel mit dem niederdeutschen Namenszusatz der Gemeinde.

Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer, Rödinghausens »Plattdeutsch-Ikone« Magdalene Obrock und FDP-Landtagsabgeordneter Stephen Paul posieren stolz vor der neuen Ortstafel mit dem niederdeutschen Namenszusatz der Gemeinde. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Rödinghausen (WB). In Rödinghausen steht seit Mittwochmittag das erste Ortsschild in OWL mit einer plattdeutschen Zusatzbezeichnung. »Nun kann jeder Besucher sofort erkennen, dass in Ränghiusen die plattdeutsche Sprache noch gelebt wird«, sagt Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer.

Es ist kurz nach 11 Uhr, als an der Alten Dorfstraße – etwa in Höhe der Hausnummer 109 – die strahlend gelbe Tafel mit einem kleinen Festakt enthüllt wird. Es ist das erste von insgesamt fünf Schildern, die an den Einfahrtsstraßen zum namensgebenden Ortsteil der Wiehengemeinde platziert werden.

Dank an engagierte Bürger

Nachdem einige Grundschüler aus voller Kehle – und natürlich auf Platt – das Rödinghausen-Lied angestimmt haben, wendet sich Vortmeyer in einem Grußwort an die Anwesenden: »Rödinghausen ist stolz darauf, nun auch seinen plattdeutschen Namen führen zu dürfen. Unsere Gemeinde ist schließlich eine Hochburg des Plattdeutschen im Kreis Herford.«

Besonders bedankt sich der Bürgermeister bei Magdalena Obrock, Egon Brandmeier, Heinrich Bringewatt, Gerd Heining und Wilhelm Schürmann vom Plattdeutschen Gesprächskreis, die sich seit Jahren für die Aufstellung zweisprachiger Ortsschilder eingesetzt haben.

Erst ein entsprechender Erlass des NRW-Heimatministeriums Ende letzten Jahres ließ diesen Wunsch allerdings Realität werden. Zuvor war das Anliegen aus der Wiehengemeinde über Jahre hinweg von früheren Landesregierungen immer wieder blockiert worden. Eine Rödinghauser Ratsmehrheit votierte unter neuen Voraussetzungen dann Anfang 2018 mehrheitlich für die doppelsprachigen Ortstafeln. »Und im April erhielten wir dann als erste Kommune Nordrhein-Westfalens die Erlaubnis. Wir freuen uns, dass wir hier eine Vorreiterrolle in NRW und im Kreis Herford übernehmen dürfen«, so Vortmeyer.

Drensteinfurt war flotter

Grußwort von Scharrenbach

Zwar war NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach zur Einweihung der plattdeutschen Ortstafel nicht persönlich erschienen, allerdings schickte sie ein persönliches Grußwort an den Wiehen. So bezeichnete die CDU-Politikerin die Rödinghauser unter anderem als »Pioniere«, die nicht lange gezögert hätten, nachdem das Ministerium niederdeutsche Ortstafeln erlaubt habe: »Jahrelang haben Sie um den plattdeutschen Namen auf Ihrem Ortsschild gerungen, jetzt ist es endlich soweit«, spricht Scharrenbach die Bürger direkt an. Und weiter: »Das neue Ortsschild steht für ihr Selbstverständnis als heimatverbundene Kommune.«

Allerdings: Beim Aufstellen der Schilder war eine andere NRW-Kommune schneller. Die Stadt Drensteinfurt (Kreis Warendorf) weihte ihre erste Ortstafel mit der niederdeutschen Schreibweise »Stewwert« bereits vor knapp einem Monat ein. Dafür darf Rödinghausen nach der Änderung der Gemeindehauptsatzung als bislang einzige Kommune in Nordrhein-Westfalen seinen plattdeutschen Namen auch auf amtlichen Schreiben und im Siegel führen.

Zur Enthüllung des »Ränghiusen-Schildes« an der Alten Dorfstraße ist auch Stephen Paul, Sprecher für Heimat und Kommunales im Düsseldorfer Landtag, erschienen. »Gerade als heimischer Herforder Landtagsabgeordneter freue ich mich besonders, dass ›Ränghiusen‹ als Gemeinde mit jahrhundertelanger niederdeutscher Tradition nun eine plattdeutsche Zusatzbezeichnung führen wird«, sagt der FDP-Politiker und schickt gleich einen Appell an andere Kommunen, es den Rödinghausern gleichzutun: »Möge die Enthüllung der Ortsschilder in Rödinghausen auch andere heimatbewusste Stadt- und Gemeinderäte und Bürgermeister beseelen, es Euch gleichzutun.«

Vier Ortsschilder kommen noch

In den kommenden Tagen werden die noch fehlenden vier »Ränghiusen-Tafeln« an der Auffahrt Bünder Straße/Heerstraße, an der Buerschen Straße und an der Westerbergstraße aufgestellt. Die Kosten pro Schild beziffert die Gemeindeverwaltung auf etwa 150 Euro.

Kommentare

und wer

bezahlt diesen Quatsch? Was soll das? Pro Schild € 150,-- plus Einbau etc. So was können sich doch nur Leute ausdenken, Politiker-bestimmte Behörden, weil die nicht mit Geld umgehen können. Alleine schon der Schwachsinn nach hunderten Jahren plötzlich wieder Hansestadt >Herford und welche Dörfer plötzlich alles Hansestädte wieder sind. Nur Kosten und bezahlen darf das der Steuerzahler. Bezahlen soll sowas der Politiker, die Behörde. Jedes Jahr werden 30 - 40 Mrd Euro Steuergelder von Behörden(Straßenbau) -Politikern verbraten..(nachzulesen im Schwarzbuch d. Steuerzahler) man soll sich nur BER ansehen. Slche Dinge sollten alle Verantworttlichen Behörden/Politiker aus eigener Tasche bezaheln inkl. Zinsen.

1 Kommentare

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