Kommunalwahl: absolute Mehrheit der SPD Rödinghausen ist Geschichte
Karten werden neu gemischt

Rödinghausen  (WB). Die politische Landkarte der Gemeinde Rödinghausen ist am vergangenen Wahlsonntag neu gezeichnet worden : Während die SPD sich von ihrer absoluten Mehrheit verabschieden musste, haben die Grünen aus dem Stand sensationelle 21,80 Prozent der Stimmen geholt. Und die FDP freut sich darüber, dass sie mit 9,29 Prozent der Wählerstimmen und drei Sitzen wieder Fraktionsstatus hat. Wie sehen die einzelnen Parteien die neue Situation? Diese Zeitung fragte nach.

Dienstag, 15.09.2020, 05:35 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 09:44 Uhr
Geht in die Stichwahl: Siegfried Lux, Bürgermeisterkandidat der SPD, tritt gegen den parteilosen Sven Eric Adam an. Es ist das erste Mal in der Geschichte Rödinghausens, dass ein SPD-Bürgermeisterkandidat nicht im ersten Wahlgang gewählt wird. Foto: Daniela Dembert
Geht in die Stichwahl: Siegfried Lux, Bürgermeisterkandidat der SPD, tritt gegen den parteilosen Sven Eric Adam an. Es ist das erste Mal in der Geschichte Rödinghausens, dass ein SPD-Bürgermeisterkandidat nicht im ersten Wahlgang gewählt wird. Foto: Daniela Dembert

„Das Ergebnis macht uns nicht glücklich“, sagt SPD-Fraktionschefin Karin Menke. Man habe es nicht geschafft, dem Wähler zu vermitteln, dass man auch ohne einen Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer – er hat auf eine weitere Kandidatur verzichtet – Rödinghausen weiterbringen könne. Die Grünen würden vom Bundestrend profitieren und hätten vermutlich viele junge Wähler angesprochen. Nun müsse die Ökopartei zeigen, dass sie ihre Versprechen auch in der Realpolitik umsetzen könnte.

Parteiintern werde man darüber sprechen, wie es nun weitergehe ohne eine absolute Mehrheit – für die SPD Rödinghausen eine ungewohnte Situation. Und mit Blick auf die Bürgermeisterwahl bezeichnet Menke die nun anstehende Stichwahl als nicht unerwartet. „Siegfried Lux hat sich hervorragend geschlagen“, betont sie.

Freude bei der CDU

Bei der CDU hingegen freut man sich darüber, dass die jahrelange absolute Mehrheit der SPD gebrochen werden konnte. „Dadurch ergeben sich jetzt alle möglichen Optionen“, sagt CDU-Fraktionschef Thomas Lübeck. Was Gespräche mit anderen Fraktionen betreffe, sei die CDU in alle Richtungen offen. „Jetzt müssen Mehrheiten gesucht werden – das macht die Kommunalpolitik in Rödinghausen interessanter. Das kannten wir in der Vergangenheit gar nicht.“ Das schaffe ganz neue Chancen.

Allerdings hänge das nun auch maßgeblich davon ab, wer in der Stichwahl zum Bürgermeister gewählt werde. „Es ist durchaus möglich, dass wir eine Wahlempfehlung aussprechen. Die Entscheidung fällt noch in dieser Woche“, so Lübeck.

Keine Empfehlung der Grünen

Mit einem derartigen Erfolg bei der Kommunalwahl habe man eigentlich nicht gerechnet, sagt Frank Jarmuschke vom Vorstand der Rödinghauser Grünen ganz offen.  „Wir sind hier als Neulinge angetreten und wussten nicht, ob unsere Art des Wahlkampfs angenommen wird.“ Durch eine Vielzahl an Aktionen im Wahlkampf – Vorträge, Waldspaziergänge, Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten – habe man aber erfahren, dass in Rödinghausen ein starkes Interesse an grüner Politik existiere. Durch monatliche Treffen – beispielsweise Waldspaziergänge – wolle man in direktem Kontakt zu den Wählern bleiben und auf die Bürger zugehen.

Aus Sicht der Grünen gibt es in Rödinghausen noch etliches zu verbessern: „Das Radwegenetz muss ausgebaut werden – zum Beispiel an der Bünder Straße oder im Bereich Neue Mühle.“ Und der neue ZOB am Schulzentrum sei unter Sicherheitsaspekten zu gefährlich, darauf hätten schon zahlreiche Eltern hingewiesen.

Schnell realisieren wolle man zudem einen Grünabfallsammelplatz. Und wie schaut es bei der Stichwahl zum Bürgermeister aus? „Da sprechen wir keine Empfehlung aus – das sollen die Bürger selber entscheiden. Wir Grünen orientieren uns ausschließlich an Sachthemen.“

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