Fr., 13.03.2020

Tine Wittler erzählt von ihrem Leben als Gastwirtin – Farb- und Dekoberatung Vom Charme einer Kaschemme

Tine Wittler wie sie leibt und lebt: Mit selbst geschriebenen Chansons unterhielt sie das Publikum in Brüngers Land Wirtschaft. Dabei kam eine gute Portion Selbstironie nicht zu kurz.

Tine Wittler wie sie leibt und lebt: Mit selbst geschriebenen Chansons unterhielt sie das Publikum in Brüngers Land Wirtschaft. Dabei kam eine gute Portion Selbstironie nicht zu kurz. Foto: Gitta Wittschier

Von Gitta Wittschier

Rödinghausen  (WB). „Die Welt wird weich, man verliebt sich in den Schein des Lichts“. Tine Wittler ist mit vollem Herzen dabei, wenn es um ihre „kleine Kneipe“ im Wendland geht. Seit einigen Jahren lebt die gebürtige Ostwestfälin dort und fühlt sich als Gastwirtin meistens in der Dämmerung wohl. In den Räumen von „Brüngers Land Wirtschaft“ in Westkilver gab sie ihr Gesangstalent mit selbst verfassten Chansons zum Besten, ebenfalls präsentierte sie ihre urkomische Seite, die, wie sie selbst behauptet, vom „Charme einer Kaschemme“ geprägt ist.

„Auf einen schönen Abend“. Tine Wittler, die zehn Jahre lang durch die Fernsehsendung „Einsatz in vier Wänden“ führte, hebt ihr Glas, bei den meisten der Zuschauer findet sie ein wohlklingendes Echo. Der schönste Platz sei mit Sicherheit an der Theke, „aber die Arbeit hinter dem Tresen ist alles andere als ein glamouröser Job“. Ganz viel Liebe zum Beruf gehöre dazu, ansonsten sei man als Gastronomin fehl am Platz. „Irgendwas ist immer. Entweder eine Pfütze, wo sie nicht hingehört, oder kein Strom, wo er eigentlich sein müsste“. Eine Kneipe könne gelegentlich als Eheanbahnungsinstitut umfunktioniert werden, oft gibt es Ehekrisen am Tresen. „Er guckt dahin, wo er nicht darf und sie macht deshalb ein Fass auf“.

Leider war der Begleitmusiker von Tine Wittler erkrankt, die Musik vom Piano kam deshalb aus der Konserve. Mit voluminösem Timbre beginnt sie dann, ihre Chansons anzustimmen, die sich fast alle um Szenen im Gaststättenmilieu und um viele Facetten des Lebens drehen. Als totale Nachtpflanze wäre sie der Sonne eher abgeneigt, betont sie. „Der Sonnenschein bringt Dinge, die man nicht sehen will. Spinnweben am Fenster, eine bisher unentdeckte Landschaft im Gesicht“. Die Sonne sei eine „gelbe Sau, die sich vom Acker machen solle“, deshalb hat Tine Wittler auch eines ihrer Chansons so genannt.

Zur Gastronomie gehören Gäste, die in gewisse Kategorien eingeteilt werden. Schon am Gesichtsausdruck seien gewisse Charakterzüge zu erkennen. Der „Schmarotzer-Tango“ befasst sich mit einer gewissen Spezies: „Du gehörst zum Inventar, gibts was zu feiern, bist du da. Den Schmarotzer-Tango hast du im Blut“. Und dann von solchen Besuchern, denen gar nichts recht ist: „Selbst wenn man mit dem Hinterteil Fliegen fangen könnte, gibt es noch was zu meckern“. Aber die größte Tugend einer Gastwirtin ist die Diskretion. Für Randalierer gibt es schon mal die Rote Karte. Dann sind da noch Charaktere, die an der Theke sitzen und zunächst nur in die Luft schauen. Nach einer gewissen Dosis Alkohol geht dann die „Lucie ab“ und sie fangen an, anderen Gästen Riesenbären aufzubinden.

Einen „Einsatz in vier Wänden“ konnte Tine Wittler am Tag zuvor im Wohnzentrum Dix praktizieren. Ihr Wohn-ABC mit dreiteiligem Vortrag und einer Farb- und Dekoberatung lockte zahlreiche Besucher an. Auch hatten die Anwesenden Gelegenheit, die dortige Ausstellung zu begutachten.

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