Do., 11.07.2019

Treffen der über 100-Jährigen im Kreis Herford findet dieses Mal in kleiner Runde statt »So bleibe ich fit: Laufen, laufen, laufen«

Lina Gerber ist mit Schwiegertochter Ulla zur Ü100-Fete gekommen. Für sie steht fest: »Nächstes Jahr komm ich wieder.«

Lina Gerber ist mit Schwiegertochter Ulla zur Ü100-Fete gekommen. Für sie steht fest: »Nächstes Jahr komm ich wieder.« Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Rödinghausen (WB). Deutschlands älteste Kaffeetafel ist in diesem Jahr etwas kleiner ausgefallen: Nur fünf Teilnehmer erscheinen am Donnerstag zum traditionellen Treffen der über 100-Jährigen im Kreis Herford. »Wir haben Nachwuchsmangel«, stellt Vize-Landrat Hartmut Golücke fest.

Denn in der Tat würden zwischen Rödinghausen und Vlotho aktuell nur 32 Menschen leben, die hundert Jahre oder älter sind. »Das waren schon mal mehr. Da müssen wir gucken, dass wir da was dran tun«, wendet sich Golücke an die vier Damen und den einen Herrn am festlich gedeckten Tisch auf der Deele des Rödinghauser Hofs Steinmeier.

Drei Teilnehmer sind »nur« 99 Jahre alt

Zudem sind bei der mittlerweile 11. Auflage des Ü100-Clubs gar nicht alle Teilnehmer ein Jahrhundert alt. Heinz Waiser (Hiddenhausen), Lina Gerber (Rödinghausen) und Hildegard Krömker (Herford) sind erst 99 Jahre alt, feiern 2019 aber noch Geburtstag. Margot Sellmann (100 Jahre, Löhne) und Anna Schweser (102 Jahre Hiddenhausen) haben die magische Altersgrenze bereits überschritten.

Letztere ist bereits zum dritten Mal beim vom Kreis Herford und der AWO mit Unterstützung der Sparkassenstiftung organisierten Treffen dabei. »Ich komme immer gerne her«, sagt die rüstige Seniorin und lässt sich ein Stück leckeren Erdbeerkuchen auf ihren Teller laden.

Viel Trubel im Vorjahr

Nebenan verrät Lina Gerber das Geheimnis ihres hohen Alters: »Laufen, laufen, laufen: So bleibe ich fit. In diesem Jahr war ich noch kein Mal beim Arzt«, sagt die 99-Jährige. Ihr Handy lässt die Rödinghauserin bei ihren Spaziergängen durch die Wiehengemeinde übrigens immer zu Hause. »Meine Familie hat Angst, dass ich stürze. Aber das passiert schon nicht«, sagt sie und gibt eine weitere ihrer Leidenschaften zum Besten: »Ich singe immer noch im Kirchenchor – und zwar bestimmt schon seit 80 Jahren.«

Überhaupt herrscht einmal mehr gute Stimmung auf der Deele der Steinmeiers, die ihren Hof seit 2011 für die Veranstaltung zur Verfügung stellen. »Allerdings lassen wir es dieses Mal etwas ruhiger angehen«, sagt Organisator Hartmut Golücke. Vor knapp zwölf Monaten hatte TV-Kabarettist Eckart von Hirschhausen einen Fernsehbeitrag auf dem Ü100-Treffen gedreht. »Das war schon ziemlich viel Trubel und auch anstrengend für die alten Leute«, erklärt der stellvertretende Landrat.

»Im nächsten Jahr komme ich wieder!«

Auf ein kleines Unterhaltungsprogramm müssen die betagten Kaffeegäste nicht verzichten. Die heimischen Landfrauen stimmen gleich mehrere Lieder an. Ein Akkordeonmusiker spielt ebenfalls auf. Und natürlich wird das allseits beliebte »Jahrhundertwasser« gereicht – Traubensaft und Mineralwasser mit einem Spritzer Sekt. Nach einigen geselligen Stunden steht jedenfalls für Lina Gerber fest: »Im nächsten Jahr komme ich wieder!«

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