Unternehmen reagiert auf Krise – Hettich produziert weiter
Häcker Küchen: Produktion bis Mitte April gestoppt

Kirchlengern/Rödinghausen (WB). Bei einem der größten Arbeitgeber im Kreis Herford, dem Küchenhersteller Häcker, reagiert man jetzt auf die Corona-Krise: Das Rödinghauser Unternehmen stellt die Produktion vom 23. März bis zum 19. April ein. Beim Kirchlengeraner Hettich-Konzern läuft zumindest die Fertigung erst einmal normal weiter.

Dienstag, 17.03.2020, 16:19 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 16:24 Uhr
Noch bis einschließlich Freitag werden bei Häcker in Rödinghausen Küchen hergestellt. Danach wird die Produktion bis Mitte April ausgesetzt. Foto: Oliver Schwabe
Noch bis einschließlich Freitag werden bei Häcker in Rödinghausen Küchen hergestellt. Danach wird die Produktion bis Mitte April ausgesetzt. Foto: Oliver Schwabe

Noch bis Freitag werden im Rödinghauser Werk von Häcker Möbel hergestellt, danach ist vorerst Schluss. „Wir produzieren nichts auf Lager. Als Folge der Ausbreitung des Coronavirus kommt es bei uns zu Materialengpässen. Von vielen Zulieferern bekommen wir keine Teile“, erklärt Unternehmenssprecher Karsten Bäumer. Wenn immer mehr Länder aufgrund der weltweiten Pandemie ihre Grenzen schließen, komme es zudem zu Problemen bei der Auslieferung.

„Daher haben wir uns zu dem Produktionsstopp entschlossen. Wir wollen das jetzt vier Wochen durchstehen und hoffen, dass sich die Lage dann etwas entspannt hat“, so Bäumer weiter. Betroffen seien von der Entscheidung die Werke 1 bis 4 am Standort Rödinghausen mit einer Produktionsfläche von rund 113.800 Quadratmetern. Am neuen Werk in Venne wird derzeit noch nicht produziert, dort wird aktuell der Maschinenpark aufgebaut: „Und das läuft auch ganz normal weiter.“ Die Angestellten in der Häcker-Verwaltung arbeiten zunächst weiter. Häcker beschäftigt rund 1800 Mitarbeiter, wie viele von ihnen von der nun beschlossenen Maßnahme betroffen sind, konnte Bäumer noch nicht genau sagen.

Infos über Netzwerk

Die Angestellten waren am Dienstag über die Entscheidung der Häcker-Geschäftsführung informiert worden. „Das haben wir über unser firmeninternes Netzwerk gemacht. Wir haben in dieser Situation natürlich keine große Versammlung abgehalten“, so Bäumer. Für die Betroffenen ist unter anderem eine Kurzarbeitergeldregelung geplant. Auch die Häcker-Kunden seien über die in die Wege geleiteten Schritte informiert worden.

Häcker Küchen hatte im Geschäftsjahr 2019 nach eigenen Angaben mit 616 Millionen Euro ein Umsatzwachstum von 2,3 Prozent erzielt (2018: 602 Millionen Euro). Mit diesem Ergebnis hatte sich die positive Entwicklung der letzten Jahre weiter fortgesetzt. Der Exportanteil bei Häcker liegt bei 39 Prozent, weltweit werden mehr als 60 Länder auf allen Kontinenten mit Küchenmöbeln made in Rödinghausen beliefert.

Hettich ergreift Maßnahmen

Bei der Kirchlengeraner Hettich-Unternehmensgruppe (6700 Mitarbeiter weltweit, davon 3800 in Deutschland), einem der weltweit führenden Hersteller von Möbelbeschlägen, laufe die Produktion zunächst wie gehabt weiter. „Wir liegen im Plan, bewerten die Lage wegen des Coronavirus aber jeden Tag neu“, erklärt Firmensprecherin Stephanie Kreidel.

Für die inländischen Standorte (in der Region gibt es Niederlassungen in Kirchlengern, Bünde, Vlotho und Melle) seien aber bereits diverse Vorsorgemaßnahmen angelaufen um eine mögliche Ausbreitung des Virus einzudämmen. Kreidel: „Wir haben Verhaltensmaßregeln nach Vorgaben des Robert-Koch-Instituts eingeführt, Arbeitsplätze wurden getrennt, Mitarbeiter arbeiten per Mobile Office – soweit möglich. Außerdem haben wir die Kantinen zugemacht und Dienstreisen wurden abgesagt.” Wo es möglich sei, wolle man auf die Arbeit mit digitalen Medien umstellen. „Wir versuchen alles mögliche, um auf die derzeitige Situation zu reagieren“, so die Hettich-Sprecherin.

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