So., 28.07.2019

Junglandwirtin Carina Nölker stellt erfolgreich Rinder auf Schauen aus Die Kuhkosmetikerin

Von Kathrin Weege

Rödinghausen(WB). Waschen, föhnen, scheren – auch als schwarz-buntes Rind geht’s nur frisch gestylt aus dem Haus – vielmehr vom Bauernhof zur Schau.

Carina Nölker bindet die zehn Monate alte Tabby mit Halfter und Strick an, dann beginnt sie mit der Kuhkosmetik. Als erstes wird das Fell gewaschen. »Für einen ›Typwettbewerb‹ muss das Rind schön sauber und hergerichtet sein«, sagt die 23-Jährige, die auf dem elterlichen Hof in Melle-Wehringdorf und dem Zweitstandort in Ostkilver als staatlich geprüfte Agrarwirtin arbeitet. Bei der Bundesschau im Juni in Oldenburg schaffte sie es in der Altersklasse 20 bis 25 unter die besten Vier mit ihrem Jungtier.

Bevor es zu einem Wettbewerb geht, werden die Rinder geschoren. So ist das Fell schön gleichmäßig. Am großen Tag werden die Haare am Schwanz etwas auftoupiert – das gibt Volumen. »Die Richter achten besonders auf die Oberlinie – die so genannte Topline. Für eine gute Optik, werden die Haare auf der Wirbelsäule hochgefönt und anschließend mit einem Spezial­spray fixiert«, sagt die Junglandwirtin. Für ein schönes Finish sprüht Nölker noch etwas Glanzspray aufs Fell. Tabby steht auch dabei ganz entspannt auf dem Hof.

Ein großer Rumpf steht für Leistungsfähigkeit

Das Fell am Bauch des Rinds wird nicht ganz kurz geschoren. »So wirkt der Rumpf größer. Hat das Tier hier viel Kapazität, ist mehr Platz für Herz und Lunge – man geht davon aus, dass eine solche Kuh später besonders leistungsfähig ist«, erzählt Nölker.  Die Richter bewerten außerdem Stellung und Winkelung der Beine sowie den Rippenboden.

Bei einem so genannten Vorführ-Wettbewerb schauen die Richter, wie die Tiere vorgestellt werden. »Ich führe Tabby dann langsam am Halfter – dafür haben wir ein schickes Modell aus Leder mit einer Kette. Das Laufen am Strick habe ich vorher bei uns im Dorf geübt. Die Richter möchten sehen, dass die Rinder entspannt sind. Prima ist es, wenn sie ruhig gehen oder im Stehen wiederkäuen«, meint Carina Nölker, die zwar ihr eigenes Pferd noch auf dem Hof stehen hat, ihre Reithose aber komplett gegen die Arbeitsmontur getauscht hat. »Fürs Reiten fehlt mir heute einfach die Zeit«, sagt sie.

Der Tag der jungen Landwirtin beginnt um 5 und endet um 19 Uhr

Denn bei der jungen Frau beginnt der Tag morgens früh um 5 Uhr mit dem Melken von 260 Milchkühen in Ostkilver und endet am Abend nach dem (dreistündigen) Melken gegen 19 Uhr. Außer den Milchkühen in Rödinghausen wollen auch die gut 200 Jungtiere in Melle-Wehringdorf, wo Nölker mit ihren Eltern wohnt, gefüttert werden. »Ohne Mittagsschlaf geht’s da nicht«, verrät Carina Nölker. Auch ihr Bruder arbeitet im Betrieb. »Er ist für den Bereich Acker zuständig. Das ist nicht so meins«, meint sie. Landwirtin zu werden, sei immer ihr Traum gewesen. »Mit meinem Bruder hier ist es die perfekte Kombination. Auch meine Eltern packen noch voll mit an.«

23-Jährige ist Model einer Kampagne des Landwirtschaftsverbands

Wer nun das Gefühl hat, Carina Nölker schon einmal gesehen zu haben, der irrt vermutlich nicht. Denn die 23-Jährige hat genau wie auch ihr Brüder Patrick für die Imagewerbung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) gemodelt. Die Plakate sind an Straßen aufgestellt. außerdem prangt eines im XXL-Format am Jungtierstall der Familie Nölker in Melle-Wehringdorf.

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