Mi., 28.08.2019

Ende der Freibadsaison im Bünder Land: Verhalten der Besucher hat sich verändert »Manchmal fehlt der Respekt«

Eigentlich sind Freibadbesucher auf der Suche nach Spaß und Erholung. Manchmal gibt es aber Stress am Beckenrand.

Eigentlich sind Freibadbesucher auf der Suche nach Spaß und Erholung. Manchmal gibt es aber Stress am Beckenrand. Foto: dpa

Von Hilko Raske

Bünde/Kirchlengern/Rödinghausen (WB). Pöbelnde Freibadbesucher, Randale am Beckenrand – das Rheinbad Düsseldorf sorgte in diesem Sommer für Schlagzeilen. Doch wie verlief die Saison aus Sicht der Freibäder im Bünder Land? Eher friedlich oder jede Menge Störenfriede? Das WESTFALEN-BLATT fragte nach.

»Bis jetzt ist es in den Bünder Bädern zu solchen Vorfällen wie in Düsseldorf noch nicht gekommen«, informiert Alfred Würzinger, Geschäftsführer der Bünder Bäder GmbH. Zwar habe es vereinzelt in diesem und dem vergangenen Sommer Situationen gegeben, in denen vorwiegend einzelne Personen auffällig geworden seien. »Diese Situationen konnten aber durch die Schwimmmeister geklärt werden.«

Und wie schaut es mit Beschimpfungen oder Respektlosigkeit aus? »Das Personal – sowohl in der Aufsicht als auch Kassen- oder Reinigungspersonal – hat es häufiger mit respektlosem Verhalten zu tun. Diese Respektlosigkeiten können dabei von jeder Personengruppe jeden Alters ausgehen«, sagt Würzinger. Sollte gegen die Hausordnung beziehungsweise die Baderegeln verstoßen werden, könne das Personal der Bünder Bäder GmbH von seinem Hausrecht Gebrauch machen und die Personen des Bades verweisen. »In den Vergangenheit sind bereits vereinzelt Personen des Bades verwiesen worden«, berichtet der Geschäftsführer der Bäder GmbH.

Polizei am Beckenrand

Das Aqua Fun in Kirchlengern hat jährlich etwa 120.000 Gäste. Vor allem im vergangenen Jahr kam es aufgrund des hervorragenden Wetters zu einem Besucherrekord. Wie haben sich die Badefreunde hier verhalten? »Zu einer vergleichbaren Situation wie in Düsseldorf ist es nicht gekommen. Fehlverhalten einzelner Personen gibt es schon hin und wieder«, sagt Martina Stallmann, Pressesprecherin der Gemeinde Kirchlengern. »Dabei handelt es sich um Verstöße gegen die Badeordnung, zum Beispiel das Ignorieren gesperrter Bereiche wie am Sprungturm oder des Sprungverbots vom seitlichen Beckenrand.«

Allerdings ließen auch in Kirchlengern die Umgangsformen scheinbar manchmal zu wünschen übrig – die Erfahrung hat das Aufsichtspersonal im Aqua Fun machen müssen. »Wenn das Personal bei Verstößen gegen die Badeordnung eingreift, kam es in der letzten Zeit zu Beschimpfungen und Beleidigungen. Tätliche Angriffe gab es nicht«, so Martina Stallmann. Würden die Freibadgäste gegen die Regeln verstoßen, werde auf die Badeordnung hingewiesen und um Einhaltung gebeten. »Wenn dies erfolglos bleibt, wird eine Androhung zum Verlassen des Bades ausgesprochen.« Wenn auch das nicht dazu führe, dass der Badegast sein Fehlverhalten einsehe, werde er des Bades verwiesen. »Hierbei musste auch schon die Unterstützung der Polizei in Anspruch genommen werden. Anschließend wird je nach Schwere des Verstoßes entschieden, ob dem Gast ein befristetes oder unbefristetes Hausverbot erteilt wird«, sagt die Pressesprecherin.

Keine Beschimpfungen in Rödinghausen

Randale oder gar Schlägereien, wie sie in jüngster Zeit im Rheinbad in Düsseldorf vorgekommen sein sollen, gibt es im Freibad Rödinghausen nicht. »Ich hab schon mal jemanden nach Hause geschickt, weil er den Anordnungen nicht gefolgt ist, aber am nächsten Tag war dann wieder alles gut«, sagt Steffi Schröder, langjährige Schwimmmeisterin im Rödinghauser Freibad. Dabei geht es dann um Dinge, wie die Rutsche von unten hinauf klettern und nicht um ernsthafte Auseinandersetzungen. Hausverbote für mehrere Tage mussten Schröder und ihre Kollegin Christina Dülberg noch nie aussprechen und auch Beschimpfungen oder respektloses Verhalten gegenüber dem Personal kämen im Freibad nicht vor.

Die nötige Befugnis und auch die Autorität, um Randalierer vor die Tür zu setzen hätten Schröder und Dülberg aber. Würde so ein Hausverbot dann missachtet, hätte Steffi Schröder auch kein Problem damit, die Polizei zu verständigen. Und um mögliche Übeltäter am Eingang wiederzuerkennen müssten sich die Schwimmmeisterinnen auch nicht die Ausweise zeigen lassen. »Der Vorteil hier in Rödinghausen ist ja, dass wir drei Viertel der Besucher aus Rödinghausen und der Umgebung kennen«, so Schröder. »Wenn ich also nachmittags ein Hausverbot aussprechen würde, bräuchte ich meiner Kollegin Christina nur zu sagen, wen sie am nächsten Vormittag nicht ins Bad lassen darf und das würde funktionieren.«

Nötig sei das bisher allerdings noch nie gewesen, so Steffi Schröder: »Im Rödinghauser Freibad ist die Welt noch in Ordnung«.

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