Patrik Nölker berichtet von Corona-Folgen für Bauern
„Wir Landwirte erfahren wieder mehr Wertschätzung“

Bünde/Rödinghausen (WB). „Ich bin froh, ein Landmensch, ein Dorfkind zu sein“, sagt der Junglandwirt Patrik Nölker aus Rödinghausen. In diesen Zeiten wisse er umso mehr die Schönheit, die Vorzüge des Ländlichen, der Natur sowie das Arbeiten und Tun in der Landwirtschaft zu schätzen. „Wir Dorfkinder sind glücklich, wir haben die Natur, das Grün direkt vor dem Hoftor.“ Und es freue ihn, einen „grünen Beruf“ zu haben.

Montag, 20.04.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 20.04.2020, 15:46 Uhr
Patrik Nölker ist froh, ein Dorfkind zu sein. Ihn freut es, einen „grünen Beruf“ zu haben. Foto:
Patrik Nölker ist froh, ein Dorfkind zu sein. Ihn freut es, einen „grünen Beruf“ zu haben.

Er arbeite gern als Landwirt und die Arbeiten auf dem Hof, auf dem Acker und im Stall gingen in diesen Zeiten normal weiter. „Ich bin gerne ein Landei“, unterstreicht der junge Landwirt schmunzelnd. Das Arbeiten in und mit der Natur und den Tieren erfüllten ihn. Was ihn fasziniere, sei die Vielfalt seines Berufs. „Und wir wissen um unsere Verantwortung für Mensch und Tier“, betont der Jungbauer.

Verbraucher kaufen vor Ort ein

Es freue ihn und „wir spüren es, wir Landwirte erfahren in diesen Zeiten wieder mehr Wertschätzung von Bürgern, Verbrauchern, Politikern – von der Gesellschaft.“ Bei all dem Leid, das das Virus verursache, habe die Krise auch manch positiven Aspekt. Den Wert einer regionalen, heimischen Landwirtschaft sei vielen Menschen wieder bewusst geworden.

Verbraucher suchten beispielsweise vermehrt Kontakt zu denen, die die Versorgung der Bevölkerung sicherstellten, so kauften sie vermehrt bei Direktvermarktern, vor Ort, in Hofläden ein.

„Mit einem Mal stehen wieder existenzielle Fragen im Vordergrund, zum Beispiel um das tägliche Essen. Die Hamsterkäufe und leeren Regale haben es anschaulich gezeigt“, so Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld. Die elementare Bedeutung einer regionalen Land- und Ernährungswirtschaft für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln werde wieder anerkannt.

Globalen wirtschaftliche Rezession

In den kommenden Wochen und Monaten würden allerdings die Einschränkungen der Corona-Pandemie weiter spürbar bleiben. Die Folgen einer globalen wirtschaftlichen Rezession würden sich in allen Bereichen – auch in der Landwirtschaft – niederschlagen. „Nach der Corona-Krise sind deshalb die agrarpolitischen Prioritäten zu überdenken“, erläutert Dedert. „Die regionale Ernährungssicherung und die Stärkung der heimischen Landwirtschaft müssen wieder in den Mittelpunkt in der deutschen und europäischen Agrarpolitik rücken.“

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