Fr., 14.06.2019

23-Jähriger verletzt Mann (41) auf Fete mit Faustschlag – Gericht verhängt Geldstrafe »Und dann flogen mir die Zähne raus«

Das Urteil fiel vorm Amtsgericht.

Das Urteil fiel vorm Amtsgericht. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Rödinghausen (WB). Er beteuerte bis zum Schluss seine Unschuld: Dennoch hat das Bünder Amtsgericht einen 23-jährigen Rödinghauser wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer 500-Euro-Geldstrafe (50 Tagessätze à zehn Euro) verurteilt.

Nach der Beweisaufnahme war für die Vorsitzende Richterin klar, dass der derzeit Arbeitslose einem anderen Mann (41) Mitte November 2018 völlig grundlos zwei Zähne ausgeschlagen hatte. »Ich werde für etwas verurteilt, was nicht passiert ist. Da sieht man mal, wie das in Deutschland läuft«, kommentierte der einschlägig vorbestrafte Rödinghauser die Entscheidung des Gerichts.

Zugetragen hatte sich der Vorfall bei der Einweihungsfeier eines Rödinghauser Firmengebäudes. Laut dem als Zeugen geladenen Gastgeber seien 200 Gäste zu der Party gekommen. Lediglich kurz hätten sich Opfer und Angeklagter im Vorfeld des Übergriffs unterhalten: Einer hatte den anderen um eine Zigarette gebeten.

Zähne ausgeschlagen

Zu der Attacke war es dann gegen 3 Uhr gekommen, wie der Geschädigte dann später in seiner Vernehmung schilderte. »Ich hatte mir was vom Grillbuffet geholt und wollte dann noch ein Bier vom Getränkewagen haben«, schilderte der Mann. Am Getränkeausschank habe nur der Angeklagte gestanden, so der 41-Jährige, der damals plötzlich und ohne Vorwarnung einen Schlag ins Gesicht bekommen habe: »Und dann flogen mir die Zähne raus.«

Wie der Mann – er kommt wie der Beklagte aus Rödinghausen – weiter ausführte, war ein Zahn komplett ausgeschlagen worden, ein weiterer abgebrochen. Deshalb sei er noch immer in Behandlung. Nach dem Vorfall selbst sei das Opfer geschockt gewesen, habe sich erst mal hinsetzen und dann seine ausgeschlagenen Zähne suchen müssen. Später habe er den Gastgeber auch auf seine Verletzung aufmerksam gemacht, war aber erst nach der Fete mit seiner Frau zur Polizei gefahren um den Vorfall zu melden.

Täter streitet Vorfall ab

Wie im Laufe der Verhandlung klar wurde, hatten alle Prozessbeteiligten zum Tatzeitpunkt schon reichlich Alkohol konsumiert. »Ich hatte etwa zehn Bier und drei Rum-Cola getrunken«, räumte der Angeklagte ein, der von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen seinerzeit »wie vom Blitz getroffen« gewesen sei: »Ich habe ihn nicht geschlagen. Das hätte doch wer mitbekommen.«

Starke Alkoholisierung beim Urteil berücksichtigt

Letztlich halfen seine Unschuldsbekundungen dem 23-Jährigen wenig. Die Richterin stufte die Ausführungen des Opfers als glaubwürdig ein. Der Mann habe keine Motivation gehabt, den Angeklagten grundlos zu belasten. »Und die Verletzungen sind schließlich real«, so die Richterin. In ihrem Urteil berücksichtigte sie die starke Alkoholisierung des wegen ähnlicher Delikte bereits in Erscheinung getretenen Mannes strafmildernd und blieb beim Strafmaß sogar unter den Forderungen der Anklage.

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