Alle zwei oder alle vier Wochen: Rat diskutiert über Abfuhr-Rhythmus des Restmülls ab 2021
Graue Tonnen werden schwerer

Rödinghausen (WB). »Wenn die graue Tonne nur noch alle vier Wochen abgeholt wird, dann brauche ich eine größere. Dabei ist meine 240-Liter-Tonne schon extrem schwer zu händeln«, meinte eine Rödinghauserin bei der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung. Und bezog klar Stellung zu der Planung der Gemeinde, den Restmüll ab 2021 nur noch alle vier statt wie bisher alle zwei Wochen abzufahren.

Donnerstag, 28.11.2019, 10:00 Uhr
Ab in die graue Tonne! Windeln oder Asche gehören hier hinein. Aktuell wird der Restmüll in Rödinghausen alle zwei Wochen abgeholt. Foto: Weege
Ab in die graue Tonne! Windeln oder Asche gehören hier hinein. Aktuell wird der Restmüll in Rödinghausen alle zwei Wochen abgeholt. Foto: Weege

Auch wenn in der Sitzung am Dienstag noch keine Entscheidung zu diesem Thema fiel – sie wurde auf Wunsch der WiR-Fraktion, die noch Beratungsbedarf hatte, in die Ratssitzung in 14 Tagen verlegt – scheinen sich nicht alle Bürger und auch nicht alle Fraktionen so ganz leicht mit diesem neuen Abfuhr-Rhythmus anfreunden zu können.

»Restmüll riecht nicht«

Da der Vertrag mit der Firma Prezero Ende 2020 ausläuft, müssen die Leistungen EU-weit neu ausgeschrieben werden. Der Müll soll weiter gewogen und laut Verwaltungsvorschlag künftig im Vier- statt Zweiwochen-Rhythmus abgeholt werden.

Martin Adams, Teamwork AG, zeigte in der Sitzung die Vorteile des verlängerten Rhythmus’ auf: »Es gibt weniger Emissionen wie Feinstaub und CO 2 , wenn das Fahrzeug nur einmal im Monat unterwegs ist.« Außerdem sei diese Taktung kostengünstiger – auch für die Bürger. Mehrere Kommunen wie Hiddenhausen oder Lübbecke würden ebenfalls so verfahren. »Mir ist keiner bekannt, der nach der Umstellung unzufrieden war«, so Adams.

Damit der Abfall nicht in der Umwelt oder in öffentlichen Mülleimern entsorgt wird, weil der Platz in der eigenen Tonne knapp wird, würden größere Behältnisse angeboten. »Das Argument ›Geruchsbelästigung‹ ist zu vernachlässigen. In den Restmüll kommen keine geruchsintensiven Stoffe«, meinte Adams. Er schlug vor, die Entsorgung im Vier-Wochen-Takt auszuschreiben. Es sei rechtlich nicht möglich, zwei verschiedene Rhythmen auszuschreiben und erst dann zu entscheiden, wie abgefahren werden soll.

Doppel-Auschreibung

Thomas Lübeck (CDU) wollte aber genau dies gerne wissen: »Wie sieht denn der finanzielle Unterschied für den Bürger aus?« Die rechtlichen Bedenken bei einer entsprechenden Doppel-Ausschreibung könne er nicht verstehen. Zudem sei der Rödinghauser an die 14-tägige Abfuhr gewöhnt. Adams erklärte, dass man die Differenz so nicht genau beziffern könne. Klar sei aber, dass es günstiger würde – jedoch nicht um so viel wie die Hälfte.

Taktung funktioniert in anderen Kommunen

Karin Menke (SPD) konnte sich den verlängerten Rhythmus durchaus vorstellen. Gerade weil es auch in Kommunen wie Lübbecke oder Hiddenhausen gut funktioniere. Siegfried Lux (SPD) meinte: »Wir reden immer über Klima und den ökologischen Fußabdruck: Dann müssen wir auch mal Farbe bekennen.« Menke sagte zudem: »Ich gehe davon aus, dass die Entsorgung 2021 sowieso teurer wird. Wenn wir uns am Ende doch für 14-tägige Abfuhr entscheiden, dann müssen wir dazu stehen und die Bürger die entsprechend höheren Kosten dafür tragen.«

Reinhard Uthoff (CDU) sorgte sich um die Geruchsbelästigung und nannte volle Windeln als Beispiel. Dr. Ingo Tschaschnig (WiR) meinte, dass die Tonnen dann für alle größer und entsprechend schwerer würden. Das könnte vor allem für ältere Bürger ein Problem darstellen.

Mülltonnen sehr alt

Neben dem geänderten Rhythmus bei der grauen Tonne ist die Abschaffung des 80-Liter-Restmüllbehälters geplant. 120, 240 und 1100 Liter werden angeboten. Es soll ein optionales Übernahmerecht für den Behälterbestand am Ende der Vertragslaufzeit durch die Gemeinde Rödinghausen geben. Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer erklärte, dass aus Sicht der Entsorger die Restmülltonnen in Rödinghausen besonders alt seien und ein Austausch daher erforderlich würde. Die Vertragslaufzeit mit dem neuen Entsorger soll fünf Jahre laufen mit zweimaliger Verlängerungsoption um ein Jahr.

Altpapier wird alle vier Wochen eingesammelt

Der Bioabfall in Rödinghausen wird weiterhin alle zwei Wochen abgeholt. »Das muss auch so sein, der stinkt sonst«, sagte Martin Adams. Auch beim Gelben Sack wird es keine Veränderung geben, das Altpapier wird wie bisher alle vier Wochen eingesammelt. Für Sperrmüll bleibt die kostenpflichtige Abfuhr auf Abruf.

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