Landrat Jürgen Müller besichtigt Umgestaltungen im Jugendgästehaus Rödinghausen
Waschraum wird zur „Pipi-Lounge“

Rödinghausen (WB). Zehn Wochen war das Jugendgästehaus wegen des Corona-Lockdowns gesperrt. Nun hat Landrat Jürgen Müller es besichtigt und sich über Sanierungen und Umgestaltungen informieren lassen.

Sonntag, 07.06.2020, 10:08 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 10:10 Uhr
Schon auf dem Hof des Jugendgästehauses des Kreises Herford ist Landrat Jürgen Müller von einem bunten „Willkommen“-Graffiti begrüßt worden. Einrichtungsleiterin Anja Modesta führte den Landrat dann durch das ganze Haus. Foto:
Schon auf dem Hof des Jugendgästehauses des Kreises Herford ist Landrat Jürgen Müller von einem bunten „Willkommen“-Graffiti begrüßt worden. Einrichtungsleiterin Anja Modesta führte den Landrat dann durch das ganze Haus.

Die Leiterin des Hauses Anja Modesta informierte: „In der Corona-Zwangspause hatten wir jeden Tag Handwerker im Haus. Wir haben die Zeit genutzt für Wartungs- und Reparaturarbeiten und einen Grundputz. Unsere sanitären Anlagen im Eingangsbereich bekommen gerade den letzten Schliff.“

Im Eingangsbereich staunte Müller über unterschiedlich farbige Wandelemente und die bunten, robusten und bequemen Sitzelemente: sehr ungewöhnlich gestaltete Möbel des Herforder Recyclingkünstlers Oliver Schübbe. Auf den Sitzbänken, den Lehnen und den Tischen darf und soll man klettern, aber auch essen, trinken oder spielen. Tisch- und Sitzflächen sind komplett mit sehr widerstandfähigem dunklen Teppich überzogen.

150 Betten verfügbar

„Das ist wirklich klasse geworden. Auch der Umweltgedanke, nämlich aus alten Möbeln ganz neue zu machen, ist vorbildlich und trifft nicht nur den Zeitgeist, sondern ganz sicherlich auch den Geschmack vieler junger Menschen, die hier Zeit verbringen“, sagte Müller.

Ortsnahe Gruppenreisen sind nun wieder erlaubt. Neben den Hygiene- und Abstandsregeln gelten für den Gästebetrieb weitere Einschränkungen. So dürfen nur Gäste aus maximal zwei Haushalten in einem Zimmer untergebracht werden. 150 Betten stehen zur Verfügung – allerdings in nur 31 Zimmern, erklärte Anja Modesta: „Es wird wohl noch dauern, bis hier wieder wöchentlich über 100 Kinder herumtoben. Wir freuen uns aber riesig, dass es endlich weiter- und losgehen kann. Jeder Gast ist bei uns willkommen. Übrigens auch unsere Stammgäste können es kaum erwarten. Viele haben immer mal wieder angerufen und es gab auch jemanden, der uns Schokolade zum Durchhalten und für gute Laune vorbei gebracht hat“.

Fast jedes Kind im Kreis Herford kennt das Jugendgästehaus des Kreises Herford in Rödinghausen, denn dort finden jedes Jahr die Klassengemeinschaftswochen der fünften Jahrgänge statt. Hinzu kommen Freizeitgruppen von Religionsgemeinschaften und Sportvereinen und auch immer häufiger Wandergruppen oder Radfahrer, denn das Haus liegt landschaftlich reizvoll.

2019: 20.000 Übernachtungen

2019 zählte das Haus am Fuße des Wiehengebirges über 20.000 Übernachtungen, so viel wie noch nie in einem Jahr. Jürgen Müller: „Das Haus hat wieder eine Seele. Man spürt, dass hier Gastlichkeit, Herzlichkeit und Freundlichkeit selbstverständlich sind. So wird aus dem schnöden Waschraum die Pipi-Lounge, in der man doch tatsächlich sogar Staudämme bauen kann! Hier kann man Minigolf spielen, hat eine Sporthalle, viel Platz für den Rückzug und sogar für ganz peinliche Situationen gibt es diskrete Lösungen“.

Der Landrat spielt auf den SOS-Bettwäsche-Schrank an. Der steht im Foyer. In ihm gibt es Bettwäsche, für den Fall, dass ein Kind nachts eingenässt hat. Außerdem enthält er Binden, Tampons, Pflaster oder Zeckenzangen – alles für den Notfall eben.

Anja Modesta zeigte Jürgen Müller auch die Disco, die Sporthalle, und den „Käsebunker“. Das ist ein Raum, dessen duftiger Namen sich eigentlich nur vermittelt wenn er gut gefüllt ist: Dort werden Kinderschuhe und Gummistiefel abgestellt.

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